So, 10:00 Uhr
01.09.2002
nnz-Rückspiegel: 1. September 2001
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Interview mit Jörg Weißhaupt und Rudolf Mund
Leistungsträger müssen anführen
Heute müssen die Jungs der 1. Männermannschaft von Wacker Nordhausen vor heimischer Kulisse gegen Pößneck spielen. Wiedergutmachung für die Blamage gegen Jenaer Glas ist angesagt und wird von den treuen Fans auch erwartet. nnz-Mitarbeiter unterhielt sich mit dem sportlichen Leiter des Vereins, Jörg Weißhaupt.
nnz: Jörg, worin siehst Du die Schwerpunkte Deiner Arbeit als sportlicher Leiter bei Wacker 90?
Jörg Weißhaupt: Ich bin verantwortlich für Organisation des gesamten sportlichen Bereiches, von den F-Junioren bis zur 1. Mannschaft. Im Nachwuchs arbeitet ich eng mit Dirk Fuhrmann, der als Nachwuchsleiter eingesetzt ist, zusammen. Wir werden uns verstärkt der Talentsuche an den Schulen widmen. Wir brauchen einen guten Nachwuchs, schließlich müssen aus diesem Bereich die zukünftigen Spieler für die 1. Mannschaft kommen. Andere Möglichkeiten gibt es für uns in absehbarer Zeit nicht. Des weiteren gilt es, den Verbleib in der Landesliga zu schaffen. Und da, das haben die Zuschauer bei den letzten Spielen gesehen, gibt es noch sehr viel zu tun.
nnz: Diese Zielstellung zu Erreichen wird sicher sehr schwer werden, oder?
Jörg Weißhaupt: Wacker 90 Nordhausen hat in den zurückliegenden Jahren viel von seinem Image verloren. Das bekommen wir jetzt sehr deutlich zu spüren. Viele Sponsoren sind abgesprungen, das schlägt sich natürlich im wirtschaftlichen Bereich und nicht zuletzt auch auf den sportlichen nieder. Erfahrene Spieler können wir nicht holen, weil eben die finanzielle Basis und auch Arbeitsplätze fehlen. Das sind alles Probleme, mit denen wir uns hier auseinandersetzen müssen, die der Zuschauer auf den Rängen nicht sieht.
nnz: Wie stehen die Chancen, die Klasse zu halten?
Jörg Weißhaupt: Wie schwer das für die 1. Mannschaft wird, hat bereits das erste Spiel gezeigt. Wir können nur Klassenerhalt schaffen, wenn jeder Spieler voll seine Leistung bringt. Dabei lastet eine große Verantwortung auf den gestandenen Spielern. Sie müssen die jüngeren Leute führen, natürlich unter der Voraussetzung, dass sie erst einmal mit gutem Beispiel vorneweg gehen. Aber das war leider bei einigen in dem Pokalspiel gegen Treffurt und im ersten Punktspiel gegen Jena nicht der Fall. Es hat mich schon enttäuscht, dass manche nicht das gebracht haben, was man von ihnen einfach erwarten kann und muss. Von den Jüngeren kann ich noch nicht so viel verlangen, dass sind teilweise Spieler, die wir für die 2. Mannschaft geholt haben und die jetzt in der Landesliga schon Farbe bekennen müssen.
nnz: Gibt es eine Erklärung für die desolaten Leistungen im ersten Spiel?
Jörg Weißhaupt: Die gesamte Mannschaft hat unter ihrem Leistungsniveau gespielt. Es fehlte einfach an den einfachsten Dingen, von der Führungsrolle der gestandenen Spieler einmal ganz abgesehen. Das mag einerseits an der Nervosität gelegen haben, vielleicht wurde auch der Gegner unterschätzt. Auf alle fälle darf sich das nicht wiederholen, sonst bekommen wir große Schwierigkeiten, unsere Zielstellung zu erreichen. Da appelliere ich ganz dringend an die gestandenen Spieler. Die jungen Leute müssen sich erst einmal an das Niveau der Landesliga gewöhnen, denen muss man einfach Fehler zugestehen. Aber ich bin froh, dass diese jungen, ehrgeizigen Spieler zu uns gekommen sind.
nnz: Welchen Eindruck machen die beiden Neuzugänge Kulbacki und Sugareishvilli?
