Mi, 15:03 Uhr
27.05.2009
Auftragsbücher noch voll
Betriebsbesuche in Zeiten der viel zitierten Wirtschaftskrise: Heute war Landrat Joachim Claus bei zwei Baufirmen zu seinen traditionellen Visiten, um über die Erwartungen an das Konjunkturpaket II und die geänderte Thüringer Mittelstandrichtlinie zu sprechen. Was er erfahren hat, das überrascht...
Seit Februar – befristet bis Ende 2010 – darf die öffentliche Hand nunmehr bis zu einem Auftragsvolumen von einer Million Euro beschränkt ausschreiben. Bis zu 100.000 Euro darf freihändig im Wettbewerb vergeben werden, das heißt eine Kommune muss zwei bis drei Angebote vergleichen. Ziel ist es, die Aufträge in der Region zu halten. Dass dies der richtige Ansatz ist, fanden Doris und Frank König vom Bauunternehmen Henning für Hoch- und Tiefbau, der ersten Station des Landrates. Beim Gang durch das Firmengebäude in Urbach zeigte Doris König die vielen Fotos Geschäfts- und Wohngebäuden, Straßen und Plätzen, die das Familienunternehmen schon im Landkreis gebaut hat.
Wir haben viele öffentliche Aufträge, weil die privaten nachgelassen haben, gerade im Industriebau, sagte Geschäftsführerin Doris König. Still sei es geworden um manche angedachte Projekte. Noch sind die Auftragsbücher gut bestückt, besonders im Tiefbau. In ihrer Branche könne man eh nur drei Monate im Voraus planen – mit oder ohne Krise, so Doris König. Aber für viele Aufträge reisen die 120 Mitarbeiter von Henning weiter, bis nach Gera, Halle oder Recklinghausen. Wir bemühen uns immer hier um Arbeit, wir wollen in der Region bleiben, sagte Doris König. Eine regional begrenzte Auftragsvergabe könne dabei helfen.
Ähnlich sehen das Andrea und Helmut Ostermann von Granitbau in Nordhausen, kurz GBN. Auch für ihre Firma, die viel im Straßen- und Kanalbau in der Gestaltung von Außenanlagen, im Brunnen- und Teichbau aktiv ist, ist die öffentliche Hand ein wichtiger Auftraggeber. Doch der nächste Großauftrag steht auch hier nicht im Landkreis, sondern in Arnstadt an. Bis Ende des Jahres sind wir noch mit größeren Aufträgen beschäftigt, berichtete Andrea Ostermann heute Landrat Claus. Noch sei die Krise kaum zu spüren. Die derzeitige Konjunkturflaute bringe sogar Vorteile. Die Containerpreise sind stark gesunken, sagte Geschäftsführer Helmut Ostermann.
Ihr Material, häufig Natursteine, bezieht GBN via Großhändler aus der ganzen Welt, aus Polen, Portugal, Indien oder China. Jetzt können wir Granitmaterial günstiger einkaufen als vor drei Jahren, beschreibt Helmut Ostermann den Effekt der gefallenen Transportkosten. Zwischendurch bleibe Zeit für kleinere private Aufträge, angefangen von Pflasterarbeiten an einer Terrasse bis hin zum Teichbau im Garten. In diesem privaten Bereich spiele sich auch im Wesentlichen der Natursteinhandel der Firma ab. Deutsche Steine verbauen die gut 40 Mitarbeiter selten. Die meisten Brüche sind zu, so Helmut Ostermann. Der Anteil der Steine aus Deutschland liege vielleicht bei fünf Prozent in ihrer Firma, schätzt Andrea Ostermann.
Im Büro von Helmut Ostermann hängt ein großes Bild eines ihrer wichtigsten Referenzprojekte, dem Theatervorplatz in Nordhausen. Gleich darunter steht ein Foto von einer Preisverleihung: Im vergangenen Jahr hat Olaf Scholz, Bundesarbeits- und Sozialminister, Granitbau als Unternehmen mit Weitblick ausgezeichnet. Im Rahmen der Beschäftigungsinitiative Perspektive 50 plus würdigt das Bundesministerium damit Firmen, die in ihrer Personalpolitik bewusst auf ältere Arbeitsnehmer bauen.
