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Mi, 13:34 Uhr
14.01.2009

Rauchstopp nicht ganz ungefährlich

Das neue Jahr ist für viele Menschen traditionell Anlass, den eigenen Lebensstil zu überdenken und zu ändern. Ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze steht der Wunsch, das Rauchen aufzugeben. Doch auch beim Entzug ist Vorsicht geboten...


Tabakrauch kann die Wirkung bestimmter Arzneistoffe beeinträchtigen. Bei Patienten, die chronisch Medikamente einnehmen und tatsächlich von einem Tag auf den anderen dem Glimmstängel entsagen, kann es deshalb nötig sein, die Dosis zu verändern. Darauf weisen Thüringens Apothekerinnen und Apotheker hin.

Die meisten Medikamente werden von bestimmten Enzymen in der Leber abgebaut. Je höher ihre Zahl, desto weniger Arzneistoff kommt in seiner aktiven Form am Zielort an und kann seine Wirkung entfalten. "Beim Rauchen entstehen so genannte polyzyklische Kohlenwasserstoffe. Sie führen dazu, dass ein Enzym, das am Abbau bestimmter Arzneistoffe beteiligt ist, vermehrt gebildet wird", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Diese so genannte Enzyminduktion könne dazu führen, dass bis zu 40 Prozent weniger Arzneistoff im Blut ankommen.

"Da die Arzneistoffe schneller abgebaut werden, werden die betroffenen Medikamente bei Rauchern in der Regel höher dosiert als bei Nichtrauchern, um die erwünschte Wirkung zu erzielen", erklärt Garke. Dies gelte für einige Herz-Kreislauf-Medikamente, Migränemittel, bestimmte Mittel gegen Schizophrenie und Vertreter der Antidepressiva. Auch das Asthmamittel Theophyllin wird von dem Leberenzym abgebaut. Ärzte berücksichtigen bei der Dosisfindung diese Effekte.

Gibt ein Patient, der eines der betroffenen Medikamente einnimmt, sein Laster auf, so muss er unter Umständen vom Arzt neu eingestellt werden. "Wenn die Menge der abbauenden Enzyme in der Leber sinkt, kann die normalerweise verabreichte Dosis schnell zu hoch sein und möglicherweise zu unerwünschten Nebenwirkungen führen", sagt Garke. Starke Raucher, die Arzneimittel als Dauertherapie einnehmen, sollten deshalb ihre Entwöhnungspläne mit ihrem Arzt besprechen.

Die Einnahme von Arzneimitteln sollte jedoch kein Grund sein, die guten Vorsätze über Bord zu werfen. "Es ist in jedem Fall sinnvoll, das Rauchen aufzugeben", sagt Garke. "Die schädlichen Substanzen des Tabakrauchs erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs." In Deutschland sterben jährlich rund 140.000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums. Die Zahl der vorzeitig Invaliden durch Rauchen wird auf 70.000 bis 100.000 pro Jahr geschätzt.

Dass es vielen Menschen überhaupt so schwer fällt, das Rauchen dauerhaft aufzugeben, hat nicht nur eine psychische Komponente: "Das im Tabak enthaltene Nikotin macht körperlich abhängig. Die dadurch bei der Entwöhnung auftretenden Entzugssymptome lassen viele Menschen rückfällig werden", sagt Garke. In der Anfangszeit kann es deshalb hilfreich sein, das fehlende Nikotin zu ersetzen. Entsprechende Kaugummis, Pflaster oder Inhalatoren gibt es in der Apotheke. Je nach Menge der bisher gerauchten Zigaretten sind die verschiedenen Produkte unterschiedlich gut geeignet.

In Thüringens Apotheken können sich Patienten über die verschiedenen Möglichkeiten der Raucherentwöhnung informieren.
Autor: nnz/kn

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