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Mo, 16:55 Uhr
22.12.2008

nnz-Forum: Sag mir, wo die Steuern sind?

Da gibt es immer noch Diskussionen um einen Windpark in der Hainleite. Jetzt fragt ein Leser im Forum der nnz, ob sich diese Region Steuern schenken könnte...


Die Bundesregierung muss im kommenden Jahr ein neues Schuldenpaket in nicht geahnter Größe schnüren, um den Staat am Leben zu erhalten. Scheinbar nicht so in Nordthüringen, in Nordhausen. Da wird der neue Regionalplan ausgelegt und mit selbigem der politische Wille zum Ausdruck gebracht, ein bisher ausgewiesenes Windgebiet zu streichen. Klares Ziel der Aktion ist die bereits fertige, und bereits bezahlte, Planung für dieses Windgebiet damit zu zerschlagen.  

Abgesehen davon, dass diese Verfahrensweise im absoluten Gegensatz zu den energie- und umweltpolitischen Zielen der Bundes- und Landesregierung steht, wird es aber noch schöner. Obwohl der Landkreis das Windvorranggebiet streichen will, werden die Gemeinderäte von Wolkramshausen und Hainrode dazu angehalten Bebauungspläne für dieses  Gebiet zur Nutzung von Windkraft aufzustellen.

Es ist doch ein echtes Stück aus dem Tollhaus. Hier sollen Steuergelder für Planungen und Gutachten in sechsstelliger Höhe ausgegeben werden, für ein Projekt was im neuen Regionalplan gar nicht mehr rechtlich möglich ist. Natürlich liegt der Sinn des Ganzen nur darin die bestehenden Planungen zu zerschießen, aber das lässt man sich im Landkreis sichtlich was kosten.

Ist dies der Wählerauftrag, wissentlich Hunderttausende zu verschleudern, nur um seinen Willen durchzusetzen, warum auch immer, ist das der neue Umgang mit soliden deutschen Unternehmen, die Investitionen in dreistelligen Millionenhöhen im Land realisieren, ist dies der politische Beitrag des Landkreises zur Umsetzung der Konjunktur- und Klimapolitik unserer Regierung?

Die Investoren haben alle Verantwortlichen schriftlich über die zu erwartenden Konsequenzen informiert, aber auch Möglichkeiten für gemeinsame Lösungen aufgezeigt, bisher keine Reaktion. Nun gut, der Landrat meint vielleicht, er hat eine Rechtsabteilung, die wird es schon richten, allerdings auch mit Steuergeldern, und jeder weis, die Juristerei ist richtig teuer.

Aber prinzipiell, es gibt in unserem Land doch Gesetze, Verordnungen usw. zum Umgang mit den nun wirklich knappen Mitteln. Wo sind aber diejenigen die sie durchsetzen, wo ist die Kommunalaufsicht, wo ist der Landrat, die Fraktionen und Ausschüsse in den Parlamenten.

Die Bundeskanzlerin und CDU Vorsitzende organisiert in Berlin mit aller Kraft einen Krisengipfel nach dem anderen, ihre Parteifreunde in Thüringen können doch nun nicht alle zum Erfahrungsaustausch in Südostasien sein und gleich alle anderen Fraktionen auch noch mitgenommen haben.
Hagen Schiffner, Projektmanager
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Ret
23.12.2008, 10:51 Uhr
Windenergie nicht zum Schaden der Bürger
Sehr geehrter Herr Planer,

gegen die Errichtung des Windparks Hainleite durch den Investor, die Ventotec GmbH, Leer, haben viele Menschen aus Wolkramshausen und den anliegenden Dörfern frist- und formgerecht Einwände geltend gemacht.

