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Di, 16:15 Uhr
31.03.2009

Patenkinder für die Kunst


Als Ute Dietrich von der Ballett-Produktion „Camille Claudel. Bildhauerin.“ hörte, war für sie gleich klar: Das ist etwas für meinen Kurs „Darstellen und gestalten“! Denn das Fach „Darstellen und Gestalten“ befasst sich nicht nur mit Schauspielkunst, also dem „Darstellen“, sondern bezieht mit dem Bereich „Gestalten“ die bildenden Bereiche der Kunsterziehung mit ein. Und ein Ballett über die Bildhauerin Camille Claudel deckt alle Facetten des umfassenden Unterrichtsfachs ab. Also meldete sie sich bei Bianca Sue Henne, der Leiterin des Jungen Theaters, mit ihrem Kurs als Patenklasse für das Ballett an.

theater (Foto: theater) theater (Foto: theater)


Seit nunmehr vier Wochen lassen sich Schülerinnen und Schüler des Kurses „Darstellen und Gestalten“ der Klasse 9 der Regelschule Petersberg von Lehrerin Ute Dietrich und Bianca Sue Henne für etwas ihnen bisher Fremdes begeistern: dem Ballett!

In der ersten Stunde des Kurses bereitete Bianca Sue Henne die Schülerinnen und Schüler auf den Inhalt des Balletts vor. Camille Claudel – von dieser Künstlerin kannten die Schüler bis dahin nicht einmal den Namen. Doch ihre Welt, ihre Situation und ihre Zerrissenheit nachzuempfinden fiel ihnen nicht schwer. Schließlich hat jeder von ihnen schon einmal erlebt, wie es ist, etwas, das einem am Herzen liegt, zu verlieren. Im Falle Camille Claudel war das nicht nur die Liebe zum berühmten Bildhauer Auguste Rodin, sondern ganz konkret auch ihre Werke, die Rodin als seine ausgab. „Da muss man ja verrückt werden“, stellten die Jugendlichen fest.

Eine besondere Schulstunde erwartete die Schülerinnen und Schüler, als Jutta Wörne die Klasse besuchte. Die Ballettdirektorin zeigte anhand der Skulptur „Die Schwätzerinnen“, wie sie mit ihrer Kompanie arbeitet. Ausgehend von einer Fotografie des Kunstwerks gestalteten die Schülerinnen und Schüler eine Pose, aus der sie sich dann lösten und in die sie wieder einstiegen. Als Jutta Wörne dann die Musik zum Ballett vorstellte, war sie beeindruckt, denn die Schüler konnten die Emotionen des Geschehens der Musik eindeutig zuordnen.
Auch die nächste Stunde, in der das Bühnenbild behandelt wurde, zeigte, wie tief die Schülerinnen und Schüler in der Materie stecken. Auf die Fragen, welches Material sie für die Bühne verwenden würden, antworteten sie ganz im Sinne des Bühnenbildners Wolfgang Kurima Rauschning: Metall.

Vor der Premiere erhielten die Schülerinnen und Schüler noch die Möglichkeit, bei einem Probenbesuch erste Eindrücke vom Ballett zu sammeln. In der Pause standen die Solisten Aleksandra Wojcik alias Camille Claudel und Jérôme Gosset alias Auguste Rodin zum Gespräch zu Verfügung (Foto).

Aber auch die Künstler hatten Fragen an die Schüler: „Wie war das für euch, zum ersten Mal Ballett zu sehen? Hattet ihr etwas anderes erwartet?“ – „Ich hätte nicht gedacht, dass es so poetisch ist!“ schmunzelt eine Schülerin. Und während die Tänzerinnen und Tänzer weiter proben, freuen sich die Schülerinnen und Schüler auf ihren Premierenbesuch am 3. April.
Autor: nnz

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