Sa, 17:44 Uhr
20.07.2002
Wird Weg zum Oberzentrum verbaut?
Nordhausen (nnz). Ab Herbst soll es im Freistaat Thüringen einen neuen Landesentwicklungsplan geben, zu dem der Staatskanzlei gerade der Entwurf vorgelegt wurde. Mit ihm soll der Erfahrung und Entwicklung der letzten Jahre Rechnung getragen werden. Was in diesem Entwurf für Nordhausen vorgeschlagen wird, sagt Ihnen nnz.
Der bislang gültige Landesentwicklungsplan ist neun Jahre alt. Er baute auf den damals bestandenen kommunalpolitischen und infrastrukturellen Strukturen auf und regelte die weitere Entwicklung. Die Bedeutung lag vor allem in der sechsstufigen Einordnung der Städte und Gemeinden, die vom Oberzentrum über das Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums bis hinunter zum Kleinzentrum reichte. Bekanntlich nimmt in diesem Ranking Nordhausen die Position eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein und wähnt sich auf dem Weg zum Oberzentrum. Ein Indikator dafür ist u.a. das Vorhandensein des in Nordthüringen dominierenden Krankenhauses, des Theaters und der zwischenzeitlich dazu gekommenen Fachhochschule.
Der von einem Leipziger Planungsinstitut erstellte Entwurf sieht nun für die Zukunft nur noch drei Oberzentren für Thüringen vor, nämlich Erfurt, Jena und Gera. Allen anderen Städten mit Ambitionen auf Anerkennung als Oberzentrum soll diese Möglichkeit beschnitten werden. Treffen würde dies neben Nordhausen auch Weimar, Eisenach, Suhl und einige andere. Wobei ja letztgenannte Stadt durch das gegründeten Städtenetz Südthüringen mit Meiningen und Zella-Mehlis den Weg zum Oberzentrum schaffen wollte.
Der derzeit gültige Landesentwicklungsplan berücksichtigte u.a. die Bevölkerungszahl und ermöglichte entsprechend der bestehenden Einordnung raumordnende und infrastrukturelle Entwicklungen, wie den Bau von Gewerbearealen, Großgewerbe und -märkten, oder die Gründung von Hochschulen und Krankenhäusern. Und es waren Fördermöglichkeiten und mittel damit verbunden. Die Abnahme der Bevölkerung, Wegzug aus den Städten und die zu erwartende weitere demografische Entwicklung soll nun in dem Entwurf eines neuen Landesentwicklungsplanes berücksichtigt werden, was wohl darauf hinausläuft, dass nur noch die drei Oberzentren wirklich gefördert werden sollen.
Erste Stimmen des Protestes kamen bereits vom Suhler Bürgermeister Martin Kummer, aber auch von Hildburghausen, wo man bereits die Vorbereitung einer neuen Gebietsreform argwöhnt. Staatskanzleiminister Jürgen Gnauck besänftigte in einer eilends herausgegebenen Erklärung die zu erwartenden Unruhe in den Kommunen und wies darauf hin, dass es sich ja zunächst um einen Entwurf handele, der auf jeden Fall mit den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen und mit den Landräten besprochen werden wird.
Autor: nnzDer bislang gültige Landesentwicklungsplan ist neun Jahre alt. Er baute auf den damals bestandenen kommunalpolitischen und infrastrukturellen Strukturen auf und regelte die weitere Entwicklung. Die Bedeutung lag vor allem in der sechsstufigen Einordnung der Städte und Gemeinden, die vom Oberzentrum über das Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums bis hinunter zum Kleinzentrum reichte. Bekanntlich nimmt in diesem Ranking Nordhausen die Position eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein und wähnt sich auf dem Weg zum Oberzentrum. Ein Indikator dafür ist u.a. das Vorhandensein des in Nordthüringen dominierenden Krankenhauses, des Theaters und der zwischenzeitlich dazu gekommenen Fachhochschule.
Der von einem Leipziger Planungsinstitut erstellte Entwurf sieht nun für die Zukunft nur noch drei Oberzentren für Thüringen vor, nämlich Erfurt, Jena und Gera. Allen anderen Städten mit Ambitionen auf Anerkennung als Oberzentrum soll diese Möglichkeit beschnitten werden. Treffen würde dies neben Nordhausen auch Weimar, Eisenach, Suhl und einige andere. Wobei ja letztgenannte Stadt durch das gegründeten Städtenetz Südthüringen mit Meiningen und Zella-Mehlis den Weg zum Oberzentrum schaffen wollte.
Der derzeit gültige Landesentwicklungsplan berücksichtigte u.a. die Bevölkerungszahl und ermöglichte entsprechend der bestehenden Einordnung raumordnende und infrastrukturelle Entwicklungen, wie den Bau von Gewerbearealen, Großgewerbe und -märkten, oder die Gründung von Hochschulen und Krankenhäusern. Und es waren Fördermöglichkeiten und mittel damit verbunden. Die Abnahme der Bevölkerung, Wegzug aus den Städten und die zu erwartende weitere demografische Entwicklung soll nun in dem Entwurf eines neuen Landesentwicklungsplanes berücksichtigt werden, was wohl darauf hinausläuft, dass nur noch die drei Oberzentren wirklich gefördert werden sollen.
Erste Stimmen des Protestes kamen bereits vom Suhler Bürgermeister Martin Kummer, aber auch von Hildburghausen, wo man bereits die Vorbereitung einer neuen Gebietsreform argwöhnt. Staatskanzleiminister Jürgen Gnauck besänftigte in einer eilends herausgegebenen Erklärung die zu erwartenden Unruhe in den Kommunen und wies darauf hin, dass es sich ja zunächst um einen Entwurf handele, der auf jeden Fall mit den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen und mit den Landräten besprochen werden wird.