Jörg Weißhaupt: Kulbacki habe ich schon mehrfach beobachten können. Er hat fußballerisch sehr gute Ansätze. Der 18jährige Georgier Sugareishvilli ist technisch sehr versiert. Man darf natürlich von beiden keine Wunderdinge verlangen, aber ich bin davon überzeugt, dass sie für unsere Mannschaft im offensiven Mittelfeld eine echte Verstärkung darstellen.
nnz: Mit welchen Erwartungen geht ihr am Wochenende in das Spiel gegen Pößneck?
Jörg Weißhaupt: Pößneck ist eine gestandene Landesliga-Mannschaft, die in den letzten Jahren fast immer Zweiterden zweiten Tabellenplatz belegt haben. Die Elf wird auch in diesem Jahr wieder Anlauf nehmen. um den Aufstieg zu schaffen. Es wird für uns ein ganzes schweres Spiel, aber ich bin davon überzeugt, wenn jeder - vom ersten bis zum letzten Spieler - das bringt, wozu er in der Lage ist, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen werden.
nnz: Herr Weißhaupt, wir bedanken uns für dieses Gespräch.
Auf die Euro-Einführung vorbereiten
Er steht unmittelbar vor unser aller Tür und Geldbeutel: Der Euro! nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg sprach über die Vorbereitung der Euro-Einführung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Nordhäuser Kreissparkasse, Rudolf Mund.
nnz: Herr Mund, bis zur Einführung des Euro sind es nur noch wenige Monate. Ist die Kreisparkasse gerüstet?
Rudolf Mund: Die Frage kann man mit eine klaren Ja beantworten. Seit über zwei Jahren beschäftigt eich eine Projektgruppe in unserer Sparkasse mit den Vorbereitungen auf die Euro-Einführung. Alle Maßnahmen sind abgestimmt und im Zeitplan. Wir sind gut gerüstet und denken, dass wir die Euro-Einführung problemlos bewältigen. Schließlich haben wir genügend Erfahrung aus der DM-Einführung. Besonders wichtig ist allerdings auch das sich sowohl Bürger als auch Unternehmen auf den Euro vorbereiten. Zum Beispiel sollten Spardosen, Kaffeekassen u.ä. frühzeitig auf Konten eingezahlt werden. Auf diese Weise können gegebenenfalls auftretende Wartezeiten um den Jahreswechsel umgangen werden. Außerdem bringen diese Gelder Zinsen. Ein wichtiges Datum ist der 28. Februar 2002. Zu diesem Zeitpunkt endet die Doppelwährungsphase, nach diesem Termin kann nur noch mit Euro gezahlt werden. Restbestände von ausländischen Währungen sollten ebenfalls kurzfristig umgetauscht werden. Alle Unternehmen sollten inzwischen ihre Vorbereitungen auf die Euro-Einführung abgeschlossen haben. Ganz besonders wichtig ist die Ermittlung des Euroausstattungsbedarfs. Die Münzausstattung in den ersten Tagen ist besonders zu berücksichtigen. Wir empfehlen insbesondere in der Übergangsphase die bargeldlose Zahlung mit der EC- oder Geldkarte.
nnz: Gibt die Wechselkursentwicklung, z.B. gegenüber dem Dollar, Anlass an der Stabilität des Euro zu zweifeln?
