Mi, 12:53 Uhr
31.07.2002
nnz-Forum: Brief der Polizei
Nordhausen (nnz). Heute äußern sich die Mitarbeiter der Nordhäuser Polizeidirektion zu den Vorgängen am Sonntag in Nordhausen. nnz veröffentlicht den Brief in seinem Forum.
Wir bedauern sehr, dass bei einem Polizeieinsatz ein Mensch ums Leben gekommen ist. Aufgrund unserer Berufserfahrung wissen wir, dass es sich dabei um mögliche Konsequenzen eines Polizeieinsatzes handelt, mit denen wir täglich konfrontiert werden können. Wir alle sind uns dieses Risikos bewusst. Der Tod eines Kollegen in Bonn hat uns, genauso wie der Vorfall in Nordhausen, dieses Risiko wieder vor Augen geführt.
Jeder Beamte ist sich darüber im Klaren und hat trotzdem diesen Beruf gewählt, weil es ein wichtiger und verantwortungsvoller Beitrag zu einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft ist. as wissen auch unsere Bürgerinnen und Bürger. Der Zuspruch aus der Bevölkerung, der uns auch nach dem Ereignis von Nordhausen erreichte, hat uns das wieder einmal eindrucksvoll bewiesen.
Die Polizeibeamten in Nordthüringen sind stets für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, für den Schutz des Bürgers und seines Eigentums eingetreten. Das beweisen die Arbeitsergebnisse der vergangenen Jahre eindrucksvoll und das soll auch künftig so bleiben. Dafür ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei zwingend erforderlich. deshalb treten wir vehement dafür ein, dass im Zusammenhang mit den Ereignissen des vergangenen Sonntags alle Tatsachen konsequent und schonungslos geklärt und offengelegt werden. Darin stimmen wir mit der Staatsanwaltschaft überein, die von Anfang an vor Ort war und die Ermittlungen leitet.
Dass dieses Ereignis kein positives Echo auf die sonst erfolgreiche Arbeit der Nordhäuser Polizei bringt, haben wir erwartet. Enttäuschend ist es jedoch, dass es einzelne Personen gibt, die versuchen, sich auf Kosten der Betroffenen zu profilieren. Aus unserer Sicht dient das aber nicht der Sache. Ebenso ist es unverständlich, dass sich vermeintliche Fachleute in einer Art und Weise äußern, die in unseren Augen wenig qualifiziert erscheint und in erster Linie dazu geeignet sein dürfte, Stimmung und Meinung zu machen.
Als juristisches Basiswissen darf bezeichnet werden, dass das Schweigen des Beamten keine Taktik der Polizei ist, sondern ein Recht, das jedem Beschuldigten im Strafverfahren zusteht, egal, ob er Handwerker, Mediziner, Jurist oder eben Polizeibeamter ist. Bei einer promovierten Juristin setzen wir diese Kenntnisse voraus.
An dieser Stelle erlauben wir uns auch den Hinweis, sich einmal in die Lage des Beamten zu versetzen, der nun lernen muss, mit der Tatsache zu leben, dass durch einen Schuss aus seiner Dienstwaffe ein Mensch sein Leben verlor. Dieser Beamte ist auch Familienvater. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass er nicht, wie so oft behauptet, gegen einen vermeintlichen Zigarettendieb vorgegangen ist, sondern einen massiven Angriff auf sein Leben und seine Gesundheit abgewehrt hat. Dabei hat er vor dem Einsatz seiner Schusswaffe durchaus versucht, den Angriff mit anderen Mitteln zu stoppen. Tatsachen, die dagegen sprechen, sind uns zur Zeit nicht bekannt.
Die rechtliche Wertung des Handlungsablaufes, den wir vollständig offen legen wollen, kann nur die Justiz vornehmen. Daran ändern auch keine Vorverurteilungen von Personen etwas, die nichts oder nur Bruchteile vom wahren Geschehen wissen, und öffentlich dazu, teilweise wider besseren Wissens, Stellung nehmen.
