Mi, 12:56 Uhr
24.07.2002
Kein Zurück zum Bermuda-Dreieck
Nordhausen (nnz). Mit Vorliebe berichteten überregionale Medien in den letzten Tagen über Kontakte zwischen den Theatern in Rudolstadt und Nordhausen. Das jedoch erwies sich als Nullnummer, wie die nnz heute erfuhr.
Weder ich noch Barbara Rinke haben mit Vertretern aus dem Theater Rudolstadt gesprochen, so ein überraschter Klaus Wahlbuhl heute im nnz-Gespräch. Wahlbuhl und Rinke sind derzeit noch im Urlaub, auch halb-offizielle Kontakte habe es nicht gegeben. Vielmehr hätten sich die Nordhäuser vor einem halben Jahr mit Eisenach unterhalten, der Versuch wurde zu den Akten gelegt, Eisenach ist mit Meiningen verheiratet worden.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Theater GmbH zeigte sich aber durchaus zu Gesprächen mit Rudolstadt bereit, geht es nach dem Beschluß des Gremiums, dann könnte Rudolstadt mit einem erhaltenen Schauspiel die Lücke in Nordhausen füllen. Anders herum wird das komplette Musiktheater nach Rudolstadt fahren. Öfter als es den Künstlern lieb sein wird, die ja nicht mal, glaubt man einigen öffentlichen Äußerungen, im Landkreis Nordhausen Station machen wollen. Trotz aller Gesprächsbereitschaft fühlt sich Wahlbuhl natürlich auch an den Beschluß des Stadtrates gebunden, das Schauspiel zu erhalten und einen linearen Personalabbau vorzunehmen.
Obwohl zwischen Rudolstadt und Nordhausen Synergien hergestellt werden könnten, befindet sich Rudolstadt in Ost- und Nordhausen in Nordthüringen. Dazwischen liegen - glaubt man dem Falk-Routenplaner - 130 Kilometer. Die müssen zum größten Teil per Bundesstraße zurückgelegt werden. Und gerade in dieser Logistik sieht Wahlbuhl die größten Hemmnisse für eine künftige Hochzeit beider Musentempel.
Rudolstadt ist nicht das erste Mal im Gespräch, wenn es um Fusionen in Thüringen geht. Bereits in den 90er Jahren wurde in diesem Kultur-Freistaat über eine große Ehe zwischen Eisenach, Rudolstadt und Nordhausen nachgedacht. Kritiker gaben dieser Vision damals den Beinamen Bermuda-Dreieck. Selbst das Land Thüringen winkte ab und versicherte, dass das Nordhäuser Haus als Drei-Sparten-Theater im Norden seine Berechtigung habe, erinnert sich Wahlbuhl.
Anfang des nächsten Monats wollen der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter Joachim Kreyer nach Erfurt fahren. Dort wollen sie mit Experten des Kunstministeriums ausloten, welche Möglichkeiten das Land für die Zukunft des nördlichsten Theaterstandortes bereithält. Aber letztlich kann auch das Land nicht einen Beschluß des Stadtrates kippen.
Autor: nnzWeder ich noch Barbara Rinke haben mit Vertretern aus dem Theater Rudolstadt gesprochen, so ein überraschter Klaus Wahlbuhl heute im nnz-Gespräch. Wahlbuhl und Rinke sind derzeit noch im Urlaub, auch halb-offizielle Kontakte habe es nicht gegeben. Vielmehr hätten sich die Nordhäuser vor einem halben Jahr mit Eisenach unterhalten, der Versuch wurde zu den Akten gelegt, Eisenach ist mit Meiningen verheiratet worden.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Theater GmbH zeigte sich aber durchaus zu Gesprächen mit Rudolstadt bereit, geht es nach dem Beschluß des Gremiums, dann könnte Rudolstadt mit einem erhaltenen Schauspiel die Lücke in Nordhausen füllen. Anders herum wird das komplette Musiktheater nach Rudolstadt fahren. Öfter als es den Künstlern lieb sein wird, die ja nicht mal, glaubt man einigen öffentlichen Äußerungen, im Landkreis Nordhausen Station machen wollen. Trotz aller Gesprächsbereitschaft fühlt sich Wahlbuhl natürlich auch an den Beschluß des Stadtrates gebunden, das Schauspiel zu erhalten und einen linearen Personalabbau vorzunehmen.
Obwohl zwischen Rudolstadt und Nordhausen Synergien hergestellt werden könnten, befindet sich Rudolstadt in Ost- und Nordhausen in Nordthüringen. Dazwischen liegen - glaubt man dem Falk-Routenplaner - 130 Kilometer. Die müssen zum größten Teil per Bundesstraße zurückgelegt werden. Und gerade in dieser Logistik sieht Wahlbuhl die größten Hemmnisse für eine künftige Hochzeit beider Musentempel.
Rudolstadt ist nicht das erste Mal im Gespräch, wenn es um Fusionen in Thüringen geht. Bereits in den 90er Jahren wurde in diesem Kultur-Freistaat über eine große Ehe zwischen Eisenach, Rudolstadt und Nordhausen nachgedacht. Kritiker gaben dieser Vision damals den Beinamen Bermuda-Dreieck. Selbst das Land Thüringen winkte ab und versicherte, dass das Nordhäuser Haus als Drei-Sparten-Theater im Norden seine Berechtigung habe, erinnert sich Wahlbuhl.
Anfang des nächsten Monats wollen der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter Joachim Kreyer nach Erfurt fahren. Dort wollen sie mit Experten des Kunstministeriums ausloten, welche Möglichkeiten das Land für die Zukunft des nördlichsten Theaterstandortes bereithält. Aber letztlich kann auch das Land nicht einen Beschluß des Stadtrates kippen.