Rudolf Mund: Das wichtigste was eine Währung braucht ist Vertrauen. Es ist die Aufgabe der Europäischen Zentralbank eine vernünftige und verlässliche Politik zu betreiben, um weltweites Vertrauen in die junge Währung zu schaffen und damit die Stabilität des Euro zu sichern. Die Vereinbarungen im Stabilitätspakt sind mit diesem Ziel getroffen worden und sollten bei konsequenter Beachtung zu einer Beruhigung der Kursentwicklung führen. Die Wechselkursentwicklung der vergangenen Monate darf nicht überbewertet werden. Zahlreiche Sonderfaktoren im Vorfeld der Euro-Einführung wirken sich belastend auf die Kursentwicklung aus. Ich bin überzeugt, dass nach dem 31. 12.2001 eine deutliche Entspannung eintritt.
nnz: Der Übergang von der D-Mark auf die Gemeinschaftswährung ist nicht kostenlos zu haben. Wer muss das alles letzten Endes bezahlen?
Rudolf Mund: Die wesentliche Arbeit und damit auch einen Großteil der Kosten für die Euro-Einführung übernehmen der Handel sowie die Banken und Sparkassen. Denken Sie nur an die doppelte Preisauszeichnung, die Umstellung der Kassensysteme oder der Geldautomaten oder die zusätzlichen Transport- und Sicherheitskosten. Ganz zu schweigen von der Zweiwährungsphase in den ersten beiden Monaten des Jahres 2002. Für die Kunden der Sparkasse erfolgt die Umstellung aller Konten auf den Euro automatisch zum Jahreswechsel und in jedem Fall gebührenfrei. Auch für den Bargeldumtausch unserer Kunden stellen wir keine Gebühren in Rechnung. Insgesamt empfehlen wir den Bürgern in den nächsten Monaten sehr aufmerksam die Preise zu vergleichen. Lediglich durch die Umrechnung von DM auf Euro entsteht kein Nachteil. Bei der Festsetzung der Europreise kann es zu Auf- oder Abrundungen kommen, hinter denen sich auch Preiserhöhungen verbergen können. Auch gegebenenfalls veränderte Verpackungseinheiten muss geachtet werden.
nnz: Wird sich durch die Einführung der Gemeinschaftswährung die Kaufkraft ändern?
Rudolf Mund: Nein, denn durch die reine Umrechnung mit dem Faktor 1,95583 bei Einnahmen und Ausgaben ändert sich die Kaufkraft nicht. Käme es allerdings zu Preiserhöhungen im Rahmen der Umstellung hätte das natürlich Auswirkungen.
nnz: Was wird aus den Sparkonten, Sparbriefen, Lebensversicherungen, festverzinslichen Wertpapieren und Aktien der Bürger?
Rudolf Mund: Grundsätzlich gilt hier, dass eine centgenaue Umrechnung erfolgt. Zinssätze, Vertragslaufzeiten und sonstige Bedingungen gelten unverändert fort. Bei Lebensversicherungen sollte man überprüfen, ob eine Glättung der Versicherungssumme ratsam ist. Hierzu empfehle ich ein Gespräch mit dem Spezialisten. Aktien und Wertpapiere werden bereits in Euro gehandelt, hier ändert sich also nichts. Überlegen sollten sich die Bürger, ob sie Daueraufträge auf Sparverträge oder Lastschrifteinzüge zugunsten von Bausparverträgen oder Investmentfonds nicht bereits auf glatte Eurobeträge umstellen.
nnz: Was ändert sich für die Häuslebauer und Mieter mit der Einführung des Euro?
Rudolf Mund: Kredite werden ebenso wie alle anderen Konten mit dem Umrechnungsfaktor umgerechnet, aus 200000 DM Schulden werden dann 102258,37 Euro. Genauso verhält es sich mit den Kreditraten oder Mieten, z.B. werden aus 800 Mark monatlich 409,03 Euro. Zinssätze uns sonstige Vereinbarungen bleiben unberührt.
nnz: Eine letzte Frage: Ab wann muss die Steuererklärung in Euro abgegeben werden?
