Mo, 11:53 Uhr
06.10.2008
Taktik oder Entsetzen?
Es gab Jahre, da ertönte ein kommunale Aufschrei im Landkreis Nordhausen, wenn die Höhe der kommenden Kreisumlage genannt wurde. In diesem Herbst ist das alles ein wenig anders...
Man wolle noch beraten, im Gremium des Gemeinde- und Städtebundes, meinte dessen Kreischef Jürgen Hohberg auf Nachfrage der nnz. Natürlich seien die ersten Zahlen nicht erfreulich, schließlich kommen rund zwei Millionen Euro mehr als in diesem Jahr auf die Städte und Gemeinden zu. Selbst aus Nordhausen gibt es momentan noch keinerlei Reaktion, auch hier verweist der sonst recht kommunikative Bürgermeister Matthais Jendricke (SPD) auf den kommunalen Spitzenverband. Vielleicht kann ja die Kreisstadt das Mehr im kommenden Jahr aus der Portokasse bezahlen?
Diskussionsbedarf sollte es im Finanzausschuss des Kreistages oder im Gemeinde- und Städtebund schon geben. Der nnz liegt eine Übersicht vor, nach der es eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Finanzkraft des Landkreises Nordhausen und der Belastung je Einwohner durch die Kreisumlage gibt. Bei der Finanzkraft, auch Umlagekraft genannt, rangiert unser Landkreis an zehnter Stelle im Freistaat. Knapp 56 Millionen schlagen hier zu Buche und werden zur Berechnung der absoluten Kreisumlage (Umlagesoll) herangezogen. Und so entsprechen die in diesem Jahr zu zahlenden knapp 19,9 Millionen Euro auch dem Umlagesatz von 35,5 Prozent. Das ist jedoch – schaut man sich die Belastungen für die Kommunen an - die halbe Miete, schließlich kommt auch die Schulumlage hinzu. Und schon sind es 40,3 Prozent.
Noch deutlicher zeigt sich die Schieflage des Landkreises Nordhausen an einer letzten Zahl – der Belastung je Einwohner. Da kommt Nordhausen mit 243,44 Euro je Einwohner auf den 2. Platz. Diese Hitliste führt unangefochten seit Jahren der Saale-Orla-Kreis mit 284,47 Euro an. Die geringste Belastung gibt es in Thüringen für die Einwohner des Wartburgkreises. Die müssen – statistisch gesehen – nur 193,61 Euro für die Arbeitsfähigkeit ihres Landkreises abdrücken.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzMan wolle noch beraten, im Gremium des Gemeinde- und Städtebundes, meinte dessen Kreischef Jürgen Hohberg auf Nachfrage der nnz. Natürlich seien die ersten Zahlen nicht erfreulich, schließlich kommen rund zwei Millionen Euro mehr als in diesem Jahr auf die Städte und Gemeinden zu. Selbst aus Nordhausen gibt es momentan noch keinerlei Reaktion, auch hier verweist der sonst recht kommunikative Bürgermeister Matthais Jendricke (SPD) auf den kommunalen Spitzenverband. Vielleicht kann ja die Kreisstadt das Mehr im kommenden Jahr aus der Portokasse bezahlen?
Diskussionsbedarf sollte es im Finanzausschuss des Kreistages oder im Gemeinde- und Städtebund schon geben. Der nnz liegt eine Übersicht vor, nach der es eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Finanzkraft des Landkreises Nordhausen und der Belastung je Einwohner durch die Kreisumlage gibt. Bei der Finanzkraft, auch Umlagekraft genannt, rangiert unser Landkreis an zehnter Stelle im Freistaat. Knapp 56 Millionen schlagen hier zu Buche und werden zur Berechnung der absoluten Kreisumlage (Umlagesoll) herangezogen. Und so entsprechen die in diesem Jahr zu zahlenden knapp 19,9 Millionen Euro auch dem Umlagesatz von 35,5 Prozent. Das ist jedoch – schaut man sich die Belastungen für die Kommunen an - die halbe Miete, schließlich kommt auch die Schulumlage hinzu. Und schon sind es 40,3 Prozent.
Noch deutlicher zeigt sich die Schieflage des Landkreises Nordhausen an einer letzten Zahl – der Belastung je Einwohner. Da kommt Nordhausen mit 243,44 Euro je Einwohner auf den 2. Platz. Diese Hitliste führt unangefochten seit Jahren der Saale-Orla-Kreis mit 284,47 Euro an. Die geringste Belastung gibt es in Thüringen für die Einwohner des Wartburgkreises. Die müssen – statistisch gesehen – nur 193,61 Euro für die Arbeitsfähigkeit ihres Landkreises abdrücken.
Peter-Stefan Greiner

