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Di, 16:25 Uhr
09.12.2008

Nach Vorstellung „abgehauen“

Normalerweise verlässt Marcos Liesenberg nicht gleich das Theater, kaum dass der Applaus verklungen, der Vorhang gefallen ist. Aber am vergangen Samstag war das anders. Gleich nach der Vorstellung von „Eine Nacht in Venedig“, wo er neben seinem Gesang in der Rolle des Caramello die Zuschauer auch mit seinem komödiantischen Talent begeistert, packte er seine Tasche...


Abgehauen (Foto: Kühn) Abgehauen (Foto: Kühn) Das Auto Richtung Flugplatz wartete schon. Noch in der Nacht ging es ab nach Brasilien, seinem Heimatland. Vor anderthalb Jahren hatte es den Tenor nach Nordhausen verschlagen, deshalb sind die Besuche in der Heimat sehr selten.

In den vergangenen Wochen waren Marcos Liesenbergs Gedanken oft in seiner Heimatstadt Blumenau unweit von São Paulo. Wochenlanger heftiger Regen hatte die Stadt unter Wasser gesetzt, Straßen waren nicht mehr zu sehen, die Häuser standen unter Wasser. Mittlerweile ist zwar das Wasser zurückgegangen, aber viele Menschen stehen nun vor dem Nichts. Marcos Liesenberg will deshalb im nächsten Jahr ein Benefizkonzert in Brasilien geben, um ihnen zu helfen.

In diesem Jahr ist der Tenor Solist in zwei Konzerten. Gleich nach der Ankunft probierte er für das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Marcos Liesenberg singt die Partie des Evangelisten und die Tenor-Arien im wichtigsten und größten Konzertsaal von São Paulo, dem Sala São Paulo. Rund 1000 Zuschauer passen in diesen Saal. Ein weiteres Konzert ist in Florianopolis, in Santa Catarina in einem ähnlich großen Konzertsaal. Dort singt Marcos Liesenberg „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn mit dem Orchester Camerata Florianopolis.

Der Tenor, der seit anderthalb Jahren in Nordhausen wohnt, bekommt des öfteren Anfragen für Konzerte in Brasilien. Die beiden Konzerte jetzt in der Vorweihnachtszeit haben eine besondere Bedeutung für den Sänger. Weihnachten ist für ihn als Christ ein wunderbares Fest. Er ist in Brasilien mit Kirchenmusik aufgewachsen und liebt die Musik von Bach und Haydn. Deshalb hat er sich auch in diese Richtung spezialisiert. Seine ausgezeichneten Deutschkenntnisse kommen ihm zu Gute, da bei Weihnachtsoratorien die Geschichte in Rezitativen in deutscher Sprache erzählt wird.

Am 20. Dezember 2008 können ihn die Zuschauer dann wieder im Theater Nordhausen in der Operette „Eine Nacht in Venedig“ erleben.
Autor: nnz/kn

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