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Fr, 12:20 Uhr
05.12.2008

Verdienstkreuz für „Max“

Am Montag erhält ein Mann das Bundesverdienstkreuz. Er ist vor allem den älteren Nordhäusern in bester Erinnerung. Zu Recht ist er Ehrenbürger der Rolandstadt. Jetzt wird sein gesamtes Lebenswerk gewürdigt.


Im Namen des Bundespräsidenten Prof. Dr. Köhler und im Auftrag des Thüringer Ministerpräsidenten wird der Chef der Thüringer Staatskanzlei Dr. Klaus Zeh am Montag das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Helmut Zinke überreichen.

Zinke ist am 20. August 1930 geboren. Er erlernte den Beruf eines Bierbrauers. Als geeignete Arbeiter bei der Kampfmittelbeseitigung gebraucht wurden, nahm Helmut Zinke 1953 die Herausforderung an. Er hatte durch seine Tätigkeit als Sprengmeister im Bergbau und im Forst bereits Erfahrungen im Umgang mit Sprengstoff gesammelt.

Max, unter dem Namen kennen ihn alle, hat ab April 1962 die Geschicke der Kampfmittelräumung in Thüringen geprägt. Er war 27 Jahre Leiter des Munitionsbergungsdienstes in Erfurt und damit für die früheren Bezirke Erfurt, Gera und Suhl, für den Raum Dessau, für Berlin-Marzahn und für die Sprengplätze
Wernrode und Hermsdorf maßgeblich verantwortlich. Besondere Einsatzschwerpunkte waren der Kreis Eisenach und vor allem die Stadt Nordhausen.

Zusammen mit seinen Kollegen, denen er ein vorbildlicher Vorgesetzter war, arbeitete er ständig an technischen Lösungen, um die Gefährlichkeit der Arbeit zu verringern. Unter seiner Leitung wurde z. B. eine Munitionsbergungsanlage gebaut und Transportbehälter für den Transport von unsicherer Munition entwickelt.

Sein Können und seine Einsatzfreude waren nicht nur in den Thüringer Bezirken, sondern darüber hinaus auch in Asien gefragt; seine kameradschaftliche Art, seine Hilfsbereitschaft waren und sind überall beliebt. Die Bürger der Stadt Nordhausen vertrauten ihm bei zahlreichen Bombenalarmen. Er wiederum fühlte sich mit der Südharzstadt verbunden. Bei all seinen dortigen Einsätzen riskierte er stets seinen Kopf. Am 2. Juni 1988 bedeutete die Beseitigung des Blindgängers Nr. 226 in der Halleschen Straße in Nordhausen für den Erfurter Sprengmeister das Ende seines Nordhäuser „Himmelfahrtskommandos“. Die Nordhäuser dankten es ihm, indem sie ihn zum Ehrenbürger ihrer Stadt ernannten.

Den Sprengmeister und Polizei-Oberrat a. D. Helmut Zinke kann man nicht vergessen. Dieser bescheidene Mensch wuchs in vielen Stunden höchster Gefahr über sich selbst hinaus. Helmut Zinke hat im Laufe seiner 27-jährigen Tätigkeit als Entschärfer 800 blindgegangene Fliegerbomben entschärft. Als er 1989 den Zünder des 800. Blindgängers in seiner Hand hielt, sagte er: „Das war meine letzte Bombe.“ Dann ging nach 27 Jahren der mit weitem Abstand dienstälteste Leiter in einem gefahrenvollen Beruf in den wohlverdienten Ruhestand.

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand ist Helmut Zinke ein begehrter Ansprechpartner für aktive Kollegen und als ergiebige Geschichts- und Wissensquelle ein jederzeit hilfsbereiter Zeitzeuge. Helmut Zinke ist Ehrenvorsitzender des Vereins Kampfmittelräumer in Thüringen e.V. Die Vereinsmitglieder freuen sich sehr, dass Herrn Helmut Zinke zur Würdigung seines Lebenswerkes diese hohe Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.
Verein der Kampfmittelräumer in Thüringen
Autor: nnz

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