36 Neue
Eine vielseitige Tagesordnung hatten die Mitglieder des CDU-Kreisvorstandes gestern abzuarbeiten. Die Vorbereitung der Kommunalwahlen stand im Mittelpunkt der Beratung. Listen wurden beschlossen und Neue aufgenommen.
Nach aktuellen Informationen zum Ausgang der ersten Kommunalwahlen des Jahres in der Gemeinde Hohenstein, wo sich Mitte Februar der CDU Bewerber Andreas Gerbothe für das Amt des Bürgermeisters durchsetzen konnte, folgte die Vorstellung des Entwurfes der Liste für den neu zu wählenden Kreistag.
Egon Primas, der als stellvertretender Kreisvorsitzender die Liste vorstellte, erläuterte jeden einzelnen Listenvorschlag. Er ging dabei auf die erforderliche Ausgewogenheit, sowohl auf regionaler als auch auf fachlicher Ebene ein. Insbesondere auch die Ortsverbände und Untergliederungen der CDU, wie zum Beispiel die Mittelstandsvereinigung, die Junge Union oder die Frauen Union sollten Berücksichtigung finden.
Der unterbreitete Entwurf fand die volle Bestätigung des zuständigen Gremiums und wurde mit einem einstimmigen Beschluss zum Vorschlag für die Nominierungsveranstaltung am Samstag in Obergebra erhoben. Außerdem wurde der Kreisvorstand zum Stand der Aufstellung der Listen in den CDU Stadt- und Ortsverbänden unterrichtet. Die Aufstellung der Listen dieser Woche wurde am Montag in Neustadt eingeleitet, die CDU Bleicherode folgte am Mittwoch. Die Nordhäuser CDU nominiert heute ihre Kandidaten.
Einen besonderen Höhepunkt konnte der Vorstand in einem weiteren Tagesordnungspunkt erleben. 36 Aufnahmeanträge für eine Mitgliedschaft in der CDU standen zur Abstimmung. Auch hier folgte eine einstimmige Beschlussfassung, nachdem die Namen der Antragsteller verlesen wurden.
Und selbst Kreisgeschäftsführer Maik Schröter war da verblüfft: "Das habe ich schon lange nicht mehr erlebt, dass innerhalb von fünf Wochen so viele Aufnahmeanträge eingegangen sind!"
Autor: nnz
Kommentare
andre-notnagel
06.03.2009, 08:47 Uhr
Einheitspartei
na, das liest man doch gern. eine partei hat temporären zuwachs zu verzeichnen.
aber irgendwie liest sich diese pressemitteilung wie ein rechenschaftsbericht der sed-kreisleitung. naja, kein wunder bei der masse an blockflöten.
in diesem sinne - rot front, ihr schwarzen genossen!
Beate
06.03.2009, 09:11 Uhr
SED-Kreisleitung?
Wer kennt denn hier die Rechenschaftsbericht der SED-Kreisleitung bzw. deren Stil? ;-)
denk-mal
06.03.2009, 18:00 Uhr
richtig so hätte ich es auch gemacht
wenn man vor ein paar tagen noch hier lesen konnte, dass eine ganze herde nachwuchs abhanden gekommen ist und noch ein par in dieser zeitung noch nicht genannten, ebenfalls einfach so diese partei verlassen haben, ist es nun an der zeit dem parteilosen volk klar zu machen seht her es kamen
neue. sie strömten zu uns, nach dem "das geschwür und seine jungen lakeien" gegangen sind. wir sind eben einfach toll, so die botschaft.
zu sozialistischen zeiten wurden auch immer alle negativen nachrichten umgehend durch positive ersetzt, ob mit hohem wahrheitsgehalt oder auch nicht.
wichtig ist! deutlich zu machen, wir sind unübertroffen gut!
H.Buntfuß
06.03.2009, 21:15 Uhr
An Beate
Beate vielleicht interessiert es dich. Herr Primas kennt sich besonders gut mit den Gepflogenheiten der SED aus. So weit mir bekannt ist war er doch zu DDR-Zeiten Chef seiner Blockflötenpartei im Rat des Kreises, was dem heutigen Kreistag entspricht.
echter Nordhaeuser
06.03.2009, 22:16 Uhr
Denken in der CDU
Der Kommentar von denk-mal ist einfach nur ok, ein Herr Maik Schröter ist einfach "nur verblüfft", das es noch Menschen gibt, die dieser Partei folgen wollen und sich für ein Mandat bzw. Position bewerben. Dabei ist uns doch allen klar, das auch diese "neuen " genauso behandelt werden, wie die jenigen, die vorher eiskalt abserviert worden sind.
