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Mi, 11:59 Uhr
14.08.2002

Schnell durch den Seiteneingang (2)

Nordhausen (nnz). Lange hatten nicht nur die Grünen im Südharz auf diesen Auftritt gewartet. Die Integrationsfigur der Bündnisgrünen kam nach Nordhausen. Im Theater war auch die nnz dabei.


Deutliche Worte vor voll besetzten Reihen Schon sehr zeitig vor der Veranstaltung hatte sich eine erwartungsvolle Menschenmenge vor den Theater-Pforten versammelt. Erstaunlich viele Jugendliche hatten sich eingefunden. Auch ein Teil der Nordhäuser Stadtoberen waren anwesend, unter anderem die Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD), Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) und auch der erste Beigeordnete der Kreisverwaltung, Matthias Jendricke (SPD).

Begleitet von einer Polizei-Eskorte fuhr Joschka Fischers Wahlkampfbus kurz vor 20.00 Uhr direkt an den Nebeneingang des Theaters heran, in dem er fast ungesehen verschwand (nnz berichtete). Das große Aufgebot der Männer in grün-weiß ließ merken, dass ihrerseits kein Grund zur Nachlässigkeit in der Sicherheitsfrage bestand. Schließlich hat man doch nicht jeden Tag einen Bundes-Außenminister und Vize-Kanzler zu Besuch. Entsprechend sorgfältig wurden die Kontrollen im Theater durchgeführt. Da musste man sich schon in die ein oder andere Tasche gucken lassen.

Der eigentliche Höhepunkt, der Auftritt von Joschka Fischer, ließ allerdings noch ein wenig auf sich warten. Zunächst hielt die Spitzen-Kandidatin von Bündnis 90/Die Grüne in Thüringen, Katrin Göring-Eckardt, eine kurze Eröffnungs- und Einführungsrede. Wesentliche Punkte, für die sich ihre Partei verantwortlich fühle, seien eine Auffrischung und Förderung des Schul- und Bildungssystems, die Umsetzung der Hartz-Pläne und die Schaffung neuer Arbeitsplätze durch eine gute Umweltpolitik. Außerdem kündigte sie weitere Bemühungen im Verbraucherschutz an, um unter anderem das Essen gesünder zu machen. Weiterhin plädierte sie für bessere Chancen für Frauen, wozu auch die Möglichkeit der Kinderbetreuung zähle.

Auch den Erhalt natürlicher Ressourcen sei für sie unerlässlich. Applaus erntete sie auf ihre Kritik an den Diskussionen um den Winkelberg und am geplanten Industrie-Gebiet „Goldene Aue“. Es könne nicht sein, dass so eine wunderbare Natur den kurzfristigen Planungen der Wirtschaft zum Opfer fällt. Das Nordhäuser Theater sei eine kulturelle Ressource, die ebenfalls erhalten werden müsse.

Nach diesen Ausführungen wandte sich nun der lang erwartete Grüne an das Publikum. „Ich freue mich, hier zu sein, das erste Mal hier im Eichsfeld“, so des Vizekanzlers begrüßende Worte, die eine "klare Ortskenntnis" zum Vorschein brachten. Ob ein im Publikum erhobenes Plakat mit Grüßen der Grünen aus dem Eichsfeld der Grund für dieses amüsante Missgeschick war? Man weiß es nicht, aber übel nahm es ihm niemand, und auch er selbst konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Gleich zu Anfang ging er auf das Problem Umwelt ein. Im Zusammenhang mit den derzeitigen Hochwasser-Schäden wies er auf die weiter fortschreitende Klimakatastrophe hin. Man müsse vernünftig werden. Umweltschonende Energiequellen und ein umweltbewusstes Wirtschaften müssten her. Wenn wir so weiter machten, würde das Klima irreparabel geschädigt werden. Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete er die Windräder bei Nordhausen und wies darauf hin, dass dies nur ein Beispiel dafür sei, wie durch eine vernünftige Umweltpolitik Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. In diesem Zusammenhang solle man „das Potential des Tourismus nutzen“, durch den die Umwelt und Natur gewinnbringend und effektiv, aber ohne große Verluste genutzt werden kann. Die Initiativen im Landkreis hob er dabei erneut hervor.

Des weiteren ging er auf große politische Themen ein. Die Ökosteuer sein ein Erfolg gewesen, da sie die Verbraucher ein Stück näher an die Vernunft gegenüber Natur und Umwelt gebracht hat. Die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland sieht er als langfristig angelegt. Als zentrale Punkte der grünen Politik nannte er Jugend und Bildung. Eine fundierte Ausbildung sei sehr wichtig. Auch die Forschung dürfe nicht zu kurz kommen. Weiterhin plädierte er für soziale Gerechtigkeit, wobei er auch auf ausgeglichene Rentenansprüche einging. Zur Außenpolitik bemerkte er, dass eine Sicherheit nur durch vorbeugende Politik gewährleistet werden könne.
Autor: mj

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