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Mo, 17:33 Uhr
22.07.2002

Prozeß soll wieder aufgerollt werden

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern? Im vergangenen Jahr sollte vor dem Mühlhäuser Landgericht gegen Eva-Maria und Volker E. verhandelt werden. Dazu kam es wegen Verjährung nicht. Jetzt soll es eine Neuauflage geben.


Wie der Pressesprecher der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft, Dirk Germerodt, der nnz bestätigte, hatte die Ermittlungsbehörde mit ihrer sofort am Thüringer Oberlandesgericht eingelegten Beschwerde einen Teilerfolg erzielt. Das OLG hatte zwar den Einstellungsbeschluß gegen die damals Angeklagte Eva-Maria E. am 21. März 2002 bestätigt, gegen ihren Ehemann soll jedoch wieder verhandelt werden. Und das recht zügig, kommentierte eine Sprecherin des Landgerichts Mühlhausen der nnz. Der erste Verhandlungstag vor der 6. großen Wirtschaftsstrafkammer ist auf den 28. August datiert.

Volker E. wird in zwei Fällen Untreue, in einem Fall in Verbindung mit Betrug zur Last gelegt. Beide Vorwürfe reichen in seine Zeit als Wirtschaftsdezernent der Nordhäuser Kreisverwaltung. So soll er Fördermittel des Bundes an die Firma „Pro Innovatio“ weitergeleitet haben, die eigentlich für die Erschließung eines „Technologieparkes Nordhausen“ vorgesehen waren. Zur Erinnerung: Die Geschäftsführerin von „Pro Innovatio“ war seine Ehefrau.

Im zweiten Untreuevorwurf, der sich mit Betrug verbindet, geht es um einen Kredit in Höhe von 300.000 Mark. Den soll der Wirtschaftsdezernent Volker E. an den Geschäftsführer Volker E. der Gesellschaft für Innovation und Management (GIM) vergeben haben. Damit sollte eine Büroausstattung gekauft werden - und zwar von „Pro Innovatio“, wie das Landgericht mitteilte. Dabei soll es sich jedoch nur um ein Scheingeschäft gehandelt haben.

Geschädigter soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch der Landkreis Nordhausen sein. Dazu hieß es in der ersten Anklageschrift: „Die Gelder hätten nicht ausgereicht werden dürfen, weil es nicht nur an einem Kreistagsbeschluß gefehlt hat, sondern der Angeklagte in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsdezernent bei der Vergabe der Mittel mitgewirkt hat, obwohl er zugleich Beteiligter an den Verwaltungsverfahren, nämlich Vorstandsmitglied des Alleingesellschafters (Verein) der Pro Innovation gGmbH gewesen ist.“

nnz-Chronologie:

29.05.2001: Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen erhebt Anklage gegen Eva-Maria und Volker E.
13.08.2001: Die Anklageschrift wird verändert und präzisiert
01.11.2001: Per Beschluß der 6. Wirtschaftsstrafkammer am Mühlhäuser Landgericht wird das Verfahren gegen beide Angeklagten eingestellt, die Staatsanwaltschaft legt Beschwerde gegen den Beschluß ein.
21.03.2001: Das Thüringer Oberlandesgericht gibt der Staatsanwaltschaft zum Teil Recht. Gegen Eva-Maria E. bleibt das Verfahren eingestellt, gegen Volker E. wird erneut verhandelt.
Autor: nnz

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