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Mo, 18:56 Uhr
27.07.2009

Der liebe Gott und die Förster

Zu Thüringens Wäldern gehört nicht nur der Thüringer Wald, sondern auch der Südharz im Norden des Freistaates. Heute hatte sich Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar (CDU) einen Besuch im Südharz in seinen Terminkalender tragen lassen...

Minister im Südharz (Foto: nnz) Minister im Südharz (Foto: nnz)
Sklenar (rechts) mit Forstamtsleiter Brüggemann

Vor Ort wollte sich Sklenar, der vom Landtagsabgeordneten Egon Primas begleitet wurde, über den Stand der Aufforstung nach dem Orkan Kyrill informieren. Eine der Flächen, die Anfang 2007 von dem verheerenden Unwetter betroffen war, ist der „Grüne Platz“, Fast 2.800 Festmeter Fichte fielen Kyrill zum Opfer. Jetzt stehen auf einer Fläche von 6,4 Hektar 2.500 jungen Fichten, 7.000 Buchen und 2.700 Bergahornstecklinge.

Insgesamt hatte der Sturm im Bereich des Thüringer Südharzes eine Schadfläche von 244 Hektar hinterlassen. Dabei handelte es sich sowohl um Flächenbruch als auch um Streubruch.

„Wir haben schnell und rechtzeitig mit der Beseitigung der Schäden begonnen und konsequent gehandelt. Bereits im März und April 2007 haben wir mit der Aufbereitung begonnen, ab Herbst 2007 wurde aufgeforstet“, berichtete Forstamtsleiter Klaus-Wilhelm Brüggemann.

Minister im Südharz (Foto: nnz) Minister im Südharz (Foto: nnz)
Minister vor Ort und begutachtet die jungen „Bäume“

Minister Volker Sklenar konnte sich vor Ort in einem eingezäunten Revier von der Arbeit der Forstleute überzeugen und lobte deren Engagement. Am Abend wird der dienstälteste Thüringer Minister an einer Diskussionsrunde mit Bauern der Region teilnehmen. Dann geht es um die Agrarpolitik der EU, insbesondere um die Milchquote. Im Scheunenhof in Sundhausen wird es dabei nicht so friedlich zugehen wie auf den Höhen des Südharzer Waldes. Die nnz wird morgen von dieser Veranstaltung berichten.
Autor: nnz

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Kommentare
eccehomo
27.07.2009, 21:48 Uhr
Primas und Sklenar: Zur Agitprop-Tour auch dahin, wo es wehtut!
Primas und Sklenar hätten auf ihrer Wahlkampf-Agitprop-Tour auch ruhig jene Stellen im Südharz besuchen können, die von den Waldbesitzern nach scharfen Rodungsarbeiten und sonstigen "Bewirtschaftungs"-Arbeiten wie eine Kraterlandschaft hinterlassen werden, und auf der Touristen und Einhemische von Loch auf den Wanderwegen stürzen und die letztlich wohl auf Kosten der Steuerzahler wieder hergerichtet werden.

Herr Primas hätte sich dann vielleicht an die guten alten DDR-Zeiten erinnern können (als er noch einer der maßgeblichen Blockpartei-Vertreter im Kreis Nordhausen war): Dass die Wanderwege damals halbwegs in Ordnung waren, gehört zu den guten Sachen - neben vielen schlechten - vor 1989.

Und vielleicht hätten Primas und Sklenar die Chefin der Thüringer Tourismus GmbH gleich mit in den Südharz genommen und sie gefragt, ob es außer der miesen Wege-Qualität im Südharz noch andere Gründe gibt, warum diese an sich reizvolle Umgebung durch sie und ihre Mitarbeiter kaum Erwähnung findet und warum für sie die Tourismuswerbung für Thüringen nur um Thüringer Wald, Erfurt, weimar und Jena kreist.
Peppone
28.07.2009, 09:12 Uhr
Agitproptouren sind besser als gar kein tourismus
Liebe eccehomo, ob Sie die Primas-Sklenar-Tour für eine Wahlkampf Agitpropveranstalltung halten ist mir eigentlich ziemlich wurscht. Das wären ja auch nicht die Einzigsten, die so etwas tun. Persönlich finde ich es gar nicht so verkehrt, wenn sich ein zuständiger Minister direkt in einem seiner Forstämter über die geleistete Arbeit informiert. Täte er es nicht, würden Nörgler und Besserwisser Untätigkeit und Desinteresse attestieren. Er kann es also machen wie er will, er macht es nie allen recht.

Ihre straffe Behauptung die Forstleute und Waldbesitzer würden „scharfe Rodungsmaßnahmen“ durchführen sollte aber nicht unkommentiert bleiben. Ihre Behauptung ist nämlich schlicht weg falsch. Wir befinden uns im Zeitalter des Dauerwaldbaus. Kein Forstmann oder Waldbesitzer rodet ohne Zwang Wald. Das sturmgeschädigte Flächen durch einen Kahlhieb geräumt werden müssen ist im Wirtschaftswald leider so, es hat im wirklichen Sinne aber nichts mit Rodung zu tun.

Für die Rodungen die heutzutage noch stattfinden machen Sie bitte die verantwortlich, die dafür auch zuständig sind. Nämlich die, die nach immer mehr Straßen und Wegen schreien und die in ihrer Spaßgesellschaft auch noch den letzten Winkel Natur touristisch erschließen müssen.

Und jetzt erklären Sie bitte mal, warum ein Waldbesitzer seine privaten Wirtschaftswege und Rückegassen für Sie und Touristen auf eigene Kosten instand halten soll. Der Waldbesitzer hat bestimmt nichts dagegen, wenn Sie seine Wege zum Wandern benutzen, aber wenn Sie da in ein Loch fallen oder sich den Auspuff abfahren, ist das Ihre ganz persönliche Angelegenheit. ;-)

Und der Witz, dass die Wanderwege zu DDR – Zeiten besser waren hat einen ziemlich langen Bart.
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