Do, 14:23 Uhr
11.07.2002
Ein nackter Jugoslawe
Nordhausen (nnz). Was hat ein nackter Jugoslawe in Heiligenstadt mit der Nordhäuser Drogenszene zu tun? Die Antwort auf diese durchaus ungewöhnliche Frage erhalten Sie mit einem Klick auf MEHR.
Es war im September des vergangenen Jahres. Auf einem Parkplatz bei Heiligenstadt hielt sich ein splitternackter Mann in seinem Auto auf. Als die Polizei anrückte, spielte der Jugoslawe verrückt. Er schlug wild um sich, brüllte und rief: Ich bin der größte Drogendealer. Vermutlich hatte er zu diesem Zeitpunkt eine überaus große Ladung Hasch selbst inhaliert, der Ausspruch mit dem Dealer sollte sich jedoch bewahrheiten, wie sich bei der Vernehmung durch Beamte der Kripo herausstellte.
Der Mann führte die Kriminalisten nicht nur auf eine weitere Spur eines der größten Dealernetzes in Nordthüringen, sondern führte auch zur Gründung der Soko Locke. Die Soko, mittlerweile auf acht Mann aufgestockt, ermittelte gezielt gegen die Drogenszene in und um Nordhausen. Und die Beamten drangen tief in diese ein. Nicht nur die kleinen Fische hingen am Haken, sondern plötzlich auch die ganz dicken Brocken.
So wurden an einem Tag 14 Haftbefehle ausgestellt und vollzogen. Nicht nur die Kriminalisten, sondern auch die Staatsanwälte in Mühlhausen hatte jetzt das Gefühl: Wir haben endlich mal an der richtigen Strippe gezogen, wie es der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Dirk Germerodt, gegenüber nnz formulierte. Was folgte, das waren rund 100 Hausdurchsuchungen, bei denen 7,5 Kilogramm Haschisch, 180 Gramm Marihuana, 450 Ecstasy-Tabletten und 28.000 Mark sichergestellt wurden. Zwei der Hauptangeklagten aus dem Raum Nordhausen sind bereits vom Landgericht Mühlhausen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden, eine zweite Tätergruppe befindet sich komplett in Untersuchungshaft.
Noch immer gehören die großen Diskotheken und andere gastronomische Einrichtung in und um Nordhausen zu den Hauptumschlagplätzen von Drogen, warnte Polizeidirektor Günther Lierhammer. Nicht nur aus diesem Grund wird die Soko weiterarbeiten. Der Markt ist zwar gerade ordentlich aufgemischt worden, aber er wird sicher bald wieder von anderen Banden erschlossen. Obwohl: In Nordthüringen ist es momentan schwer an Drogen in großen Mengen heran zu kommen. Schwingt damit auch die Hoffnung, dass es so bleibt und dass Typen wie zum Beispiel ein Sondershäuser schnell und für lange Zeit weggeschlossen werden. Der Mann aus der Musikstadt hatte unter anderem mehrere Kinder unter 14 Jahren regelmäßig mit Drogen versorgt.
Autor: nnz
Es war im September des vergangenen Jahres. Auf einem Parkplatz bei Heiligenstadt hielt sich ein splitternackter Mann in seinem Auto auf. Als die Polizei anrückte, spielte der Jugoslawe verrückt. Er schlug wild um sich, brüllte und rief: Ich bin der größte Drogendealer. Vermutlich hatte er zu diesem Zeitpunkt eine überaus große Ladung Hasch selbst inhaliert, der Ausspruch mit dem Dealer sollte sich jedoch bewahrheiten, wie sich bei der Vernehmung durch Beamte der Kripo herausstellte.Der Mann führte die Kriminalisten nicht nur auf eine weitere Spur eines der größten Dealernetzes in Nordthüringen, sondern führte auch zur Gründung der Soko Locke. Die Soko, mittlerweile auf acht Mann aufgestockt, ermittelte gezielt gegen die Drogenszene in und um Nordhausen. Und die Beamten drangen tief in diese ein. Nicht nur die kleinen Fische hingen am Haken, sondern plötzlich auch die ganz dicken Brocken.
So wurden an einem Tag 14 Haftbefehle ausgestellt und vollzogen. Nicht nur die Kriminalisten, sondern auch die Staatsanwälte in Mühlhausen hatte jetzt das Gefühl: Wir haben endlich mal an der richtigen Strippe gezogen, wie es der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Dirk Germerodt, gegenüber nnz formulierte. Was folgte, das waren rund 100 Hausdurchsuchungen, bei denen 7,5 Kilogramm Haschisch, 180 Gramm Marihuana, 450 Ecstasy-Tabletten und 28.000 Mark sichergestellt wurden. Zwei der Hauptangeklagten aus dem Raum Nordhausen sind bereits vom Landgericht Mühlhausen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden, eine zweite Tätergruppe befindet sich komplett in Untersuchungshaft.
Noch immer gehören die großen Diskotheken und andere gastronomische Einrichtung in und um Nordhausen zu den Hauptumschlagplätzen von Drogen, warnte Polizeidirektor Günther Lierhammer. Nicht nur aus diesem Grund wird die Soko weiterarbeiten. Der Markt ist zwar gerade ordentlich aufgemischt worden, aber er wird sicher bald wieder von anderen Banden erschlossen. Obwohl: In Nordthüringen ist es momentan schwer an Drogen in großen Mengen heran zu kommen. Schwingt damit auch die Hoffnung, dass es so bleibt und dass Typen wie zum Beispiel ein Sondershäuser schnell und für lange Zeit weggeschlossen werden. Der Mann aus der Musikstadt hatte unter anderem mehrere Kinder unter 14 Jahren regelmäßig mit Drogen versorgt.


