eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 16:50 Uhr
15.03.2009

„Sei so stark wie ein Tiger"

Wenn Kinder in Situationen geraten, die sie nicht kennen oder einschätzen können, bekommen sie Angst. Damit sie lernen, damit umzugehen und Tätlichkeiten möglichst zu vermeiden, müssen sie ihr Selbstbewusstsein ausbilden. Besonders die Körpersprache sei in in diesem Zusammenhang sehr wichtig...


Der dies sagt, weiß, wovon er redet: In der Kampfsportschule für Selbstverteidigung und Kampfkunst am Lohmarkt 2 in Nordhausen zeigen Thomas Köhler und seine Trainer in speziellen Kursen schon kleinen Kindern, worauf es ankommt. „Ich will keine Schläger ausbilden, sondern sicheres und selbstbewusstes Auftreten vermitteln", betont Köhler. Denn das Schlimmste, was aus seiner Sicht passieren könne, sei, wenn jemand das bei ihm Gelernte dazu nutze, einem anderen Gewalt anzutun. Aber der erfahrene Sportler will vor allem verhindern, dass Kinder zu Opfern werden. „Viele schwierige Situationen lassen sich schon durch die äußerliche Haltung entschärfen", sagt er. Falls das nicht funktioniere, müssten die Angegriffenen allerdings auch in der Lage sein, sich zu verteidigen. Aggressionen entstünden oft durch Unsicherheit: „Wenn nicht weiß, ob er etwas kann, muss sich dann etwas beweisen - und sei es durch eine körperliche Auseinandersetzung."

„Die Kinder lernen unheimlich schnell“
Neben einem Seminar für Sechs- bis Zehnjährige, in dem das Auftreten und der Umgang in Konfliktsituationen trainiert wird, bietet Köhler und seine Trainer daher auch Kurse für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen an. „Wir arbeiten mit drei Säulen", erläutert der 44-Jährige. Die erste Säule sei die Stärkung der Selbstbehauptung und die Kontrolle von Situationen. Die zweite Säule sei das praktische Lernen von Techniken der Selbstverteidigung. Hier sei alles der Prämisse unterstellt, dass Kampfkunst eine hohe Verantwortung bedeute. Und die dritte Säule sei das Erlernen von Ju-Jutsu (Selbstverteidigung). „Das hat nichts mit den schönen Filmen zu tun, in denen lustige Kämpfer durch die Luft fliegen", erklärt Köhler.

Vielmehr gehe es hier um Disziplin, darum, den eigenen Willen zu entwickeln, Ordnung sowie die Fähigkeit, „an etwas dran zu bleiben, auch wenn es schwierig wird". Unsere Trainer arbeiten mit Bildern, die in den Köpfen der Kinder Assoziationen wecken: „Wenn ich sage: ,Steh mal selbstbewusst da', kann niemand etwas damit anfangen. Wenn ich aber sage: ,Sei so stark wie ein Tiger', klappt das viel schneller", erläutert Köhler.

Die Schulungen können sehr früh beginnen. „Es gibt eine Vorbereitungsgruppe für viereinhalb bis sechs Jahre alte Kinder", so Köhler. In diesem Alter gehe es zunächst um motorische Fähigkeiten und das spielerische Lernen von Grundbegriffen: „Wo sind links und rechts? Wie funktionieren eigentlich meine Füße?" Was Jugendlichen und Erwachsenen selbstverständlich ist, muss in dieser Altersklasse erst vermittelt werden. Aber: „Die Kinder lernen unheimlich schnell, und es macht mir viel Spaß", sagt Köhler.

Positive Entwicklungen sind Köhlers größte Belohnung
Von vier bis sechs Jahren üben die Kinder in der „Turtle-Gruppe“, von sechs bis zwölf Jahren üben die Kinder in der „Tiger"- ab zwölf Jahren in der „Dragon-Gruppe". Die Schwerpunkte ändern sich; der Schwierigkeitsgrad steigt. Wer in die Kampfsportschule am Lohmarkt 2 kommt, beginnt zunächst mit einem 2-wöchigen kostenlosen Probetraining. „Dabei geht es zum einen darum festzustellen, ob das Training dem Schüler liegt", sagt Thomas Köhler. Gleichzeitig sei es aber auch eine Sicherheitskontrolle für die Trainer an der Schule: „Wenn wir den Eindruck haben, dass das Kind mit der falschen Einstellung an die Sache herangeht, nehmen wir Abstand von weiterem Unterricht."

Eine große Belohnung sei es, so Köhler, wenn bei den jungen Schülern positive Entwicklungen sichtbar werden. Die Kinder kämen zwei Mal in der Woche zum Training. „Und sie kommen regelmäßig, nicht nach Lust und Laune", lobt der 44-Jährige.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)