So, 17:30 Uhr
10.12.2000
Betrachtet: Die Macht und Kraft brennender Kerzen
Nordhausen (nnz). Zwei stürmische Nordhäuser Wochen liegen hinter uns. Zwei Wochenenden, die Nordhausen mehr als sonst in den Mittelpunkt des überregionalen Geschehens rückten. Zwei Demos, die im Vorfeld derart polarisierten, wie man es den kommunalen Parteistrategen niemals zugemutet hatte. Da wurde vor allem in Nordhausen ein Spiel gespielt, bei dem die Fairness glatt auf der Strecke blieb und wo bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachgetreten wurde.
Und doch hat vor allem das zurückliegende Wochenende - trotz oder vielleicht auch wegen des braunen Mobs - etwas Gutes an sich gehabt. Den Springerstiefeln wurde ein Nordhausen entgegen gehalten, dass sich klar von Rechts distanzierte - nicht nur zweier überdimensionierte Plakate wegen. Auf den blankpolierten Glatzen spiegelte sich der Schein hunderter Kerzen. Kerzen, gehalten von Nordhäusern. Und da war es plötzlich egal, welches Parteibuch der Träger der Kerze in seiner Tasche hat. Da standen PDS-, CDU- und SPD-Mitglieder und vor allem Parteilose dicht aneinander. Sie alle zeigten Courage, zeigten, dass die braune Gewalt in Nordhausen keinen Nährboden finden wird.
Möge diese Gemeinsamkeit mit dem Auspusten der Kerzen am Samstagabend kein Ende finden. Der Appell geht nach diesen stürmischen zwei Wochen an die, die einst von uns allen gewählt wurden. Kehrt zurück zur eigentlichen Aufgabe, die Geschicke des Landkreises und der Stadt Nordhausen endlich wieder in vernünftige Bahnen zu lenken. Kleinkarierter Streit sollte ein Ende finden, sachliche Diskussionen sollten die persönlichen Angriffe ablösen. Ein Agitationsstil wie der in den letzten 14 Tagen, der gehört vielleicht in den Landtag oder Bundestag.
Und letztlich, liebe Politiker, denkt daran: Wo sich demokratische Parteien gegeneinander aufreiben, da hat der Extremismus - ob der des braunen Mobs oder von Autonomen - ein wirklich leichtes Spiel. Er hat es schwer und hoffentlich nie eine Chance, wenn - trotz unterschiedlicher Standpunkte in Sachfragen - in den wichtigen Dingen dieser Gesellschaft Einigkeit herrscht. Die vielen Kerzen am Samstagabend haben den "Mief einer tausendjährigen Stadt" endgültig hinweggefegt. Und wenn es notwendig ist, dann holen wir alle gemeinsam die Kerzen wieder raus, zünden sie an und zeigen damit: Menschenverachtung und Fremdenhaß haben in Nordhausen nicht den Hauch einer Chance!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzUnd doch hat vor allem das zurückliegende Wochenende - trotz oder vielleicht auch wegen des braunen Mobs - etwas Gutes an sich gehabt. Den Springerstiefeln wurde ein Nordhausen entgegen gehalten, dass sich klar von Rechts distanzierte - nicht nur zweier überdimensionierte Plakate wegen. Auf den blankpolierten Glatzen spiegelte sich der Schein hunderter Kerzen. Kerzen, gehalten von Nordhäusern. Und da war es plötzlich egal, welches Parteibuch der Träger der Kerze in seiner Tasche hat. Da standen PDS-, CDU- und SPD-Mitglieder und vor allem Parteilose dicht aneinander. Sie alle zeigten Courage, zeigten, dass die braune Gewalt in Nordhausen keinen Nährboden finden wird.
Möge diese Gemeinsamkeit mit dem Auspusten der Kerzen am Samstagabend kein Ende finden. Der Appell geht nach diesen stürmischen zwei Wochen an die, die einst von uns allen gewählt wurden. Kehrt zurück zur eigentlichen Aufgabe, die Geschicke des Landkreises und der Stadt Nordhausen endlich wieder in vernünftige Bahnen zu lenken. Kleinkarierter Streit sollte ein Ende finden, sachliche Diskussionen sollten die persönlichen Angriffe ablösen. Ein Agitationsstil wie der in den letzten 14 Tagen, der gehört vielleicht in den Landtag oder Bundestag.
Und letztlich, liebe Politiker, denkt daran: Wo sich demokratische Parteien gegeneinander aufreiben, da hat der Extremismus - ob der des braunen Mobs oder von Autonomen - ein wirklich leichtes Spiel. Er hat es schwer und hoffentlich nie eine Chance, wenn - trotz unterschiedlicher Standpunkte in Sachfragen - in den wichtigen Dingen dieser Gesellschaft Einigkeit herrscht. Die vielen Kerzen am Samstagabend haben den "Mief einer tausendjährigen Stadt" endgültig hinweggefegt. Und wenn es notwendig ist, dann holen wir alle gemeinsam die Kerzen wieder raus, zünden sie an und zeigen damit: Menschenverachtung und Fremdenhaß haben in Nordhausen nicht den Hauch einer Chance!
Peter-Stefan Greiner