Die andere wichtige Säule ist der Nachwuchs. Fünf Lehrlinge arbeiten derzeit bei GBN, acht Azubis sind es beim Bauunternehmen Henning. Schwierig sei es oft, gute Auszubildende zu finden, meinen beide Firmen. Für das kommende Lehrjahr hat Henning in Urbach deshalb auch noch Lehrstellen frei.
Autor: nnzSeit Februar – befristet bis Ende 2010 – darf die öffentliche Hand nunmehr bis zu einem Auftragsvolumen von einer Million Euro beschränkt ausschreiben. Bis zu 100.000 Euro darf freihändig im Wettbewerb vergeben werden, das heißt eine Kommune muss zwei bis drei Angebote vergleichen. Ziel ist es, die Aufträge in der Region zu halten. Dass dies der richtige Ansatz ist, fanden Doris und Frank König vom Bauunternehmen Henning für Hoch- und Tiefbau, der ersten Station des Landrates. Beim Gang durch das Firmengebäude in Urbach zeigte Doris König die vielen Fotos Geschäfts- und Wohngebäuden, Straßen und Plätzen, die das Familienunternehmen schon im Landkreis gebaut hat.
Wir haben viele öffentliche Aufträge, weil die privaten nachgelassen haben, gerade im Industriebau, sagte Geschäftsführerin Doris König. Still sei es geworden um manche angedachte Projekte. Noch sind die Auftragsbücher gut bestückt, besonders im Tiefbau. In ihrer Branche könne man eh nur drei Monate im Voraus planen – mit oder ohne Krise, so Doris König. Aber für viele Aufträge reisen die 120 Mitarbeiter von Henning weiter, bis nach Gera, Halle oder Recklinghausen. Wir bemühen uns immer hier um Arbeit, wir wollen in der Region bleiben, sagte Doris König. Eine regional begrenzte Auftragsvergabe könne dabei helfen.
Ähnlich sehen das Andrea und Helmut Ostermann von Granitbau in Nordhausen, kurz GBN. Auch für ihre Firma, die viel im Straßen- und Kanalbau in der Gestaltung von Außenanlagen, im Brunnen- und Teichbau aktiv ist, ist die öffentliche Hand ein wichtiger Auftraggeber. Doch der nächste Großauftrag steht auch hier nicht im Landkreis, sondern in Arnstadt an. Bis Ende des Jahres sind wir noch mit größeren Aufträgen beschäftigt, berichtete Andrea Ostermann heute Landrat Claus. Noch sei die Krise kaum zu spüren. Die derzeitige Konjunkturflaute bringe sogar Vorteile. Die Containerpreise sind stark gesunken, sagte Geschäftsführer Helmut Ostermann.
Ihr Material, häufig Natursteine, bezieht GBN via Großhändler aus der ganzen Welt, aus Polen, Portugal, Indien oder China. Jetzt können wir Granitmaterial günstiger einkaufen als vor drei Jahren, beschreibt Helmut Ostermann den Effekt der gefallenen Transportkosten. Zwischendurch bleibe Zeit für kleinere private Aufträge, angefangen von Pflasterarbeiten an einer Terrasse bis hin zum Teichbau im Garten. In diesem privaten Bereich spiele sich auch im Wesentlichen der Natursteinhandel der Firma ab. Deutsche Steine verbauen die gut 40 Mitarbeiter selten. Die meisten Brüche sind zu, so Helmut Ostermann. Der Anteil der Steine aus Deutschland liege vielleicht bei fünf Prozent in ihrer Firma, schätzt Andrea Ostermann.
Im Büro von Helmut Ostermann hängt ein großes Bild eines ihrer wichtigsten Referenzprojekte, dem Theatervorplatz in Nordhausen. Gleich darunter steht ein Foto von einer Preisverleihung: Im vergangenen Jahr hat Olaf Scholz, Bundesarbeits- und Sozialminister, Granitbau als Unternehmen mit Weitblick ausgezeichnet. Im Rahmen der Beschäftigungsinitiative Perspektive 50 plus würdigt das Bundesministerium damit Firmen, die in ihrer Personalpolitik bewusst auf ältere Arbeitsnehmer bauen.
Die andere wichtige Säule ist der Nachwuchs. Fünf Lehrlinge arbeiten derzeit bei GBN, acht Azubis sind es beim Bauunternehmen Henning. Schwierig sei es oft, gute Auszubildende zu finden, meinen beide Firmen. Für das kommende Lehrjahr hat Henning in Urbach deshalb auch noch Lehrstellen frei.



