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Di, 17:05 Uhr
12.12.2000

Gerd Hucke (SPD): "Als Linker lebt man in diesem Staat gefährlich!"

Nordhausen (nnz). Nicht ganz so glatt, wie von der Polizei berichtet, scheint der Verlauf der rechten Demonstration am Samstag in Nordhausen verlaufen zu sein. So richtete jetzt die Landtagsabgeordnete Dagmar Becker (SPD) schwere Vorwürfe an die handelnde Polizei. Während hunderte Nordhäuser im oberen Bereich der Rautenstraße von der Polizei aufgehalten wurden und nur aus der Ferne das Gebrüll von Nazi-Parolen hören konnten, war es wenigen Leuten gelungen, ziemlich nah an den Demonstrationszug der NPD heranzukommen und dort mit Kerzen ihren Unwillen gegen die Rechten zu zeigen. "Wir waren erst wenige 100 Meter hinter den grölenden NPD-Anhängern hergelaufen, als eine plötzliche Polizeiattacke uns stoppte", sagte Dagmar Becker zur nnz. "Ziel war es offensichtlich, den Rechten freies Geleit zu sichern und die Linken zur Freude der NPD-Anhängern platt zu machen", erklärte Matthias Jendricke (SPD).
"Mit der sinnlosen Polizeiaktion hätte ich noch leben können, auch wenn ein mündlicher Platzverweis ausreichend gewesen wäre. Aber schlimmer ist, dass es dann noch zur Rechtfertigung eine unbegründete Festnahme gab", sagte Dagmar Becker. Mit dem angeblichen Vorwurf der verbotenen Vermummung wurde eine junges Mädchen verhaftet und nach einer halben Stunde durch ein Einsatzfahrzeug der Polizei mitgenommen. "Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nicht glauben können, aber als Linker lebt man in diesem Staat gefährlich", meinte SPD-Stadtrat Gerd Hucke. Als Landtagsabgeordnete wird Dagmar Becker durch eine Anfrage vom Innenminister Köckert (CDU) zu diesem Vorfall eine Stellungnahme abfordern. "Ich kann nur hoffen, die Polizei kann ihren Vorwurf durch Videoaufnahmen belegen", erklärte Becker abschließend dazu.
Die weiträumigen Absperrungen der Polizei von der Demonstration der NPD hatten auch die Folge, dass fremde Medienvertreter, welche den rechten Demonstrationszug begleiteten, den Eindruck bekamen, dass nur sehr wenige Nordhäuser an der Lichterkette teilnahmen. So hat der MDR in einer ersten Meldung gar nur von 40 Teilnehmern an der Lichterkette gesprochen, erst nach Intervention von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) wurde diese Meldung geändert, ließ SPD-Abgeordnete in einer Pressemitteilung verlauten. Auch wurde von einem rechten Fackelzug berichtet, wobei dieser doch gar nicht stattfand.
Autor: nnz

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