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Fr, 12:18 Uhr
14.11.2008

Überraschung beim Landesamt

Überrascht von der Vielzahl der Funde am Grabungsfeld am Pferdemarkt sind die Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. An der Grabungsstelle soll später ein Einkaufszentrum entstehen auf einer Gesamtfläche von rund 7400 Quadratmetern. Jetzt aber wird noch gebuddelt...

Gefunden (Foto: psv) Gefunden (Foto: psv)
Die Grabungsmitarbeiter zeigen Ihre Funde sowie die von den Fundstellen angefertigten Zeichnungen

„Auf der derzeit rund 300 Quadratmeter großen freigelegten Fläche haben wir viele Zeugnisse dafür gefunden, dass Nordhausen eine reiche Stadt war“, sagte Wolfgang Müller, der schon einige Ausgrabungen in Nordhausen leitete. So sei man auf die Reste von zwei Grubenhäusern aus dem 12. und 13. Jahrhundert gestoßen. „Diese Wohnunterkünfte waren rund anderthalb Meter tief in die Erde gesenkt und hatten Holzstämme als Tragpfeiler und ein Satteldach“, so Müller.

Auch auf eine „Nordhäuser Besonderheit“ sind die Ausgräber am Pferdemarkt gestoßen: „Wir haben hier – wie bereits im Vorjahr an der Engelsburg – Reste eines Schachtkellers gefunden. Sie dienten als Vorratskeller und waren Vorläuferbauten von Gewölbekellern. Wir haben anfangs immer gedacht, es handele sich um mittelalterliche Abfallgruben, weil sie nach ihrer eigentlichen Nutzung mit Abfall verfüllt worden sind bzw. als Latrine verwendet wurden. Daher kam die Fehlinterpretation – bsi wir bei den Grabungen an der Engelsburg Klarheit gewonnen hatten“, erklärte Müller.

Darüber hinaus sei man auf zahlreiche Zivilisationszeugnisse aus mehreren Jahrhunderten gestoßen. „Darunter sind Krug- und Tellerrreste, teilweise mit Verzierungen, eine Reliefkachel aus der Renaissancezeit aus dem 16. Jahrhundert sowie weitere interessante Einzelfunden, die wir der Öffentlichkeit später ausführlich vorstellen werden“, so Müller.

„Das Areal, auf dem wir hier graben, war über Jahrhunderte Wohn- und Arbeitsgegend von Handwerkern. Hier an dieser Stelle liegen auch Teile der Wurzeln unserer Stadt: Denn in Sichtweite von hier, etwa da, wo jetzt der Dom steht, hatte König Heinrich der I. um 910 seine Burg bauen lassen. Und für deren Unterhalt haben unter anderem die Handwerker gesorgt, die sich deshalb hier niedergelassen haben“, so der Experte.
Autor: nnz

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