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Mo, 10:39 Uhr
15.12.2008

Wohnungen ja – aber in Stadtmitte

Am Mittwoch wird sich der Nordhäuser Stadtrat unter anderen mit der Umwidmung einer Gewerbefläche am Taschenberg in einen Wohnungsstandort beschäftigen. Im Vorfeld hatte sich bereits der Bauausschuss des Stadtrates mit einem positiven Votum für diese Umwidmung ausgesprochen. Jetzt melden sich die beiden großen Wohnungsunternehmen im Landkreis Nordhausen zu Wort...


Die beiden größten Vermieter in Nordhausen, die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH (SWG) und die Wohnungsbaugenossenschaft eG Südharz (WBG) sprechen sich gemeinsam gegen dieses Vorhaben aus. Beide Unternehmen begründen dies mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das die weitere Entwicklung von Wohnungsbaustandorten vor allem in der Nordhäuser Kernstadt sowie in der Altstadt vorsieht.

Das Konzept des Investors am Taschenberg sieht den Neubau von 120 Wohnungen für Studenten vor. Diese 120 jungen Menschen würden dann nicht mehr im Zentrum von Nordhausen wohnen, sondern fast am Rande der Stadt. Gerade aber die SWG und die WBG haben in unmittelbarer Nähe zum Taschenberg in den zurückliegenden Jahren – sanktioniert und begleitet durch die Beschlüsse des Stadtrates – fast 400 Wohnungen abgerissen, um so einerseits den Leerstand auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß zu bringen, andererseits jedoch auch mit dem Ziel der Stärkung der Innenstadt.

In den vergangenen sieben Jahren sind innerhalb des Programms „Stadtumbau Ost“ in Nordhausen etwa 1.700 Wohnungen vom Markt entfernt worden. Wohnungen der SWG und der WBG. Das führte zu einer weitgehenden Gesundung des Wohnungsmarkes in Nordhausen, welche für die Vermieter Sanierungen, Modernisierungen und Neubau finanziell möglich macht. Übrigens kommt diese Stabilisierung des Marktes auch den privaten Vermietern zugute, die ebenfalls von dem Prozeß der Gesundschrumpfung profitierten.

Begrüßen würde die SWG und WBG, wenn ein Investor die 120 Studentenwohnungen in der Nordhäuser Kernstadt, zum Beispiel im Quartier der Bäckerstraße etablieren würde. Dies würde die Innenstadt stärken und letztlich auch mit den bisherigen Beschlüssen des Stadtrates konform sein.

Eine Umwidmung am Taschenberg würde den in diesem Jahr gefaßten Stadtratsbeschlüssen zum ISEK widersprechen. Mehr noch: Damit könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden, der einer nicht mehr planbaren Stadtentwicklung Tür und Tor öffnen würde.
Autor: nnz

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Kommentare
ein.nordhaeuser
15.12.2008, 16:39 Uhr
Die Samariter sind da!
Die Dokumentation im Anhang von den beiden größten Vermietern in Nordhausen, die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH (SWG) und die Wohnungsbaugenossenschaft eG Südharz (WBG)ist von niederem Niveau. Da wird vom Taschenberg „am Rande der Stadt“ gesprochen und auf den Rückbau von unsanierten Wohnungen in unattraktiven Wohnlagen verwiesen, um so einerseits den Leerstand auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß zu bringen, andererseits jedoch auch mit dem Ziel der Stärkung der Innenstadt.
Und da haben wir zum Glück noch den wenig informierten Betrachter, der die sachlichen Fakten nicht sehen will oder kann.

Sachliche Fakten können aber auch sein:
Der Rückbau ist steuerfinanziert. So erhalten vornehmlich kommunale und genossenschaftliche Gesellschaften 60 - 70 Euro pro Quadratmeter abgerissenen Wohnraum. Nach dem Abriss werden die fiktiv auf den Gebäuden liegenden DDR-Altschulden erlassen. Dies sind ca. 70 Euro pro Quadratmeter. Für die Aufwertung des Wohnumfeldes werden ebenso Gelder zur Verfügung gestellt.

Also wird unattraktiver und schwer vermietbarer Wohnraum abgerissen, bekommt DDR-Altschuldenerlass und verkauft das dem wenig informierten Betrachter als gute Tat.

Nun will ich das Wirken der beiden größten Vermieter in Nordhausen nicht herabwürdigen. Aber bei solchen Statements habe ich immer ein flaues Gefühl, besonders beim „für dumm verkaufen“ des wenig informierten Betrachters.
Nikolaus
15.12.2008, 19:56 Uhr
Wettbewerb?
Als gebürtiger Nordhäuser, realistisch beobachtender und interessierter Mensch verfolge ich seit geraumer Zeit die Statements der 2 großen Wohnungsgesellschaften in Nordhausen zum o. g.Thema.

Ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass angeführte Gründe nicht den Kern der Sache treffen. Es wird versucht, durch verschiedene Argumentation und Plausibilisierung den eigentlichen Sachverhalt, die Zerschmetterung eines von einem privaten Investor und Konkurrenten geplanten Projekts, zu verschleiern.

Vom vermessungstechnischen Gesichtspunkt ist die Fläche am Taschenberg sicherlich nicht das Zentrum. Aber man möchte doch auch nicht behaupten, dass sich Wohnhäuser in der Sangerhäuser Straße, oder am Weinberg in Nordhausens Peripherie befinden.

Das Gegenteil ist der Fall.
Gerade diese Lage für Wohneinheiten zur Vermietung an Studenten zu nutzen, sowie partiell Möglichkeiten für kulturelle Begegnung zu schaffen, ist ausgehend von meiner Kenntnis, auch ähnlicher Projekte in Hochschul- oder Universitätsstätten, geradezu optimal.

Die Anführung der SEK ist sicherlich ein Punkt der erwähnenswert ist. Trotzdem sollte man nicht versuchen, dies als Grund für den Rückbau von WE an nicht atraktiven Standorten, die offensichtlich über mehrere Perioden leer standen, anzuführen.

Die auf längere Sicht betriebswirtschaftlich notwendige Konsolidierung der Wohnungsgesellschaften sind doch wohl die besseren Argumente!

Die Schilderung auf Seite 2, Absatz 3 des Informationsblattes macht den Anschein, dass der Investor auf Grund höherer Nachfrage nun mal schnell von seinem bisherigen Projekt (die Details und Gründe für Abstandnahme vom Brauereiprojekt wurden ja nun schon hinreichend in den lokalen Medien kommuniziert) los lässt und sich schnell ein Wohnungsbauprojekt vornimmt. Das unterstelle ich ganz einfach und überlasse es dem geübten Beobachter, dies zwischen den Zeilen zu lesen!

Der bekannte Investor hat durch Eigeninitiative, Weitblick und nicht gerade mit wenig unternehmerischen Risiko Projekte gestemmt, die wie ich persönlich meine, nicht gerade unerheblich zur Verschönerung der Stadt Nordhausen und zur Verbesserung der Wohnqualität vieler Bürger beitrugen und hoffentlich auch weiter beitragen werden.
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