Mo, 15:10 Uhr
15.07.2002
Die Verwaltung und der Bürger
Nordhausen (nnz). Der Bürger und die Verwaltung - oftmals ein Buch mit mehr als den berühmten sieben Siegeln. Daß es aber auch eine Zusammenarbeit geben kann, das hat die nnz herausgefunden.
Die 3. Arbeitstagung des Agenda 21-Forums Naturschutz fand am vergangenem Donnerstag im Landratsamt Nordhausen statt und zeugte davon, dass Fachwissen, Bürgerengagement und politischer Verstand sich sinnvoll ergänzen. Im Mittelpunkt stand das Seminar: Möglichkeiten des kommunalen Baumschutzes. Dazu hatten die Agenda 21-Akteure Fachleute aus der Stadt- und der Landkreisverwaltung eingeladen. Zunächst gab Annette Gümmer, Sachbearbeiterin in der Unteren Naturschutzbehörde, einen kurzen Überblick zum Baumschutz in Geschichte und Gegenwart. Sie bewertete Bäume als Kulturgut und hob deren ökologisch-biologischen Wert von hervor. Sie erinnerte daran, dass das Beschließen einer Baumschutzsatzung in den Gemeinden unerlässlich ist, um den Bürgern mehr Rechtssicherheit zu gewähren.
Kerstin Windisch vom städtischen Amt für Umwelt und Grünordnung stellte die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen vor, erläuterte Maßnahmen zu deren Durchsetzung und ging auch auf sich daraus ergebende Konflikte zwischen Privatrecht und Satzungsrecht ein. Dass die Hauptverantwortung für einen Baum nicht beim Landrat oder Bürgermeister, sondern immer beim Eigentümer liegt, hob Kreiswegewart Benno Mühlhaus hervor. Als Beispiel griff er die Sorge von Pfarrer Peter Kube über den vermeintlich beklagenswerten Zustand einer Eiche im Ortskern von Holbach auf.
Die Untere Naturschutzbehörde habe nach Erscheinen des Briefes die Baumsituation nochmals untersucht (eine Zustandseinschätzung hatte die UNB bereits1999 erstellt) und die wiederholte fachliche Begutachtung habe nun ein ähnliches Ergebnis erbracht wie von Peter Kube beschrieben: Die Stieleiche ist etwa 150 Jahre alt und schutzwürdig. In der Krone ist ein starker Substanzverlust auszumachen, der Stamm ist kräftig, der Wurzelraum aber sehr eingeengt. Während 1999 kein Handlungsbedarf bestand, hat sich die Situation für den Baum zwischenzeitlich sehr verschlechtert. Dringender Handlungsbedarf ist geboten. Mühlhaus gab deshalb an die evangelische Kirche als Eigentümer des Baumes die Empfehlung, die Baumscheibe zu vergrößern und für zusätzliche regelmäßige Bewässerung zu sorgen.
Autor: nnzDie 3. Arbeitstagung des Agenda 21-Forums Naturschutz fand am vergangenem Donnerstag im Landratsamt Nordhausen statt und zeugte davon, dass Fachwissen, Bürgerengagement und politischer Verstand sich sinnvoll ergänzen. Im Mittelpunkt stand das Seminar: Möglichkeiten des kommunalen Baumschutzes. Dazu hatten die Agenda 21-Akteure Fachleute aus der Stadt- und der Landkreisverwaltung eingeladen. Zunächst gab Annette Gümmer, Sachbearbeiterin in der Unteren Naturschutzbehörde, einen kurzen Überblick zum Baumschutz in Geschichte und Gegenwart. Sie bewertete Bäume als Kulturgut und hob deren ökologisch-biologischen Wert von hervor. Sie erinnerte daran, dass das Beschließen einer Baumschutzsatzung in den Gemeinden unerlässlich ist, um den Bürgern mehr Rechtssicherheit zu gewähren.
Kerstin Windisch vom städtischen Amt für Umwelt und Grünordnung stellte die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen vor, erläuterte Maßnahmen zu deren Durchsetzung und ging auch auf sich daraus ergebende Konflikte zwischen Privatrecht und Satzungsrecht ein. Dass die Hauptverantwortung für einen Baum nicht beim Landrat oder Bürgermeister, sondern immer beim Eigentümer liegt, hob Kreiswegewart Benno Mühlhaus hervor. Als Beispiel griff er die Sorge von Pfarrer Peter Kube über den vermeintlich beklagenswerten Zustand einer Eiche im Ortskern von Holbach auf.
Die Untere Naturschutzbehörde habe nach Erscheinen des Briefes die Baumsituation nochmals untersucht (eine Zustandseinschätzung hatte die UNB bereits1999 erstellt) und die wiederholte fachliche Begutachtung habe nun ein ähnliches Ergebnis erbracht wie von Peter Kube beschrieben: Die Stieleiche ist etwa 150 Jahre alt und schutzwürdig. In der Krone ist ein starker Substanzverlust auszumachen, der Stamm ist kräftig, der Wurzelraum aber sehr eingeengt. Während 1999 kein Handlungsbedarf bestand, hat sich die Situation für den Baum zwischenzeitlich sehr verschlechtert. Dringender Handlungsbedarf ist geboten. Mühlhaus gab deshalb an die evangelische Kirche als Eigentümer des Baumes die Empfehlung, die Baumscheibe zu vergrößern und für zusätzliche regelmäßige Bewässerung zu sorgen.