Wir hoffen sehr auf das Vertrauen der Bevölkerung in die Nordthüringer Polizei und werden alles tun, um diesem Vertrauen gerecht zu werden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeidirektion Nordhausen
Autor: nnzWir bedauern sehr, dass bei einem Polizeieinsatz ein Mensch ums Leben gekommen ist. Aufgrund unserer Berufserfahrung wissen wir, dass es sich dabei um mögliche Konsequenzen eines Polizeieinsatzes handelt, mit denen wir täglich konfrontiert werden können. Wir alle sind uns dieses Risikos bewusst. Der Tod eines Kollegen in Bonn hat uns, genauso wie der Vorfall in Nordhausen, dieses Risiko wieder vor Augen geführt.
Jeder Beamte ist sich darüber im Klaren und hat trotzdem diesen Beruf gewählt, weil es ein wichtiger und verantwortungsvoller Beitrag zu einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft ist. as wissen auch unsere Bürgerinnen und Bürger. Der Zuspruch aus der Bevölkerung, der uns auch nach dem Ereignis von Nordhausen erreichte, hat uns das wieder einmal eindrucksvoll bewiesen.
Die Polizeibeamten in Nordthüringen sind stets für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, für den Schutz des Bürgers und seines Eigentums eingetreten. Das beweisen die Arbeitsergebnisse der vergangenen Jahre eindrucksvoll und das soll auch künftig so bleiben. Dafür ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei zwingend erforderlich. deshalb treten wir vehement dafür ein, dass im Zusammenhang mit den Ereignissen des vergangenen Sonntags alle Tatsachen konsequent und schonungslos geklärt und offengelegt werden. Darin stimmen wir mit der Staatsanwaltschaft überein, die von Anfang an vor Ort war und die Ermittlungen leitet.
Dass dieses Ereignis kein positives Echo auf die sonst erfolgreiche Arbeit der Nordhäuser Polizei bringt, haben wir erwartet. Enttäuschend ist es jedoch, dass es einzelne Personen gibt, die versuchen, sich auf Kosten der Betroffenen zu profilieren. Aus unserer Sicht dient das aber nicht der Sache. Ebenso ist es unverständlich, dass sich vermeintliche Fachleute in einer Art und Weise äußern, die in unseren Augen wenig qualifiziert erscheint und in erster Linie dazu geeignet sein dürfte, Stimmung und Meinung zu machen.
Als juristisches Basiswissen darf bezeichnet werden, dass das Schweigen des Beamten keine Taktik der Polizei ist, sondern ein Recht, das jedem Beschuldigten im Strafverfahren zusteht, egal, ob er Handwerker, Mediziner, Jurist oder eben Polizeibeamter ist. Bei einer promovierten Juristin setzen wir diese Kenntnisse voraus.
An dieser Stelle erlauben wir uns auch den Hinweis, sich einmal in die Lage des Beamten zu versetzen, der nun lernen muss, mit der Tatsache zu leben, dass durch einen Schuss aus seiner Dienstwaffe ein Mensch sein Leben verlor. Dieser Beamte ist auch Familienvater. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass er nicht, wie so oft behauptet, gegen einen vermeintlichen Zigarettendieb vorgegangen ist, sondern einen massiven Angriff auf sein Leben und seine Gesundheit abgewehrt hat. Dabei hat er vor dem Einsatz seiner Schusswaffe durchaus versucht, den Angriff mit anderen Mitteln zu stoppen. Tatsachen, die dagegen sprechen, sind uns zur Zeit nicht bekannt.
Die rechtliche Wertung des Handlungsablaufes, den wir vollständig offen legen wollen, kann nur die Justiz vornehmen. Daran ändern auch keine Vorverurteilungen von Personen etwas, die nichts oder nur Bruchteile vom wahren Geschehen wissen, und öffentlich dazu, teilweise wider besseren Wissens, Stellung nehmen.
Wir hoffen sehr auf das Vertrauen der Bevölkerung in die Nordthüringer Polizei und werden alles tun, um diesem Vertrauen gerecht zu werden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeidirektion Nordhausen
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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