Rudolf Mund: Die Steuererklärung für das Jahr 2001, die wir im Jahr 2002 abgeben, wird noch in DM erstellt. Für das Jahr 2002, also die Steuererklärung, die 2003 abgegeben wird, gilt dann der Euro.
nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Autor: nnzInterview mit Jörg Weißhaupt und Rudolf Mund
Leistungsträger müssen anführen
Heute müssen die Jungs der 1. Männermannschaft von Wacker Nordhausen vor heimischer Kulisse gegen Pößneck spielen. Wiedergutmachung für die Blamage gegen Jenaer Glas ist angesagt und wird von den treuen Fans auch erwartet. nnz-Mitarbeiter unterhielt sich mit dem sportlichen Leiter des Vereins, Jörg Weißhaupt.
nnz: Jörg, worin siehst Du die Schwerpunkte Deiner Arbeit als sportlicher Leiter bei Wacker 90?
Jörg Weißhaupt: Ich bin verantwortlich für Organisation des gesamten sportlichen Bereiches, von den F-Junioren bis zur 1. Mannschaft. Im Nachwuchs arbeitet ich eng mit Dirk Fuhrmann, der als Nachwuchsleiter eingesetzt ist, zusammen. Wir werden uns verstärkt der Talentsuche an den Schulen widmen. Wir brauchen einen guten Nachwuchs, schließlich müssen aus diesem Bereich die zukünftigen Spieler für die 1. Mannschaft kommen. Andere Möglichkeiten gibt es für uns in absehbarer Zeit nicht. Des weiteren gilt es, den Verbleib in der Landesliga zu schaffen. Und da, das haben die Zuschauer bei den letzten Spielen gesehen, gibt es noch sehr viel zu tun.
nnz: Diese Zielstellung zu Erreichen wird sicher sehr schwer werden, oder?
Jörg Weißhaupt: Wacker 90 Nordhausen hat in den zurückliegenden Jahren viel von seinem Image verloren. Das bekommen wir jetzt sehr deutlich zu spüren. Viele Sponsoren sind abgesprungen, das schlägt sich natürlich im wirtschaftlichen Bereich und nicht zuletzt auch auf den sportlichen nieder. Erfahrene Spieler können wir nicht holen, weil eben die finanzielle Basis und auch Arbeitsplätze fehlen. Das sind alles Probleme, mit denen wir uns hier auseinandersetzen müssen, die der Zuschauer auf den Rängen nicht sieht.
nnz: Wie stehen die Chancen, die Klasse zu halten?
Jörg Weißhaupt: Wie schwer das für die 1. Mannschaft wird, hat bereits das erste Spiel gezeigt. Wir können nur Klassenerhalt schaffen, wenn jeder Spieler voll seine Leistung bringt. Dabei lastet eine große Verantwortung auf den gestandenen Spielern. Sie müssen die jüngeren Leute führen, natürlich unter der Voraussetzung, dass sie erst einmal mit gutem Beispiel vorneweg gehen. Aber das war leider bei einigen in dem Pokalspiel gegen Treffurt und im ersten Punktspiel gegen Jena nicht der Fall. Es hat mich schon enttäuscht, dass manche nicht das gebracht haben, was man von ihnen einfach erwarten kann und muss. Von den Jüngeren kann ich noch nicht so viel verlangen, dass sind teilweise Spieler, die wir für die 2. Mannschaft geholt haben und die jetzt in der Landesliga schon Farbe bekennen müssen.
nnz: Gibt es eine Erklärung für die desolaten Leistungen im ersten Spiel?
Jörg Weißhaupt: Die gesamte Mannschaft hat unter ihrem Leistungsniveau gespielt. Es fehlte einfach an den einfachsten Dingen, von der Führungsrolle der gestandenen Spieler einmal ganz abgesehen. Das mag einerseits an der Nervosität gelegen haben, vielleicht wurde auch der Gegner unterschätzt. Auf alle fälle darf sich das nicht wiederholen, sonst bekommen wir große Schwierigkeiten, unsere Zielstellung zu erreichen. Da appelliere ich ganz dringend an die gestandenen Spieler. Die jungen Leute müssen sich erst einmal an das Niveau der Landesliga gewöhnen, denen muss man einfach Fehler zugestehen. Aber ich bin froh, dass diese jungen, ehrgeizigen Spieler zu uns gekommen sind.
nnz: Welchen Eindruck machen die beiden Neuzugänge Kulbacki und Sugareishvilli?
