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So, 20:24 Uhr
21.09.2008

Haldenbefahrung ein Erlebnis

Nach diesem Gang auf die Kalirückstandshalde von Sondershausen war sich alle Beteiligten danach einig: Das war ein sehens- und hörenswertes Erlebnis...

Ja liebe Leser, es war auch ein hörenswertes Erlebnis, da lesen Sie richtig. Begrüßt wurden die ca. 65 Teilnehmer am Eingang des Erlebnisbergwerks vom Geschäftsführer der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES), Ralph Haase, der es sich nicht nehmen ließ, die Teilnehmer persönlich auf die Rückstandshalde zu führen. Und was er da an Informationen an Frau und Mann brachte, war sehr interessant und auch beim Aufstieg auf die Halde wurde er immer wieder mit Fragen gelöchert. Da kamen einige Teilnehmer aus dem Staunen nicht mehr raus. Und auch die Vorstellung, auf so einer Kali-Halde gibt es nicht viel Leben, musste man sich hinterher trennen.

Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Ralph Haase (in der blauen Jacke) bei den einführenden Worten.

Aber immer der Reihe nach. Zuerst informierte Ralph Haase über die Ausmaße der Kalihalde, die mit 1,5 km Länge, 370 m Breite und einer durchschnittlichen Höhe von 85 m ein stattliches Volumen von 27 Mio. Kubikmeter und nimmt dabei eine Fläche von 65 ha. ein. Die Halde besteht zu 80% aus Salz. Bei ca. 550 bis 650 mm Niederschlag im Jahr wird jede Menge Salz aufgelöst. Und nur 7% des Niederschlagswasser können aufgefangen werden. Der Rest geht ins Grundwasser. Wenn die Halde so liegen bleiben würde, wäre sie bis auf einen unlösbaren Rest in ca. 258 Jahren weggewaschen.

Deshalb ist die beste Lösung für die Umwelt, die Abdeckung der Halde. Zwar siedeln sich auch so von allein einige Pflanzen an, wie in der Bildergalerie zu sehen einige Kiefern und Büsche, auf Dauer würde das zu lange dauern. Deshalb wird da kräftig nachgeholfen. In einer ersten Schicht wird kapillarbrechendes Material eingesetzt. So zum Beispiel der Bauschutt aus dem Abriss der Wohnblöcke im Östertal. In einer zweiten Schicht Kuntur gebendes Material aufgebracht. In der dritten Schicht wird Substrat aufgebracht, damit die Pflanzen auch wachsen können.

Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Mit den Klärschlemmen wurden auch viele Samen auf die Halde gebracht. So ist es zum Beispiel zu erklären, dass auf einigen Flächen tatsächlich viele Tomatenpflanzen wachsen, wie obiges Bild zeigt. Selbst Gurken (Bildergalerie) haben sich entwickelt, ohne dass sie jemand ausgesät hat. Die Halde ist bei weitem nicht so tot, wie manche Leute denken. Während die Tomaten beim Fotografieren nicht wegrennen konnten, machten es die Rehe, und die Hasen (oder waren es eher Wildkaninchen), die nicht nur einmal zu sehen waren. Wie Ralph Haase bestätigte, ist die Halde tatsächlich sogar ein Jagdrevier. Deshalb wurden einige Versuchsfelder extra nochmals eingezäunt, obwohl die eigentlich Halde ja auch schon eingezäunt ist.

Aber nicht alles wächst an, wie Ralph Haase betonte. Besonders salzliebende Pflanzen aus Australien haben es nur wenige Wochen überlebt, wie die Bildergalerie zeigt. Sie waren versuchsweise von Wissenschaftlern ausgebracht worden. Aber nicht nur Pflanzen sind interessant auf der Halde. Durch Auswaschungen waren an einigen Stellen sogar kleine Canyons entstanden

Das Interesse der Teilnehmer war so groß, dass selbst bei einsetzendem Regen der Aufstieg bis zum höchsten Punkt der Halde (128 m) fortgesetzt wurde, getrost dem Motto, wer weiß wann wieder mal so eine Haldenbefahrung ist, denn die Halde wird ja noch bewirtschaftet und unterliegt dadurch dem Bergrecht. Aber schön wäre es trotzdem, wenn öfter mal so eine Haldenbefahrung wiederholt werden könnte. Das Interesse, wie man an den heutigen Teilnehmern sah, liegt vor.
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Haldenbefahrung der Kalihalde Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: nnz/kn

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