Hat das Herrn Schröter auch "verblüfft"oder ist er froh, das diese unbequemen Zeitgenossen verschwunden sind? Diese Partei, die einem kranken Ministerpräsidenten nicht die Zeit einer Erholung gönnt und andersdenkende Mitglieder nicht akzeptiert ,hat in Thüringen nichts zu suchen und keine Wählerstimmen verdient. Ich hoffe, das viele Nordhäuser und auch Thüringer so denken und wir dieser Partei mit Ihren Majonetten weiter mit viel Mißtrauen begegnen.
gosalianer
11.03.2009, 15:01 Uhr
Selbsterhaltungstrieb
Interessant. Ich war früher mal ein Mitglied der JU. Bereits unter Giselher Beckers Zeiten gab es schon eine erhebliche Gegenwehr der CDU was die "Integration" der jungen Chrsitdemokraten anbelangte. Sein Nachfolger scheint wohl ein ähnliches Schicksal erlitten zu haben. Mir scheint hier bahnt sich ein Generationskonflikt an... Wie will ein Egon Primas oder ein Maik Schröter - die anscheinend immernoch an vorderster Front die Fahne hochhalten - die Interessen vom JU-Nachwuchs unter 20 oder 30 verstehen? Ich denke gerade die sehr konservativen Parteien werden regional mehr und mehr Probleme bekommen wenn Sie ihr personelles Programm nicht endlich mal umschalten und vielleicht auch abseits von altertümlichen Busfahrten oder den Tanz in den Herbst neue Aktionen planen die u. U. auch jüngeres "Personal" anziehen.
Mich verwundert es etwas dass nicht näher auf die "36 Neuen" eingangen wird. Wer sind "die" eigentlich? Ich mutmaße mal, dass es sich hier um Familienmitglieder handelt, die von alteingesessenen CDU-Mitgliedern verpflichtet wurden und jetzt die Statistik schönen sollen. Ähnliche Aktionen gab es damals auch schon. Der Erfolg läßt sich auch jetzt wieder erahnen.
Als Sozialismus möchte ich diese Aktion nicht gleich abstempeln, auch wenn Egon Primas kurz vor der Wende noch ordentlich die rote Fahne geschwenkt hat und jetzt einer christdemokratischen Partei angehört. In der Nordhäuser CDU immer mit dem Wind zu wehen scheint sich also bezahlt zu machen.
Die Aktion der "36 Neuen" bezeichne ich mal als reinen Selbsterhaltungstrieb.
Chefkoch
11.03.2009, 17:16 Uhr
Honeckers Tränen im Auge der CDU
Geht es Ihnen nicht auch manchmal so, dass Sie etwa eine Musik hören und das Gefühl nicht mehr loswerden, irgendwo haben Sie das schon gehört. Es geht Ihnen nicht aus dem Kopf, es martert Sie und je mehr Sie versuchen, sich zu erinnern, desto aussichtsloser ist es. Aber dann kommt es plötzlich. Klar und deutlich erinnern Sie sich.
So ging es mir bei den Propagandameldungen der Kreis-CDU. Zuerst schmeißen junge und aktive Mitglieder wie Manuel Thume und Giselher Becker endlich das Handtuch und dann kommt flugs die Erfolgsmeldung von der sitzengelassenen CDU-Oma, dass neue Genossen die Plätze der abtrünnigen Dissidenten auffüllen. Klingt irgendwie nach Neuem Deutschland: Trotz der Störversuche des Klassenfeindes wird der Plan planmäßig übererfüllt.
Da schreibt der Herr Primas in einer regionalen Print-Zeitung, dass man Leuten wie Thume und Becker in der CDU keine Träne nachweine. Und da kam mir plötzlich die Erleuchtung: Es war kurz vor dem 40. Republikgeburtstag. Über die offenen Grenzen in Ungarn und die Tschechoslowakei türmten Tausende DDR-Bürger in den Westen.
Für diese Menschen, die alles zurückließen, hatte Honecker nur Hohn und Spott übrig. Er nannte sie asoziale Elemente. "Man sollte ihnen keine Träne nachweinen", ließ er wörtlich im SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" am 2. Oktober 1989 verkünden. 38 Tage später befreiten sich die Ostdeutschen selbst; das Jahrhundertbauwerk des Walter Ulbricht wurde am 9. November einfach überrannt. Wann endlich wird für die Nordhäuser CDU ihr 9. November stattfinden?
98maschr
11.03.2009, 18:47 Uhr
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