Mi, 13:54 Uhr
08.07.2009
Weiter abwracken?
In diversen politischen Zirkeln in Berlin wird derzeit wieder mal über die Aufstockung der Abwrackprämie debattiert. Was aber sagt die Wirtschaft dazu? Besonders die in Thüringen? Wir haben die Antwort....
Die aktuelle Forderung aus der SPD, die Abwrackprämie nochmals aufzustocken und bis Jahresende zu verlängern, sieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt äußerst kritisch. Anlass zur Diskussion gibt die Prognose des Bundesamtes für Wirtschaft und Außen-handel (BAFA), wonach die von der Bundesregierung bereitgestellten fünf Milliarden Euro spätestens Mitte September aufgebraucht seien.
"Die Abwrackprämie konnte nur eine kurzfristige Maßnahme zur Stabilisierung der Automobilproduktion sein, um Zeit zu gewinnen und Kaufentscheidungen vorzuziehen. Langfristig löst sie kaum positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung in Thüringen aus, betont Grusser.
Es wäre im Gegenteil zu befürchten, dass die Umweltprämie immer mehr zu Lasten anderer Branchen gehe und dort Kaufkraft entziehe. In Anbetracht der enormen Staatsverschuldung und der knapp bemessenen Haushaltsmittel sollten nachhaltige Investitionen in Bildungs- und Forschungseinrichtungen jetzt den Vorrang erhalten, fordert der IHK-Chef.
Auch die jüngsten Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes und der BAFA verdeutlichten die eingeschränkte Wirkung der Abwrackprämie. Demnach hätte der koreanische Auto-Konzern Hyundai mit einem Absatz-Plus von 146 Prozent bislang am meisten davon profitiert. Allein Hyundai und Kia verkauften auf dem deutschen Markt bis Mitte Juni mehr Autos als etwa Opel mit seinen Marken Corsa, Astra und Insignia zusammen.
Überhaupt ginge die Abwrackprämie an Audi, Mercedes, BMW und Porsche fast vollständig vorbei. Und insbesondere den deutschen Kleinwagenherstellern drohe nun im nächsten Jahr ein enormer Verkaufseinbruch.
Autor: nnz/knDie aktuelle Forderung aus der SPD, die Abwrackprämie nochmals aufzustocken und bis Jahresende zu verlängern, sieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt äußerst kritisch. Anlass zur Diskussion gibt die Prognose des Bundesamtes für Wirtschaft und Außen-handel (BAFA), wonach die von der Bundesregierung bereitgestellten fünf Milliarden Euro spätestens Mitte September aufgebraucht seien.
"Die Abwrackprämie konnte nur eine kurzfristige Maßnahme zur Stabilisierung der Automobilproduktion sein, um Zeit zu gewinnen und Kaufentscheidungen vorzuziehen. Langfristig löst sie kaum positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung in Thüringen aus, betont Grusser.
Es wäre im Gegenteil zu befürchten, dass die Umweltprämie immer mehr zu Lasten anderer Branchen gehe und dort Kaufkraft entziehe. In Anbetracht der enormen Staatsverschuldung und der knapp bemessenen Haushaltsmittel sollten nachhaltige Investitionen in Bildungs- und Forschungseinrichtungen jetzt den Vorrang erhalten, fordert der IHK-Chef.
Auch die jüngsten Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes und der BAFA verdeutlichten die eingeschränkte Wirkung der Abwrackprämie. Demnach hätte der koreanische Auto-Konzern Hyundai mit einem Absatz-Plus von 146 Prozent bislang am meisten davon profitiert. Allein Hyundai und Kia verkauften auf dem deutschen Markt bis Mitte Juni mehr Autos als etwa Opel mit seinen Marken Corsa, Astra und Insignia zusammen.
Überhaupt ginge die Abwrackprämie an Audi, Mercedes, BMW und Porsche fast vollständig vorbei. Und insbesondere den deutschen Kleinwagenherstellern drohe nun im nächsten Jahr ein enormer Verkaufseinbruch.

