Mi, 14:15 Uhr
25.03.2009
Kennen Sie Guillaume Apollinaire?
Der französische Dichter wurde nur 38 Jahre alt, hinterließ aber eine Vielzahl wunderbarer Gedichte. Die kann man sich jetzt vorlesen lassen. Wo, das weiß die nnz.
Am Samstag, dem 28. März, ab 14. 30 Uhr kann man in der Langen Reihe 11 in Limlingerode den französischen Dichter Guillaume Apollinaire vor allem mit seinen Gedichten kennen lernen. (Die Kinder der Toten gehen spielen / Auf dem Friedhof mit Marmor und Zypressen).
Er verfasste auch Dramen und Romane, trat als Kunstkritiker auf. Er übte Einfluss aus auf die Entwicklung und Verbreitung mehrerer Strömungen der Moderne, des Surrealismus, Futurismus, Kubismus in Poesie und Kunst. Apollinaire strebte eine Verbindung zwischen Literatur und Bildender Kunst an, war mit Picasso, Matisse und Dufy u. a. bekannt, malte auch selbst. Von seiner Kunstverbundenheit zeugen zahlreiche Artikel in Zeitschriften und sein Buch Die kubistischen Maler.
Mütterlicherseits stammte er von einer altangesehenen polnischen Familie ab, sein Vater war italienischer Offizier, in dessen Familie hohe geistige Würdenträger waren, so dass die Eltern nicht verheiratet waren und sich trennten. Seine Schulbildung erfuhr er in Internaten in Monaco und Nizza. 1899 setzt die Unterstützung durch den Vater aus, die Familie zieht nach Paris. Apollinaire schreibt Artikel, arbeitet als Stenograf, in Bibliotheken und veröffentlicht 1901 erste Gedichte.
In dieser Zeit wird ihm eine Stelle als Hauslehrer in einer wohlhabenden deutschen Familie in Honnef angeboten und er lernt Bonn, Köln., Düsseldorf, das Kloster Maria Laach kennen. Er geht mit seiner Herrschaft auch auf eine dreimonatige Reise durch Deutschland und Österreich-Ungarn. Er ist in Dresden, Wien, Prag, schwärmt für das Siebengebirge. In Artikeln und Gedichten verarbeitet er seine Eindrücke. Er schreibt auch eine Loreley, die uns in der 14. Sinfonie von Dimitrij Schostakowitsch mit anderen Versen von ihm begegnet. Zurückgekehrt, arbeitet er bis 1907 bei einer Bank, auf deren Geschäftspapieren er seine Dichtungen notiert.
Die Vertreter der modernen Kunstströmungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts traten verbal oft sehr rigoros gegen ältere Kunstrichtungen auf. So passierte es, dass man Apollinaire unberechtigter Weise verdächtigte, das Gemälde der Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen zu haben. Er kam kurzzeitig ins Gefängnis, wovon auch sein Gedicht Im Kerker der Santé handelt.
Seine Gedichtbände Alkohol, Kalligramme und Bestiarium hatten und haben Einfluss auch auf Poeten anderer Länder. Apollinaire verbannte die Interpunktion aus seinen Versen und in seinen Kalligrammen und Ideogrammen ist er bestrebt, sie nicht nur in poetischer, sondern gleichfalls in graphischer Weise ausdrucksvoll zu gestalten. Seine Lyrik weist ihn auch als feinen Satiriker aus. Er schuf in seiner Dichtkunst eine Wirklichkeit, die den Zufall, das Überwirkliche, das Wunderbare und das Wunder einschließt.
In der Dichterstätte in Limlingerode ist das am 28. März 2009 zu hören.
Autor: nnzAm Samstag, dem 28. März, ab 14. 30 Uhr kann man in der Langen Reihe 11 in Limlingerode den französischen Dichter Guillaume Apollinaire vor allem mit seinen Gedichten kennen lernen. (Die Kinder der Toten gehen spielen / Auf dem Friedhof mit Marmor und Zypressen).
Er verfasste auch Dramen und Romane, trat als Kunstkritiker auf. Er übte Einfluss aus auf die Entwicklung und Verbreitung mehrerer Strömungen der Moderne, des Surrealismus, Futurismus, Kubismus in Poesie und Kunst. Apollinaire strebte eine Verbindung zwischen Literatur und Bildender Kunst an, war mit Picasso, Matisse und Dufy u. a. bekannt, malte auch selbst. Von seiner Kunstverbundenheit zeugen zahlreiche Artikel in Zeitschriften und sein Buch Die kubistischen Maler.
Mütterlicherseits stammte er von einer altangesehenen polnischen Familie ab, sein Vater war italienischer Offizier, in dessen Familie hohe geistige Würdenträger waren, so dass die Eltern nicht verheiratet waren und sich trennten. Seine Schulbildung erfuhr er in Internaten in Monaco und Nizza. 1899 setzt die Unterstützung durch den Vater aus, die Familie zieht nach Paris. Apollinaire schreibt Artikel, arbeitet als Stenograf, in Bibliotheken und veröffentlicht 1901 erste Gedichte.
In dieser Zeit wird ihm eine Stelle als Hauslehrer in einer wohlhabenden deutschen Familie in Honnef angeboten und er lernt Bonn, Köln., Düsseldorf, das Kloster Maria Laach kennen. Er geht mit seiner Herrschaft auch auf eine dreimonatige Reise durch Deutschland und Österreich-Ungarn. Er ist in Dresden, Wien, Prag, schwärmt für das Siebengebirge. In Artikeln und Gedichten verarbeitet er seine Eindrücke. Er schreibt auch eine Loreley, die uns in der 14. Sinfonie von Dimitrij Schostakowitsch mit anderen Versen von ihm begegnet. Zurückgekehrt, arbeitet er bis 1907 bei einer Bank, auf deren Geschäftspapieren er seine Dichtungen notiert.
Die Vertreter der modernen Kunstströmungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts traten verbal oft sehr rigoros gegen ältere Kunstrichtungen auf. So passierte es, dass man Apollinaire unberechtigter Weise verdächtigte, das Gemälde der Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen zu haben. Er kam kurzzeitig ins Gefängnis, wovon auch sein Gedicht Im Kerker der Santé handelt.
Seine Gedichtbände Alkohol, Kalligramme und Bestiarium hatten und haben Einfluss auch auf Poeten anderer Länder. Apollinaire verbannte die Interpunktion aus seinen Versen und in seinen Kalligrammen und Ideogrammen ist er bestrebt, sie nicht nur in poetischer, sondern gleichfalls in graphischer Weise ausdrucksvoll zu gestalten. Seine Lyrik weist ihn auch als feinen Satiriker aus. Er schuf in seiner Dichtkunst eine Wirklichkeit, die den Zufall, das Überwirkliche, das Wunderbare und das Wunder einschließt.
In der Dichterstätte in Limlingerode ist das am 28. März 2009 zu hören.