Viele Faktoren sprechen gegen die Windkraftanlage, eineige möchte ich hier kurz nennen:
Gesundheit:

Die gute und angenehme Wohnlage im Tal der Wipper, einem idyllischen Fleckchen Erde, wird für mich und die anderen Bewohner nach Errichtung des Windparks nicht mehr gegeben sein.
Es ist nachgewiesen, dass Menschen durch Immissionen wie Schall, Befeuerung und Schattenschlag, die sogenannten visuellen Immissionen, gesundheitliche Schäden erleiden können. Windräder, die nur ca. 700 m von einer Wohnbebauung entfernt aufgestellt werden, sind bei Südwestwind eine ständige Belastung und wirken sich belastend auf den Organismus aus. Verschiedene Gutachten weise explizit auf den Sachverhalt hin.

Der Gesetzgeber hält in allgemeinen Wohngebieten nachts einen Schallpegel 40 dB zwar für zulässig, dennoch sollte er nicht überschritten werden. Die Kurzbeschreibung des Investors zum Bauprojekt geht am Immissionsmesspunkt 01 (Triftweg 11) von einem Schallpegel nachts von 39,9 dB aus. Damit ist der zulässige Wert nur minimal unterschritten. Bei Dauerbetrieb und mechanischen Abnutzungen dürfte damit eine dauerhafte Überschreitung vorprogrammiert sein.

Aufgrund der Befeuerung wird für die Anwohner der so genannte Discoeffekt erzeugt. Der Himmel über Wolkramsausen, Hainrode Kleinfurra wird erleuchtet und führt bei den Anwohnern zu Schlafstörungen.

Der Schattenschlag soll laut BImSchG täglich 30 Minuten und jährlich 30 Stunden nicht übersteigen. Am Immissionsmesspunkt 01 (Triftweg 11) erreicht der Schattenschlag jährlich ca. 56 Stunden lt. den ausliegenden Unterlagen des Investors.

Landschafts- und Naturschutz:

Der geplante Standort des Windparks liegt in einer idyllischen Landschaft, die durch die über 200 Meter hohen Windräder immensen Schaden nehmen wird. Seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten, die in der Hainleite jetzt noch heimisch sind, werden nach der Errichtung des Windparks keinen Lebensraum mehr haben. Hier seien insbesondere stellvertretend für die Tier- und Pflanzenwelt die vielen Wild- und Greifvögel genannt.

Die durch den Investor vorgelegte Umweltverträglichkeitsstudie ist nicht präzise genug und scheint als nicht geeignet, dies alles zu widerlegen.


Allgemeines:

Hainrode ist seit 1988 staatlich anerkannter Luftkurort und die Gemeinde verzeichnete im letzten Jahr etwa 35.000 Übernachtungen. Diese Einnahmequelle wird mit dem Bau des Windparks versiegen. Die Hainleite und auch Hainrode werden ihren Charme verlieren und werden für Touristen nicht mehr interessant sein. Die Folgen sind nicht absehbar.

Die Gemeinden Hainrode und Wolkramshausen und ihre Einwohner haben keinerlei finanziellen Vorteil von diesem Windpark, da der Betreiber seinen Sitz in Leer hat wird hier kein Cent Gewerbesteuer vereinnahmt werden.
Die Errichtung sollte weiterhin versagt werden, da die erforderliche Infrastruktur für den Transport der tonnenschweren Ungetüme nicht vorhanden ist.

Ich möchte darauf hinweisen, dass die damalige Planung Windkrafträder mit einer Gesamthöhe von ca. 100 m vorsah. Stand der Technik zur Planungszeit. Windräder mit einer Höhe von 205 Metern waren nicht Stand der Technik.

Die Hainleite muss in ihrem Ursprung erhalten bleiben, Abschließend möchte ich zu bedenken geben, dass es aus meiner Sicht nicht sinnvoll seien kann, einen Windpark in einem Tal zu errichten.

Was hier zur Steuerverschwendung geschrieben wird, mag ja zu einem Teil richtig sein. Aber auch der Planer kann zu einer Steuerersparnis beitragen, in dem er sein nicht gewolltes Vorhaben von sich aus einstellt. Und in Zeiten, wo die Regierung Banken mit Millionen unterstützt, sind die hier verschwendeten Ressourcen Peanuts.
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