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Mo, 20:38 Uhr
01.07.2002

Stadträte mit eindeutigem Votum

Nordhausen (nnz). Die Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates haben sich für den Fortbestand der drei Sparten am Theaterstandort Nordhausen/Sondershausen entschieden. Welche Variante nach Erfurt geschickt wird, das erfahren Sie heute in Ihrer nnz.


Der Bürgersaal des Nordhuser Rathauses war nicht nur bis auf den letzten Platz gefüllt, sondern es mussten zusätzliche Stühle herangeschafft werden. Mitarbeiter des Theaters und am Theater interessierte Nordhäuser wollten miterleben, welchen Weg das Haus gehen wird:

Künftig soll es zwei GmbH geben: Eine Orchester- und Musiktheater GmbH sowie eine Veranstaltungs- und Vermarktungs oder Betriebs-GmbH. Für die erstgenannte GmbH soll ein Haustarifvertrag gelten, das Ballett wird gänzlich abgeschafft, der Orchester um sechs Stellen reduziert und zwei Stellen im Chor werden gestrichen. In die Veranstaltungs- und Vermarktungs GmbH soll eine kleine Schauspieltruppe integriert werden, sollen eine abgespeckte Verwaltung sowie die Technik aufgenommen werden. Erhalten wird auch Kinder- und jugendtheater. Weitere Varianten wären die Aufsplittung in drei Gesellschaften oder die Umwandlung in eine Orchester- und Schauspiel GmbH gewesen. Letztlich fallen auch bei der beschlossenen Lösung 30 Stellen im Theater dem Abbau zum Opfer.

Die Entscheidung für die „Variante 1“ fiel fast einstimmig. Die einzige Gegenstimme kam von Helmut Bornkessel (SPD). Alle vier Fraktionen des Stadtrates hatten zuvor intensiv beraten und sich in ihren Statements zu diesem Vorschlag bekannt. Leicht hatten es sich die Stadträte nicht gemacht, sie waren auch dem Gesellschafter „Stadt Sondershausen“ entgegengekommen. Dessen Vertreter, Bürgermeister Joachim Kreyer, hatte in seinem Redebeitrag noch einmal eindringlich vor einer Auflösung der jetzt bestehenden Gesellschaft gewarnt. Er hatte von der Pflicht der Stadt Sondershausen gesprochen, die man gegenüber dem Loh-Orchester habe.

Vor der Präsentation der unterschiedlichen Varianten hatte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) noch einmal die zurückliegenden Wochen Revue passieren lassen, war auf Beschlüsse und Beratungen der Gesellschafter, des Aufsichtsrates und eines Treffens bei Ministerpräsident Bernhard Vogel eingegangen. Morgen werden die Gesellschafter zu den Nordhäuser Vorschlägen beraten, danach soll das Papier nach Erfurt geschickt werden. „Das Land Thüringen macht Druck“, so Rinke. Daher erwarte man nicht nur eine Prüfung der Vorschläge schlechthin, sondern auch ihre machbare Einordnung in die Gesamtstruktur des „Theater-Standortes Thüringen“.

Vor der Abstimmung sollte Intendantin Dr. Monika Pirklbauer zu den Vorschlägen Stellung nehmen. Die aber gab das Wort weiter an ihren Verwaltungsdirektor. Marc-Oliver Hendriks sagte, dass all diese Modelle nichts weiter als kosmetische Reparaturen seien. Das Spannungsverhältnis liege unter anderem in einem Lohnverzicht der Mitarbeiter um 20 Prozent. Außerdem sehe er juristische und arbeitsrechtliche Probleme bei der Etablierung einer neuen GmbH. Auf die Frage aus den Reihen der Stadträte, welchen Vorschlag er denn zu unterbreiten habe, kam seine Antwort: „Die bisherigen Mittel aufstocken!“
Autor: nnz

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