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Mi, 07:10 Uhr
15.07.2009

Protest und Bedenken

Ein Ausschuss des Nordhäuser Kreistages hatte dem Tourismus im Südharz keine gute Noten ausgestellt. Die nnz hatte darüber ausführlich berichtet. Jetzt gibt es eine Reaktion – aus dem Kreistag...


Das Arbeitsergebnis des Ausschusses für Verkehr, Bau und Wirtschaft des Kreistages zum Thema Tourismus im Südharz wurde von Bündnis 90/Die Grünen mit erheblichen Bedenken und Protest aufgenommen. Jetzt wurde es in der Presse veröffentlicht und dem Tourismus in der Südharzregion ein Negativattest ausgestellt. Nachdem die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich in der letzten Legislaturperiode die Vorstellung des Tourismus Verband e.V. nach einer Powerpräsentation ausdrücklich gelobt und eine Summe von 20.000 Euro für die Weiterarbeit in den Haushalt 2009 eingestellt hat, fragen sich die Bündnisgrünen nach der Veröffentlichung des Ausschusspapiers, wie dieser Widerspruch von den Befürwortern des Papiers aufzulösen ist.

Aus dem Bericht des Wirtschaftsausschusses geht nicht hervor, dass durch den Tourismus im Südharz mehr und nachhaltigere Arbeitsplätze geschaffen werden können, als durch die zeitlich begrenzten Arbeitsplätze der Gips abbauenden Rohstoffindustrie. Der Tourismus bleibt auch für den Südharz ein Arbeitsplatzpotential. Dieses Potential entwickeln zu helfen ist nicht zuletzt Aufgabe der Politik.

Das Freizeitverhalten vieler Menschen in den Industrieländern hat sich durch gesicherten Urlaub, verbesserte Bildung und erhöhte Mobilität geändert. Die Finanzkrise und der Klimawandel werden in Zukunft erneut zu Veränderungen im Tourismus führen. Bereits heute wird der Trend „ Urlaub in Deutschland“ festgestellt. Dieser Trend muss auch im Südharz als Chance erkannt und genutzt werden.

Weltweit hat sich der Tourismus als Wirtschaftszweig mit einem hohen Geschichts-, Kultur-, Natur- und Bildungspotential entwickelt. Wir haben ein Recht darauf , uns an dieser Entwicklung zu beteiligen und unserer Region die Qualität zu ermöglichen, dass sie von Touristen neugierig besucht und erlebt werden kann. Territoriale Entscheidungsträger tragen zweifelsfrei Verantwortung für einen guten Zugang der Tourismusbranche zur Landschaft, Geschichte und Kultur und sie tragen insbesondere Verantwortung für eine die Tourismusbranche unterstützende Infrastruktur.

Für den Landkreis Nordhausen. stellt sich die Frage, wie wir unsere spezifische Kulturlandschaft und unsere Gastfreundschaft touristisch gestalten. Die Landschaft zwischen Harz, Kyffhäuser und Goldener Aue nimmt deutschlandweit eine herausragende Stellung in der Gestaltung unserer Reliefs, der reichhaltigen historischen Zeugnisse, aber auch geschichtlicher Tragik ein.

Die große Chance nach der Wende zu einer touristischen Entwicklung im Konsens mit einer wirtschaftlichen Neugestaltung wurde unzureichend genutzt. Eine aussichtsreiche Biosphärenreservatsentwicklung wurde als Widerspruch zu der sich ausbreitenden Gipsindustrie begriffen und der Sicherung der Gipslagerstätten gegen den Willen der Mehrheit in der Bevölkerung und von Kommunen untergeordnet. Das Problem Bergbaufolgelandschaft mit mangelhafter Renaturierung entstand und verbleibt für längere Zeit als Störfaktor.
Das 1995 vom Kreistag beschlossene Tourismusleitbild mit dem Schwerpunkt „Kultur- Natur- und Gesundheitstourismus“ dürfte der Öffentlichkeit nicht bekannt sein. Eine einheitliche, durch Stadt und Landkreis beschlossene und geförderte Tourismuskonzeption wurde nicht erarbeitet., geschweige Schwerpunktsetzungen für die Entwicklung von Attraktionen und Verkettungen mit solchen in Nachbarlandkreisen. Nur so wäre eine Alternative zu den erfolgreicheren Touristenströmen anderer Bundesländer möglich..

Die in Deutschland bekannte Heinz Sielmann- Stiftung nennt 2009 von 42 bekannten Naturwundern auch die Karstlandschaft Südharz. Die schwerpunktmäßige bergbauliche Nutzung dieses Naturwunders wird zunehmend durch Landesgesetz gesichert. Es ist der Anspruch der Bündnisgrünen , dies zu verhindern, nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Die Grünen sind sich sicher, dass die Südharzer in demokratischer Mehrheit das Abbaggern der einmaligen Gipskarstlandschaft verhindern werden.

Das Papier des Wirtschaftsauschusses werden die Bündnisgrünen in seinem fragmentarischen und undifferenzierten Urteil demnächst zur kritischen Neubewertung in den neugewählten Kreistag einbringen. Die Fraktionen des Kreistages dürfen sich nicht mit einer Negativbilanz zu Wort melden, die nicht einmal nach eigenen Versäumnissen fragt.
Autor: nnz

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