eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 12:41 Uhr
21.08.2002

Bonus ist aufgebraucht

Nordhausen/Bischofferode (nnz). Es ist bis in die jüngste Vergangenheit viel von und über Bischofferode geschrieben worden. Die Zeit ist weitergegangen. Selbst der vehementeste Verfechter der Interessen der ehemaligen Kalikumpel, Gerhard Jüttemann (Liste PDS), hat sich dem Unabänderlichen gebeugt, wie nnz zu berichten weiß.


Diskussion Gebeugt hat sich Jüttemann freilich nur der Realität in Bischofferode selbst, denn sonst ist sein Engagement für die Verhältnisse und die Menschen in Ostdeutschland ungebrochen. Das kam jüngst erneut in einer gewerkschaftlich geprägten Veranstaltung in dem ehemaligen Kalistandort selbst zum Ausdruck, in der es nach der gegebenen Sachlage eben nicht mehr speziell um Bischofferode, sondern um die gesamtwirtschaftliche Situation in Nordthüringen ging.

Wobei gerade diese Situation durch Äußerungen des Bundestagsabgeordneten Manfred Grund (CDU) anlässlich des Auftaktes zur heißen Wahlkampfphase in Sundhausen hochaktuell ist. Grund hatte geäußert, dass er in der Region keine gravierenden Probleme sieht, auch nicht im Gewerbegebiet am einstigen Kaliwerk Bischofferode. Man solle also endlich aufhören, die Situation schlecht zu reden.

Nun nahm an der Veranstaltung in Bischofferode u.a. auch der wirtschaftspolitische Sprecher der PDS-Landtagsfraktion, Michael Gerstenberger, zugleich Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Thüringer Landtags, und die stellvertretende Personalchefin der GVV (Gesellschaft für Verwertung und Verwahrung mbH) teil, die aus ihrer Sicht die Situation beschrieben. Und die entspricht ganz allgemein dem Gewerbegebiet in Bischofferode, das nach vielen Anstrengungen gerade mal zur Hälfte belegt ist und nicht weiter voran kommt: es stagniert. Ursula Krause (GVV) deren Gesellschaft für den Versatz unter Tage zuständig ist und dort derzeit noch 95 Arbeitnehmer beschäftigt, kennzeichnet die Situation mit einem markanten Satz: „In dem Maße, in dem wir unsere Aufgabe als Gesellschaft erfüllen, setzen wir uns selbst frei“.

Man sägt sich also systematisch selbst den Ast ab, auf dem man sitzt. Und das könnte in etwa drei Jahren geschafft sein. Zur allgemeinen Situation wurde auf ein kürzlich im Auftrag der IHK Erfurt erstelltes Gutachten verwiesen, das gerade Nordthüringen als ausgesprochene Problemregion im Freistaat ausweist, das eigentlich der besonderen Förderung bedürfe. Was sonst lediglich beispielhaft von den Unternehmern - wozu übrigens auch der ehrenamtliche Bürgermeister von Bischofferode - Helmut Senger - gehört, ist eigentlich nur symptomatisch für die Situation in Nordthüringen: Probleme der Verkehrsinfrastruktur, Tarife der Stromversorgung, Beiträge und Gebühren bei der Abwasserproblematik. Wobei bei diesem Komplex die Behandlung von Leitungen und Anschlüssen aus DDR-Zeiten als besonders ungerecht angesehen wird. Während die Politik dafür eintritt, Unternehmern bei Neugründung und ­ansiedlung entgegen zu kommen und ihnen den Start zu erleichtern, verhält sich z.B. die TEAG mit ihrer Monopolstellung alles andere als entgegenkommend.

Gerstenberger war aufmerksamer Zuhörer und konnte eine Menge an Problemen mit nach Erfurt nehmen, um Verbesserungen anzugehen. Dabei war er sich mit Gerhard Jüttemann einig, dass man nicht resignieren dürfe, vielmehr die Probleme immer wieder ansprechen müsse, um schließlich wenigstens den Anschluss an die übrigen Regionen Thüringens zu schaffen. Es gehe nicht darum, die Situation dieser Region schlecht zu reden, sondern nüchtern darzustellen um daraus Möglichkeiten zu finden, die eine Verbesserung mit sich bringen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)