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Mi, 14:37 Uhr
08.04.2009

nnz-Wetterrückblick: Frühlingswinter im März

Der Monat März scheint das menschliche Gedächtnis sehr genau zu kennen: Erst treibt er unsere Laune mit tiefen Temperaturen, wenig Sonne, Schnee, Nebel und Regen in den Keller, so dass selbst die Meteorologen beginnen, sich über das Wetter zu beschweren. Und dann – verabschiedet er sich mit so strahlendem Frühlingswetter, dass es uns schwer fällt, ihn in schlechter Erinnerung zu behalten.


Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: Autorin) Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: Autorin) Nähern wir uns dem März-Wetter in Nordhausen ganz sachlich: Die Lufttemperatur betrug im Mittel 5,8°C. Acht Frosttage wurden registriert – übrigens 5 weniger als im März 2008. Die 20°-Marke wurde noch nicht erreicht. 17,5°C war der höchste registrierte Wert am 31. März. Der monatliche Tiefstwert wurde am 21. März in den frühen Morgenstunden gemessen: gerade einmal –2,7°C kalt war es. Genau wie im übrigen Deutschland war der Monat März auch in Nordhausen zu warm, selbst unter Berücksichtigung der städtischen Lage der Station auf dem Campus der FH.

Im langjährigen Mittel wurden in Nordhausen 3,5°C (1961-1990) bzw. 4,2°C (1971-2000) gemessen. Der globale Erwärmungstrend ist im Vergleich der aufeinanderfolgenden Dekadenmittel zu erkennen (+0,7°C). Es fällt wirklich schwer, zu glauben, dass der März tatsächlich zu warm war. Die Erinnerung sagt uns ganz klar: Das kann nicht stimmen. Woran liegt es nun, dass wir uns täuschen?

Nun, nicht nur die Temperatur bestimmt unser Wetter- und Wohlbefinden, sondern auch die Sonnenscheindauer, die Bewölkung und natürlich der Niederschlag. Wie sah es damit im ersten meteorologischen Frühlingsmonat aus? Kurz - eher bescheiden. 20% oder 16 Stunden Sonne gab es immerhin an den letzten beiden Märztagen, wie gesagt, der März möchte in guter Erinnerung bleiben. Die verbliebenen 60 Stunden verteilten sich damit auf 29 Tage im März.

Und an 13 dieser 29 Tage war die Sonne entweder gar nicht oder weniger als eine Stunde am Himmel über Nordhausen zu sehen. Das bestätigt also unseren ersten Eindruck – schlechtes Wetter im März. Auch der Blick auf die Niederschlagsverteilung zeigt, dass im März 2009 immerhin an 17 Tagen Niederschlag registriert wurde. Insgesamt fielen zwar nur knapp 39 Liter vom Himmel, etwas weniger als üblicherweise in Nordhausen.

Aber die Taupunkttemperatur, also die Temperatur, die zeigt, wann es zur Nebelbildung an der Erdoberfläche kommen kann, weicht an 10 Tagen kaum von der gemittelten Lufttemperatur ab. In der Folge hatten wir viele und vor allem tief hängende Wolken mit grauem Wetter über Nordhausen. Ein weiteres Zeichen für unseren Eindruck vom schlechten Märzwetter in 2009.

Verantwortlich für diesen Märzwinter sind eine ganze Reihe von Tiefdruckgebieten, die während des gesamten Monats März Luftmassen aus nord- und nordwestlicher Richtung nach Mitteleuropa brachten und uns feucht-kaltes Wetter bescherten. Gegen Ende des Monats konnte sich dann das bis dahin über dem östlichen Atlantik verharrende Hochdruckgebiet durchsetzen, verbunden mit einer deutlichen Wetterbesserung. Endlich!

Nicht nur meteorologisch, sondern auch astronomisch hatte der März einiges zu bieten. Der kalendarische Frühling begann in diesem Jahr am 20. März um 12:43 Uhr. Der Frühlingsanfang ist ja bekanntermaßen der Tag (genau wie der Herbstanfang), an dem die Sonne senkrecht über dem Äquator steht und alle Orte auf der Erdkugel die gleiche Sonnenscheindauer aufweisen. Äquinoktien nennt man diese Tage.

Und die Uhr wurde eine gute Woche nach Frühlingsbeginn eine Stunde vorgedreht. Als Großvater der Idee dieser Uhrumstellung gilt übrigens Benjamin Franklin, der im Jahr 1784 in einem Brief an eine Pariser Zeitschrift erstmals über die „Kosten des Lichts“ schrieb und den hohen Verbrauch an Kerzen kritisierte. In Deutschland wurde, nachdem der Brite William Willett im Jahr 1907 der britischen Regierung die Einführung einer Sommerzeit vorschlug, die Uhr im Jahr 1980 erstmals auf Sommerzeit umgestellt – sowohl in der damaligen BRD als auch in der DDR – um Berlin nicht zu entzweien.

Nun kommt der Frühling und mit ihm hoffentlich besseres Wetter. So wie es derzeit aussieht, scheint der Trend der letzten beiden Märztage eine Weile anzudauern. Schönes Frühlingswetter, das erste Eis im Eiscafe oder das erste Bier im Biergarten – viel Spaß dabei.
Autor: nnz

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