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Mo, 17:31 Uhr
30.03.2009

Der Blick für das Besondere

Tamás Hári hat den Blick für das Besondere und für das Detail. Dafür geht er dann auch gern mit der Kamera los, obwohl das Fotografieren eigentlich nichts mit seinem Beruf zu tun hat. Denn der Ungar ist Tänzer. Seit drei Jahren gehört er zur Ballettkompanie in Nordhausen.

Besonderer Blick (Foto: Kühn) Besonderer Blick (Foto: Kühn)

Ballettdirektorin Jutta Wörne beschreibt Tamás Hári als einen Performer, einen Menschen mit Talent zur Bewegung. Im Alter von acht Jahren hatte er begonnen, sich im Rhythmus der Musik zu bewegen. Das liegt mittlerweile 20 Jahre zurück.

Mit zehn Jahren begann Tamás Hári in Budapest mit der professionellen Ausbildung im klassischen Tanz. Er wusste damals schon, worauf er sich einließ. Für die Freunde blieb nur noch wenig Zeit. Wenn sie dem Fußball nachjagten oder ihren Spaß in der Freizeit suchten, stand für den jungen, angehenden Tänzer Training auf dem Plan, den ganzen Tag, neun Jahre lang, neun Jahre strenger Disziplin. Mit 19 Jahren war die Ausbildung beendet. Für Tamás Hári ein Zeitpunkt, zu dem er sein Leben mit neuen Inhalten füllen und sich zugleich austesten wollte. Sein erstes Engagement führte ihn zum Musical in Budapest, wo er unter anderem in „Cats“ mitwirkte. Nach vier Jahren war die Zeit reif für Neues. Ein Freund gab ihm den Tipp, es mal in Deutschland, in Nordhausen zu versuchen.

Die Liebe zum Fotografieren entstand bei Tamás Hári mehr aus einer Laune heraus. Es hatte ihm nicht gefallen, dass beim Musical nur die Sänger im Rampenlicht standen. Deshalb kaufte er sich eine ganz einfache Kamera, lichtete seine Tänzerkollegen und auch andere Mitarbeiter hinter der Bühne ab. Er fand langsam Gefallen daran, experimentierte mit der Kamera, schärfte seinen Blick für Details und begann, alles aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Das Fotografieren ist inzwischen nicht mehr nur Hobby, es ist ein Bereich, in den er abtauchen kann, wo er sich entspannt. Seine Motive sind seine Tanzkollegen, die Natur, Pflanzen und Tiere. Ihn fasziniert die Makroaufnahme, mit der man anderen zeigen kann, dass beispielsweise eine Spinne auch ein Gesicht hat.

Nun möchte der Tänzer an seiner Fotoleidenschaft auch andere teilhaben lassen. Zur Premiere des neuen Balletts „Camille Claudel. Bildhauerin.“ von Jutta Wörne wird die erste Fotoausstellung von Tamás Hári mit dem Titel „Body & Soul“ eröffnet. Es sind Bilder zu sehen, die das Ballett einmal von einer anderen Seite zeigen, hinter den Kulissen, beim Aufwärmen, beim Training, in der Maske. Einige Fotos zeigen auch die Probenarbeit zum neuen Ballett.

Die Ausstellung wird kurz vor der Premiere am Freitag, 3. April, um 19 Uhr im Foyer eröffnet. Die Zuschauer können sich die Fotos jeweils eine Stunde vor Beginn aller Vorstellungen in den kommenden Wochen anschauen.
Autor: nnz/kn

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