Di, 12:50 Uhr
02.06.2009
nnz-Forum: Retter überall dringend gesucht
Retter sind momentan angesagt. Nie war die Zeit vermutlich günstiger als jetzt. Darüber hat sich ein Leser der nnz so seine Gedanken gemacht...
Jörg Berger konnte Bielefeld nicht vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga retten. Opel ist gerettet, sagen die Optimisten. Vorerst, sagen die Pessimisten. Oder sind es doch nur die Realisten? Das Nordhäuser Theater muss gerettet werden.
Die Milchbauern ließen uns, auch über Kommunalpolitiker, schon wissen, dass wir – die Konsumenten – sie retten müssen, indem wir ihre teure Milch kaufen, weil wir diese Milch bester Qualität sonst bald nicht mehr bekommen. Karstadt und über tausend andere Firmen (sagte das ZDF-Morgenmagazin) stehen in der Warteschlange. Rette sich, wer kann – der Spruch scheint keine Bedeutung mehr zu haben. In diesem Jahr heißt es: Rette mich, oder ich mobilisiere die Wähler!
Dabei steht doch für die oben beschriebenen Fälle fest:
Proteste der Arbeitnehmer sind absolut legitim. Sie müssen sich nur an die richtige Adresse richten. Das sind ihre Chefs. Wer von irgend etwas zu viel produziert und dann die Absatzkrise beklagt, offenbart damit nur, dass er nicht gewillt oder geeignet dafür ist, über das Heute hinaus zu denken.
Klar kann man um Hilfe rufen, wenn man in Not ist. Steht dem potenziellen Retter aber auch das Wasser bis zum Hals, braucht man sich nicht zu wundern, wenn er nicht hilft. Es dann mal schnell mit Erpressung zu versuchen (Rette mich oder ich wähle Deinen politischen Gegner!), ist eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt, im Falle des Ertrinkens aber auch eine Lachnummer. Das sollten die Wähler dieses Jahres bedenken.
Jürgen Wiethoff, Nordhausen
Autor: nnzJörg Berger konnte Bielefeld nicht vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga retten. Opel ist gerettet, sagen die Optimisten. Vorerst, sagen die Pessimisten. Oder sind es doch nur die Realisten? Das Nordhäuser Theater muss gerettet werden.
Die Milchbauern ließen uns, auch über Kommunalpolitiker, schon wissen, dass wir – die Konsumenten – sie retten müssen, indem wir ihre teure Milch kaufen, weil wir diese Milch bester Qualität sonst bald nicht mehr bekommen. Karstadt und über tausend andere Firmen (sagte das ZDF-Morgenmagazin) stehen in der Warteschlange. Rette sich, wer kann – der Spruch scheint keine Bedeutung mehr zu haben. In diesem Jahr heißt es: Rette mich, oder ich mobilisiere die Wähler!
Dabei steht doch für die oben beschriebenen Fälle fest:
- Es gibt zu viel Fußball für zu wenig zahlungswillige Zuschauer, also arena- bzw. ab August wieder Premiere-Abonnenten.
- Es gibt zu viel Autos für zu wenig zahlungsfähige Kunden.
- Es gibt zu viel Theater für zu wenig Besucher.
- Es gibt zu viel Milch für viel zu wenig Kunden.
- Zu viel Warenhäuser gibt es sowieso.
- Es gibt von vielem viel zu viel.
Proteste der Arbeitnehmer sind absolut legitim. Sie müssen sich nur an die richtige Adresse richten. Das sind ihre Chefs. Wer von irgend etwas zu viel produziert und dann die Absatzkrise beklagt, offenbart damit nur, dass er nicht gewillt oder geeignet dafür ist, über das Heute hinaus zu denken.
Klar kann man um Hilfe rufen, wenn man in Not ist. Steht dem potenziellen Retter aber auch das Wasser bis zum Hals, braucht man sich nicht zu wundern, wenn er nicht hilft. Es dann mal schnell mit Erpressung zu versuchen (Rette mich oder ich wähle Deinen politischen Gegner!), ist eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt, im Falle des Ertrinkens aber auch eine Lachnummer. Das sollten die Wähler dieses Jahres bedenken.
Jürgen Wiethoff, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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