Jörg Weißhaupt: Kulbacki habe ich schon mehrfach beobachten können. Er hat fußballerisch sehr gute Ansätze. Der 18jährige Georgier Sugareishvilli ist technisch sehr versiert. Man darf natürlich von beiden keine Wunderdinge verlangen, aber ich bin davon überzeugt, dass sie für unsere Mannschaft im offensiven Mittelfeld eine echte Verstärkung darstellen.
nnz: Mit welchen Erwartungen geht ihr am Wochenende in das Spiel gegen Pößneck?
Jörg Weißhaupt: Pößneck ist eine gestandene Landesliga-Mannschaft, die in den letzten Jahren fast immer Zweiterden zweiten Tabellenplatz belegt haben. Die Elf wird auch in diesem Jahr wieder Anlauf nehmen. um den Aufstieg zu schaffen. Es wird für uns ein ganzes schweres Spiel, aber ich bin davon überzeugt, wenn jeder - vom ersten bis zum letzten Spieler - das bringt, wozu er in der Lage ist, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen werden.
nnz: Herr Weißhaupt, wir bedanken uns für dieses Gespräch.
Auf die Euro-Einführung vorbereiten
Er steht unmittelbar vor unser aller Tür und Geldbeutel: Der Euro! nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg sprach über die Vorbereitung der Euro-Einführung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Nordhäuser Kreissparkasse, Rudolf Mund.
nnz: Herr Mund, bis zur Einführung des Euro sind es nur noch wenige Monate. Ist die Kreisparkasse gerüstet?
Rudolf Mund: Die Frage kann man mit eine klaren Ja beantworten. Seit über zwei Jahren beschäftigt eich eine Projektgruppe in unserer Sparkasse mit den Vorbereitungen auf die Euro-Einführung. Alle Maßnahmen sind abgestimmt und im Zeitplan. Wir sind gut gerüstet und denken, dass wir die Euro-Einführung problemlos bewältigen. Schließlich haben wir genügend Erfahrung aus der DM-Einführung. Besonders wichtig ist allerdings auch das sich sowohl Bürger als auch Unternehmen auf den Euro vorbereiten. Zum Beispiel sollten Spardosen, Kaffeekassen u.ä. frühzeitig auf Konten eingezahlt werden. Auf diese Weise können gegebenenfalls auftretende Wartezeiten um den Jahreswechsel umgangen werden. Außerdem bringen diese Gelder Zinsen. Ein wichtiges Datum ist der 28. Februar 2002. Zu diesem Zeitpunkt endet die Doppelwährungsphase, nach diesem Termin kann nur noch mit Euro gezahlt werden. Restbestände von ausländischen Währungen sollten ebenfalls kurzfristig umgetauscht werden. Alle Unternehmen sollten inzwischen ihre Vorbereitungen auf die Euro-Einführung abgeschlossen haben. Ganz besonders wichtig ist die Ermittlung des Euroausstattungsbedarfs. Die Münzausstattung in den ersten Tagen ist besonders zu berücksichtigen. Wir empfehlen insbesondere in der Übergangsphase die bargeldlose Zahlung mit der EC- oder Geldkarte.
nnz: Gibt die Wechselkursentwicklung, z.B. gegenüber dem Dollar, Anlass an der Stabilität des Euro zu zweifeln?
