Fr, 13:03 Uhr
06.09.2002
Die Demontage des Arbeitsplatzes
Nordhausen (nnz). Morgen jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem das Ende des Nordhäuser Reemtsma-Standortes eingeläutet wurde. nnz hat sich heute mit dem Betriebsratschef Harald Meßner unterhalten.
Es war der 7. September des vergangenen Jahres. In der Konzernzentrale in Hamburg wurde das Aus des Nordhäuser Standortes beschlossen. Das Ende einer über 100jährigen Tradition wurde besiegelt. Begründet wurde es mit wirtschaftlichen Erwägungen, mit Zahlen, Bilanzen und neuen strategischen Ausrichtungen, in denen Nordhausen keine Rolle mehr spielte. Mit einem Strich wurden die Arbeitsplätze von fast 250 Frauen und Männer wegradiert.
Alle Versuche des Betriebsrates, der kommunalen und Landespolitik schlugen fehl. Die Bosse in Hamburg blieben bei ihrer Entscheidung. Die Hoffnung nach einem neuen Eigentümer des Standortes in der Rolandstadt zerschlugen sich. Was blieb, das war zwar ein sozialer Sozialplan, das war aber auch das Warten auf das Ende.
In den letzten Tagen dieses Monats wird es soweit sein. Die Produktion, jetzt noch rund ein Sechstel der vor einem Jahr, wird gänzlich eingestellt. Von den noch rund 70 Kollegen wird eine Handvoll die letzten Anlagen demontieren. Ein Großteil der Technik ist bereits in Hannover. 75 Frauen und Männer folgten ihr an den niedersächsischen Standort. Die Mehrzahl blieb hier in Nordhausen, einige kamen aus Langenhagen inzwischen wieder zurück.
Jeden Tag, den meine Kollegen seit einem Jahr durch das große Werktor an der Straße der Genossenschaften gegangen sind, hatten sie die Hoffung, dass sich ein neuer Eigentümer finden würde. Manche wollen es bis heute nicht wahrhaben, dass Ende dieses Monats die letzte Zigarette in Nordhausen hergestellt wird, beschreibt Meßner die derzeitige Situation. Manche hofften auch, dass sich neue Arbeit in den jetzt fast leeren Hallen finden lässt. Die Realität ist eine andere: Der Standort wird nicht mehr gebraucht. Er ist Geschichte geworden wie die IFA.
Der Sozialplan wird durchgezogen, der Betriebsrat hatte bislang nichts einzuwenden. Und so werden sich einige Kollegen wohl erst zum Ende dieses Jahres, andere im nächsten Jahr im Nordhäuser Arbeitsamt melden.
Autor: nnzEs war der 7. September des vergangenen Jahres. In der Konzernzentrale in Hamburg wurde das Aus des Nordhäuser Standortes beschlossen. Das Ende einer über 100jährigen Tradition wurde besiegelt. Begründet wurde es mit wirtschaftlichen Erwägungen, mit Zahlen, Bilanzen und neuen strategischen Ausrichtungen, in denen Nordhausen keine Rolle mehr spielte. Mit einem Strich wurden die Arbeitsplätze von fast 250 Frauen und Männer wegradiert.
Alle Versuche des Betriebsrates, der kommunalen und Landespolitik schlugen fehl. Die Bosse in Hamburg blieben bei ihrer Entscheidung. Die Hoffnung nach einem neuen Eigentümer des Standortes in der Rolandstadt zerschlugen sich. Was blieb, das war zwar ein sozialer Sozialplan, das war aber auch das Warten auf das Ende.
In den letzten Tagen dieses Monats wird es soweit sein. Die Produktion, jetzt noch rund ein Sechstel der vor einem Jahr, wird gänzlich eingestellt. Von den noch rund 70 Kollegen wird eine Handvoll die letzten Anlagen demontieren. Ein Großteil der Technik ist bereits in Hannover. 75 Frauen und Männer folgten ihr an den niedersächsischen Standort. Die Mehrzahl blieb hier in Nordhausen, einige kamen aus Langenhagen inzwischen wieder zurück.
Jeden Tag, den meine Kollegen seit einem Jahr durch das große Werktor an der Straße der Genossenschaften gegangen sind, hatten sie die Hoffung, dass sich ein neuer Eigentümer finden würde. Manche wollen es bis heute nicht wahrhaben, dass Ende dieses Monats die letzte Zigarette in Nordhausen hergestellt wird, beschreibt Meßner die derzeitige Situation. Manche hofften auch, dass sich neue Arbeit in den jetzt fast leeren Hallen finden lässt. Die Realität ist eine andere: Der Standort wird nicht mehr gebraucht. Er ist Geschichte geworden wie die IFA.
Der Sozialplan wird durchgezogen, der Betriebsrat hatte bislang nichts einzuwenden. Und so werden sich einige Kollegen wohl erst zum Ende dieses Jahres, andere im nächsten Jahr im Nordhäuser Arbeitsamt melden.

