Di, 07:12 Uhr
23.12.2008
nnz-Forum: Weihnachten 2008
Morgen werden wieder Kinderaugen im Licht des Kerzenscheins vor Freude glänzen, auch Tränen, die die Wangen langsam her runter kullern, wird es geben. Mögen es auch welche der Enttäuschung sein, weil nicht alle Wünsche und Träume in Erfüllung gegangen sind. So beginnt die Betrachtung eines nnz-Lesers...
Uns Älteren kommen in dieser Zeit eigene Kindheitserinnerungen in den Sinn. Auch ich kann mich solcher nicht verschliessen. Bei uns, Freidenker und Atheisten, war es stets ein Fest der Familie. Nein, wir hatten den Weihnachtsbaum nicht mit roten Fahnen geschmückt. Und an einen düster daher schauenden Mann im langen Ledermantel, wie uns weiland geschichtsaufbereitende Denker aus Berlin-Hohenschönhausen suggerieren wollen, kann ich mich auch nicht entsinnen.
Nein, nicht wir Atheisten, sondern ein Großteil der Christen selbst haben ihr wichtigstes Fest entweiht, es dem Moloch Geld untergeordnet. Es verging und vergeht doch keine Stunde am Tag, in welcher nicht in den Nachrichten über Zufrieden- oder Unzufriedenheit der Verkäuferschar über das Weihnachtsgeschäft berichtet wird. Es wurde medial gejubelt, als am Vierten Advent angebliche Millionen die Einkaufstempel, nicht die Kirchen stürmten, dass man den Eindruck gewann, dass jene, die sich dieser Stürmerei nicht anschlossen, Staatsfeinde wären.
Oh nein, es ist nicht mehr mein Weihnachten aus der Kindheitserinnerung.
In dieser kommt auch ein ein solcher Begriff wie: Suppenküchen nicht vor. Meine Eltern berichteten über solche Küchen aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und stellten diese in Verbindung mit dem gesellschaftlichen System, welches nicht in der Lage war, für alle ein Leben in Würde zu organisieren. Heute: Gleiches System, immer noch leben Millionen Menschenunwürdig.
Ich achte zutiefst jene Bürgerinnen und Bürger, die in freiwilliger Arbeit vielen Mitbürgern, ob in Suppenküchen oder bei der Tafel, für Stunden ein Leben in Würde organisieren. Dabei ist es völlig belanglos, welche Motive Triebfeder ihres Handelns sind. Die Botschaft Christi oder der Wunsch, den Schwachen der Schwächsten in dieser Gesellschaft zu helfen.
Zweitausend Jahre Stille Nacht, heilige Nacht und noch immer werden Menschen ausgegrenzt, wie damals das junge Paar, das nur Zuflucht in einer Höhle fand, um im düsteren Schein flackerndes Lichtes und ein Kind zur Welt zu bringen. Nehmen wir das Weihnachtsfest 2008 zum Anlass, über den eigenen Platz in dieser Gesellschaft mit dem Ziel nachzudenken, dass immer mehr Menschen nicht im Schatten, sondern im Licht stehen. Denn: Man sieht nur die im Lichte, die im Schatten sieht man nicht.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der nnz, ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und für 2009, alles Gute.
Jürgen Nagel
Autor: nnzUns Älteren kommen in dieser Zeit eigene Kindheitserinnerungen in den Sinn. Auch ich kann mich solcher nicht verschliessen. Bei uns, Freidenker und Atheisten, war es stets ein Fest der Familie. Nein, wir hatten den Weihnachtsbaum nicht mit roten Fahnen geschmückt. Und an einen düster daher schauenden Mann im langen Ledermantel, wie uns weiland geschichtsaufbereitende Denker aus Berlin-Hohenschönhausen suggerieren wollen, kann ich mich auch nicht entsinnen.
Nein, nicht wir Atheisten, sondern ein Großteil der Christen selbst haben ihr wichtigstes Fest entweiht, es dem Moloch Geld untergeordnet. Es verging und vergeht doch keine Stunde am Tag, in welcher nicht in den Nachrichten über Zufrieden- oder Unzufriedenheit der Verkäuferschar über das Weihnachtsgeschäft berichtet wird. Es wurde medial gejubelt, als am Vierten Advent angebliche Millionen die Einkaufstempel, nicht die Kirchen stürmten, dass man den Eindruck gewann, dass jene, die sich dieser Stürmerei nicht anschlossen, Staatsfeinde wären.
Oh nein, es ist nicht mehr mein Weihnachten aus der Kindheitserinnerung.
In dieser kommt auch ein ein solcher Begriff wie: Suppenküchen nicht vor. Meine Eltern berichteten über solche Küchen aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und stellten diese in Verbindung mit dem gesellschaftlichen System, welches nicht in der Lage war, für alle ein Leben in Würde zu organisieren. Heute: Gleiches System, immer noch leben Millionen Menschenunwürdig.
Ich achte zutiefst jene Bürgerinnen und Bürger, die in freiwilliger Arbeit vielen Mitbürgern, ob in Suppenküchen oder bei der Tafel, für Stunden ein Leben in Würde organisieren. Dabei ist es völlig belanglos, welche Motive Triebfeder ihres Handelns sind. Die Botschaft Christi oder der Wunsch, den Schwachen der Schwächsten in dieser Gesellschaft zu helfen.
Zweitausend Jahre Stille Nacht, heilige Nacht und noch immer werden Menschen ausgegrenzt, wie damals das junge Paar, das nur Zuflucht in einer Höhle fand, um im düsteren Schein flackerndes Lichtes und ein Kind zur Welt zu bringen. Nehmen wir das Weihnachtsfest 2008 zum Anlass, über den eigenen Platz in dieser Gesellschaft mit dem Ziel nachzudenken, dass immer mehr Menschen nicht im Schatten, sondern im Licht stehen. Denn: Man sieht nur die im Lichte, die im Schatten sieht man nicht.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der nnz, ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und für 2009, alles Gute.
Jürgen Nagel
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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