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Mo, 18:49 Uhr
25.05.2009

nnz-Forum: Martin Luther und die Wahlen

Mit Wahlplakaten, Wahlversprechen und dem Gewissen der Gewählten beschäftigt sich ein Leser der nnz im Forum...


Nun hängen wieder all’ jene in Nordhausen an Laternenmasten, ich meine natürlich ihre auf Pappe gezogenen Konterfeis, die am 7.06.2009 gewählt werden wollen. Da wird wie immer allen alles versprochen. Unter anderen Soziale Gerechtigkeit und Sicherheit von SPDlern, die maßgeblich als Hebammen die Agenda 2010 zur Welt brachten.

Irgendwie erinnern mich diese Rituale an Martin Luther, als sich dieser am 31. Oktober 1517 gegen den Ablasshandel auflehnte und seine 95 Thesen am Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug. Ist dieser, allen alles versprechende Wahlkampf nicht auch ein moderner Ablasshandel. „Wählt mich, und ihr seid dem inneren Frieden und dem Himmelreich auf Erden ein Stück näher.“

Da die dann Gewählten nicht dem Wähler, sind nur ihrem Gewissen gegenüber verantwortlich sind, entpuppen sich ihre Versprechungen schnell als leere Worthülsen, wie der Erwerb der Ablassbriefe nichts am Leben der getäuschten Käufer änderte.

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! Sein sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück. (H.Heine)

In diesem Sinne ein fröhliches Wählen.
Jürgen Nagel
Autor: nnz

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