Mi, 16:24 Uhr
22.10.2008
Erinnerung braucht Wissen
Im der Gedenkstätte Mittelbau-Dora ist vor wenigen Minuten der Denkmalpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen 2008 verliehen worden. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Preises ging er an eine Gedenkstätte....
Von links: Müller, Wurzel, Wagner
Im Museum der Gedenkstätte wurde in feierlicher Form dieser mit 25.000 Euro dotierte Preis verliehen. Bevor die wertvolle Urkunde den neuen Besitzer, die Gedenkstätte Mittelbau-Dora erreichte, wurde viel geredet. Den Reigen der Statements eröffnete der Chef der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Prof. Dr. Volkhard Knigge. Dessen im Programm ausgewiesene Begrüßung dauerte rund 20 Minuten. Knigge war denn auch froh über das Novum in der Preisgeschichte, bislang sei er der traditionellen Museumswelt vorbehalten gewesen, jetzt erstmals geht er an das Museum einer Gedenkstätte. Für ihn sei der Preis eine Ermutigung für die Etablierung einer Erinnerungskultur.
Wolfgang Asche vom Vorstand der Nordhäuser Kreissparkasse versicherte den Mitarbeitern der Gedenkstätte, daß sein Haus weiter ein verläßlicher Partner sei und eine ganze Region stolz auf diese Gedenkstättenarbeit sein könne.
In seiner Rede erinnerte Thüringens Kultusminister Bernward Müller an die notwendige Aufarbeitung von totalitären Systemen und mahnte an, daß Schweigen nicht in ein Verschweigen münden dürfte. Müller sprach allerdings auch von rund 6.000 Toten im damaligen Konzentrationslager. Hätte er sich die offiziellen Internetseiten der Stiftung als vorbereitende Arbeit angesehen, dann wüßte er, daß mindestens 20.000 Häftlinge in der Hölle Dora ihr Leben lassen mussten.
Jutta Krauth, die 1. Beigeordnete des Landkreises Nordhausen machte es kurz, sie würdigte das Gesamtkonzept der Gedenkstätte und verwies auf die Verantwortung der Region, die man gemeinsam bei der Aufarbeitung der Geschichte habe.
Dann folgte die Laudatio, auf deutsch, die Lobrede. Das, was Prof. Dr. Bernhard Graf jedoch vortrug, das hatte eher den Charakter einer Vorlesung vor angehenden Historikern im neunten Semester. Zum Schluß dann jedoch ein Lob auf die Gedenkstättenarbeit.
Mahnende und eindringliche Worte von Dr. Thomas Wurzel von der Sparkassen-Kulturstiftung. Er freute sich ganz besonders, unter den Gästen Albert van Hoey, den Vorsitzenden des Häftlingsbeirates der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora begrüßen zu können. Im Anschluß an die Reden, Begrüßungen und Ansprachen erfolgte die Übergabe des Preises an den Leiter der Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner.
Autor: nnzVon links: Müller, Wurzel, Wagner
Im Museum der Gedenkstätte wurde in feierlicher Form dieser mit 25.000 Euro dotierte Preis verliehen. Bevor die wertvolle Urkunde den neuen Besitzer, die Gedenkstätte Mittelbau-Dora erreichte, wurde viel geredet. Den Reigen der Statements eröffnete der Chef der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Prof. Dr. Volkhard Knigge. Dessen im Programm ausgewiesene Begrüßung dauerte rund 20 Minuten. Knigge war denn auch froh über das Novum in der Preisgeschichte, bislang sei er der traditionellen Museumswelt vorbehalten gewesen, jetzt erstmals geht er an das Museum einer Gedenkstätte. Für ihn sei der Preis eine Ermutigung für die Etablierung einer Erinnerungskultur.
Wolfgang Asche vom Vorstand der Nordhäuser Kreissparkasse versicherte den Mitarbeitern der Gedenkstätte, daß sein Haus weiter ein verläßlicher Partner sei und eine ganze Region stolz auf diese Gedenkstättenarbeit sein könne.
In seiner Rede erinnerte Thüringens Kultusminister Bernward Müller an die notwendige Aufarbeitung von totalitären Systemen und mahnte an, daß Schweigen nicht in ein Verschweigen münden dürfte. Müller sprach allerdings auch von rund 6.000 Toten im damaligen Konzentrationslager. Hätte er sich die offiziellen Internetseiten der Stiftung als vorbereitende Arbeit angesehen, dann wüßte er, daß mindestens 20.000 Häftlinge in der Hölle Dora ihr Leben lassen mussten.
Jutta Krauth, die 1. Beigeordnete des Landkreises Nordhausen machte es kurz, sie würdigte das Gesamtkonzept der Gedenkstätte und verwies auf die Verantwortung der Region, die man gemeinsam bei der Aufarbeitung der Geschichte habe.
Dann folgte die Laudatio, auf deutsch, die Lobrede. Das, was Prof. Dr. Bernhard Graf jedoch vortrug, das hatte eher den Charakter einer Vorlesung vor angehenden Historikern im neunten Semester. Zum Schluß dann jedoch ein Lob auf die Gedenkstättenarbeit.
Mahnende und eindringliche Worte von Dr. Thomas Wurzel von der Sparkassen-Kulturstiftung. Er freute sich ganz besonders, unter den Gästen Albert van Hoey, den Vorsitzenden des Häftlingsbeirates der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora begrüßen zu können. Im Anschluß an die Reden, Begrüßungen und Ansprachen erfolgte die Übergabe des Preises an den Leiter der Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner.