Rudolf Mund: Das wichtigste was eine Währung braucht ist Vertrauen. Es ist die Aufgabe der Europäischen Zentralbank eine vernünftige und verlässliche Politik zu betreiben, um weltweites Vertrauen in die junge Währung zu schaffen und damit die Stabilität des Euro zu sichern. Die Vereinbarungen im Stabilitätspakt sind mit diesem Ziel getroffen worden und sollten bei konsequenter Beachtung zu einer Beruhigung der Kursentwicklung führen. Die Wechselkursentwicklung der vergangenen Monate darf nicht überbewertet werden. Zahlreiche Sonderfaktoren im Vorfeld der Euro-Einführung wirken sich belastend auf die Kursentwicklung aus. Ich bin überzeugt, dass nach dem 31. 12.2001 eine deutliche Entspannung eintritt.
nnz: Der Übergang von der D-Mark auf die Gemeinschaftswährung ist nicht kostenlos zu haben. Wer muss das alles letzten Endes bezahlen?
Rudolf Mund: Die wesentliche Arbeit und damit auch einen Großteil der Kosten für die Euro-Einführung übernehmen der Handel sowie die Banken und Sparkassen. Denken Sie nur an die doppelte Preisauszeichnung, die Umstellung der Kassensysteme oder der Geldautomaten oder die zusätzlichen Transport- und Sicherheitskosten. Ganz zu schweigen von der Zweiwährungsphase in den ersten beiden Monaten des Jahres 2002. Für die Kunden der Sparkasse erfolgt die Umstellung aller Konten auf den Euro automatisch zum Jahreswechsel und in jedem Fall gebührenfrei. Auch für den Bargeldumtausch unserer Kunden stellen wir keine Gebühren in Rechnung. Insgesamt empfehlen wir den Bürgern in den nächsten Monaten sehr aufmerksam die Preise zu vergleichen. Lediglich durch die Umrechnung von DM auf Euro entsteht kein Nachteil. Bei der Festsetzung der Europreise kann es zu Auf- oder Abrundungen kommen, hinter denen sich auch Preiserhöhungen verbergen können. Auch gegebenenfalls veränderte Verpackungseinheiten muss geachtet werden.
nnz: Wird sich durch die Einführung der Gemeinschaftswährung die Kaufkraft ändern?
Rudolf Mund: Nein, denn durch die reine Umrechnung mit dem Faktor 1,95583 bei Einnahmen und Ausgaben ändert sich die Kaufkraft nicht. Käme es allerdings zu Preiserhöhungen im Rahmen der Umstellung hätte das natürlich Auswirkungen.
nnz: Was wird aus den Sparkonten, Sparbriefen, Lebensversicherungen, festverzinslichen Wertpapieren und Aktien der Bürger?
Rudolf Mund: Grundsätzlich gilt hier, dass eine centgenaue Umrechnung erfolgt. Zinssätze, Vertragslaufzeiten und sonstige Bedingungen gelten unverändert fort. Bei Lebensversicherungen sollte man überprüfen, ob eine Glättung der Versicherungssumme ratsam ist. Hierzu empfehle ich ein Gespräch mit dem Spezialisten. Aktien und Wertpapiere werden bereits in Euro gehandelt, hier ändert sich also nichts. Überlegen sollten sich die Bürger, ob sie Daueraufträge auf Sparverträge oder Lastschrifteinzüge zugunsten von Bausparverträgen oder Investmentfonds nicht bereits auf glatte Eurobeträge umstellen.
nnz: Was ändert sich für die Häuslebauer und Mieter mit der Einführung des Euro?
Rudolf Mund: Kredite werden ebenso wie alle anderen Konten mit dem Umrechnungsfaktor umgerechnet, aus 200000 DM Schulden werden dann 102258,37 Euro. Genauso verhält es sich mit den Kreditraten oder Mieten, z.B. werden aus 800 Mark monatlich 409,03 Euro. Zinssätze uns sonstige Vereinbarungen bleiben unberührt.
nnz: Eine letzte Frage: Ab wann muss die Steuererklärung in Euro abgegeben werden?
Rudolf Mund: Die Steuererklärung für das Jahr 2001, die wir im Jahr 2002 abgeben, wird noch in DM erstellt. Für das Jahr 2002, also die Steuererklärung, die 2003 abgegeben wird, gilt dann der Euro.
nnz: Vielen Dank für das Gespräch.

