Di, 15:30 Uhr
10.03.2009
Spekuliert und ?????
Es war im Jahr 2006. Krampfhaft hatte das Nordhäuser Landratsamt versucht, von seiner hohen Schuldenlast herunter zu kommen. Und da fielen die Finanzexperten an der Behringstraße die so genannten Tauschgeschäfte von Zinsen ein. Der Swap. Was aus dieser Wette geworden ist? Die nnz hat nachgefragt.
Die nnz hatte vor anderthalb Jahren über die denkwürdige Kreistagessitzung berichtet. Im vergangenen Jahr nun hat der Landkreis Nordhausen gut 11.500 Euro an Zinszahlungen eingespart. Dies gelang durch diese genanntes SWAP-Geschäft Ende 2006, zu dem die Kreistagsmitglieder den Landkreis ermächtigt hatten. Um die Liquidität zu sichern, hatte der Landkreis Tilgungspausen vereinbart und bei einem Kreditinstitut umgeschuldet.
Drei ältere Darlehen über rund 2,2 Millionen Euro wurden mit zwei neuen Darlehen abgelöst und damit eine Tilgungspause bewirkt. Im Regelfall ist bei der Ablösung von Darlehen vor Ablauf der Frist eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, was der Landkreis vertraglich jedoch vermeiden konnte. Um die Vorfälligkeitsentschädigung zu kompensieren und die Zinsen zu sichern, wurde ein SWAP- oder auf Deutsch ein Tausch-Geschäft vereinbart. Getauscht hat der Landkreis den ursprünglich vereinbarten variablen Zins in einen festen Zinssatz, der günstiger ist als die Konditionen der alten Darlehen.
Durch diesen Tausch des variablen Zinses gegen den Festzins konnte der Landkreis 2008 rund 9,9 Prozent Zinsen einsparen, was rund 11.500 Euro entspricht. Damit ist festzustellen, dass der Einsatz von Zinsderivaten im Haushaltsjahr 2008 wirtschaftlich vorteilhaft für uns war, sagt Gunter Brandt, Leiter des Fachbereichs Finanzen im Landratsamt. In den Medien war in der jüngeren Vergangenheit wiederholt über Kommunen und kommunale Unternehmen berichtet worden, welche erhebliche Geldsummen bei Derivatgeschäften mit verschiedenen Geschäftsbanken verloren haben. Dies betraf insbesondere so genannte ‚CMS Spread-Ladder-Swaps’, welche eine Wette auf die Differenz zwischen Kurzfrist- und Langfristzinsen darstellen. Ein derartiges Risiko besteht für die durch den Landkreis Nordhausen abgeschlossenen Geschäfte nicht. Hier wurde der durch den Landkreis eigentlich zu zahlende variable Zinssatz, welcher sich alle drei Monate ändert, gegen einen Festzins getauscht. Auf diese Weise stand für den Landkreis bereits bei Abschluss der über die gesamte Laufzeit zu zahlende Zinssatz fest. Die Entwicklung am Geldmarkt, insbesondere die aktuellen Turbulenzen, haben damit keinen Einfluss auf die Zahlungsverpflichtungen des Landkreises Nordhausen.
Autor: nnzDie nnz hatte vor anderthalb Jahren über die denkwürdige Kreistagessitzung berichtet. Im vergangenen Jahr nun hat der Landkreis Nordhausen gut 11.500 Euro an Zinszahlungen eingespart. Dies gelang durch diese genanntes SWAP-Geschäft Ende 2006, zu dem die Kreistagsmitglieder den Landkreis ermächtigt hatten. Um die Liquidität zu sichern, hatte der Landkreis Tilgungspausen vereinbart und bei einem Kreditinstitut umgeschuldet.
Drei ältere Darlehen über rund 2,2 Millionen Euro wurden mit zwei neuen Darlehen abgelöst und damit eine Tilgungspause bewirkt. Im Regelfall ist bei der Ablösung von Darlehen vor Ablauf der Frist eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, was der Landkreis vertraglich jedoch vermeiden konnte. Um die Vorfälligkeitsentschädigung zu kompensieren und die Zinsen zu sichern, wurde ein SWAP- oder auf Deutsch ein Tausch-Geschäft vereinbart. Getauscht hat der Landkreis den ursprünglich vereinbarten variablen Zins in einen festen Zinssatz, der günstiger ist als die Konditionen der alten Darlehen.
Durch diesen Tausch des variablen Zinses gegen den Festzins konnte der Landkreis 2008 rund 9,9 Prozent Zinsen einsparen, was rund 11.500 Euro entspricht. Damit ist festzustellen, dass der Einsatz von Zinsderivaten im Haushaltsjahr 2008 wirtschaftlich vorteilhaft für uns war, sagt Gunter Brandt, Leiter des Fachbereichs Finanzen im Landratsamt. In den Medien war in der jüngeren Vergangenheit wiederholt über Kommunen und kommunale Unternehmen berichtet worden, welche erhebliche Geldsummen bei Derivatgeschäften mit verschiedenen Geschäftsbanken verloren haben. Dies betraf insbesondere so genannte ‚CMS Spread-Ladder-Swaps’, welche eine Wette auf die Differenz zwischen Kurzfrist- und Langfristzinsen darstellen. Ein derartiges Risiko besteht für die durch den Landkreis Nordhausen abgeschlossenen Geschäfte nicht. Hier wurde der durch den Landkreis eigentlich zu zahlende variable Zinssatz, welcher sich alle drei Monate ändert, gegen einen Festzins getauscht. Auf diese Weise stand für den Landkreis bereits bei Abschluss der über die gesamte Laufzeit zu zahlende Zinssatz fest. Die Entwicklung am Geldmarkt, insbesondere die aktuellen Turbulenzen, haben damit keinen Einfluss auf die Zahlungsverpflichtungen des Landkreises Nordhausen.


