Fr, 09:23 Uhr
19.09.2008
Wieder Ärger im Landratsamt
Verfolgt man als Beobachter das Nordhäuser Landratsamt über mehrere Jahre, dann gibt es auf der Liste der Ärgernisse einen klaren Spitzenreiter – das Nordhäuser Rathaus. Den Platz jedoch könnte den städtischen Verwaltern bald ein innovatives Abfallzentrum streitig machen. Die nnz mit einer ärgerlichen Angelegenheit.
Es gibt Streit um den Müll dieser Region im allgemeinen. Ob nun ZAN, TVN, ob Verträge oder partei-politische Verstrickungen – jetzt kommt neuer Ärger nach oben, den es schon länger zu geben scheint. Ärger mit der Firma Remondis, die einmal Rethmann hieß. Es ist Ärger für die Kreisverwaltung, vor allem für den Bereich, der von Vizelandrätin Jutta Krauth (SPD) verantwortet wird.
Seit einigen Monaten gibt es aus Sicht der Verwaltung Probleme mit der Bewirtschaftung des Abfallzentrums Nentzelsrode. Diese Bewirtschaftung hatte der Landkreis per Vertrag an Remondis Anfang März 2006 abgegeben. Nicht laut gesagt, aber vermutet wird, daß die Historie der auftretenden Mängel mit einem örtlichen Personalwechsel bei Remondis einhergingen. Beweisen kann man das allerdings nicht.
Von eklatanten Bewirtschaftungsmängeln spricht Jutta Krauth und zeigt eine Liste. Da sind alles Unzulänglichkeiten aus Sicht der Behörde aufgeführt. Die Mängel beginnen mit defekten Fenstern oder Wasserschäden, die nicht gemeldet wurden, über Schimmel in den Duschräumen oder beschädigte Tore sowie defekte Beleuchtung. Deftiger jedoch ist für die Verwaltung die Tatsache, daß der Abbruch einer Kamerabefahrung der Sickerwasserleitung nicht angezeigt wurde und falsche Angaben gemacht worden sein sollen. Eine solche Befahrung ist notwendig, um Schäden aufzuspüren, die eine nachhaltige Wirkung auf den gesamten Deponiekörper haben könnten.
Gespräche mit Vertretern von Remondis führten weder zu einem Ergebnis noch zur Einsicht der Vertragsseite, so Krauth. Weiterhin wurde angemahnt, daß Erdmaterial, das zum Deponieausbau geordert wurde, auf dem Gelände wild rumgekippt worden sei. Auch dort, wo es der Flächennutzungsplan überhaupt nicht erlaube, bestätigt die Beigeordnete. Ein Anwalt sei eingeschaltet worden, da Mitarbeiter des kreislichen Umweltamtes festgestellt hatten, daß Asbestabfall falsch in die Deponie eingebaut worden sei.
400.000 Euro im Jahr muß der Landkreis Nordhausen für die Bewirtschaftung der Deponie an Remondis zahlen. Dafür sollten eigentlich alle Probleme geklärt und der Landkreis personell entlastet werden. Das Gegenteil ist der Fall: Fast ständig müssen zwei Mitarbeiter des Landkreises zur Kontrolle und Überwachung abgestellt werden.
Die Arbeiten, vor allem die Sicherheit auf der Deponie unterliegen einem Spaßfaktor, der gegen Null tendiert. Letztlich wird der Landkreis verantwortlich gemacht, wenn es zu Umweltproblemen kommen sollte. Neben dem Landratsamt treiben sich auch Kontrolleure des Weimarer Landesverwaltungsamtes in Netzelsrode herum. Und die verstehen ebenfalls keinen Spaß. Vor allem ist diesem Amt egal, wer welche vertragliche Verantwortung hat.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEs gibt Streit um den Müll dieser Region im allgemeinen. Ob nun ZAN, TVN, ob Verträge oder partei-politische Verstrickungen – jetzt kommt neuer Ärger nach oben, den es schon länger zu geben scheint. Ärger mit der Firma Remondis, die einmal Rethmann hieß. Es ist Ärger für die Kreisverwaltung, vor allem für den Bereich, der von Vizelandrätin Jutta Krauth (SPD) verantwortet wird.
Seit einigen Monaten gibt es aus Sicht der Verwaltung Probleme mit der Bewirtschaftung des Abfallzentrums Nentzelsrode. Diese Bewirtschaftung hatte der Landkreis per Vertrag an Remondis Anfang März 2006 abgegeben. Nicht laut gesagt, aber vermutet wird, daß die Historie der auftretenden Mängel mit einem örtlichen Personalwechsel bei Remondis einhergingen. Beweisen kann man das allerdings nicht.
Von eklatanten Bewirtschaftungsmängeln spricht Jutta Krauth und zeigt eine Liste. Da sind alles Unzulänglichkeiten aus Sicht der Behörde aufgeführt. Die Mängel beginnen mit defekten Fenstern oder Wasserschäden, die nicht gemeldet wurden, über Schimmel in den Duschräumen oder beschädigte Tore sowie defekte Beleuchtung. Deftiger jedoch ist für die Verwaltung die Tatsache, daß der Abbruch einer Kamerabefahrung der Sickerwasserleitung nicht angezeigt wurde und falsche Angaben gemacht worden sein sollen. Eine solche Befahrung ist notwendig, um Schäden aufzuspüren, die eine nachhaltige Wirkung auf den gesamten Deponiekörper haben könnten.
Gespräche mit Vertretern von Remondis führten weder zu einem Ergebnis noch zur Einsicht der Vertragsseite, so Krauth. Weiterhin wurde angemahnt, daß Erdmaterial, das zum Deponieausbau geordert wurde, auf dem Gelände wild rumgekippt worden sei. Auch dort, wo es der Flächennutzungsplan überhaupt nicht erlaube, bestätigt die Beigeordnete. Ein Anwalt sei eingeschaltet worden, da Mitarbeiter des kreislichen Umweltamtes festgestellt hatten, daß Asbestabfall falsch in die Deponie eingebaut worden sei.
400.000 Euro im Jahr muß der Landkreis Nordhausen für die Bewirtschaftung der Deponie an Remondis zahlen. Dafür sollten eigentlich alle Probleme geklärt und der Landkreis personell entlastet werden. Das Gegenteil ist der Fall: Fast ständig müssen zwei Mitarbeiter des Landkreises zur Kontrolle und Überwachung abgestellt werden.
Die Arbeiten, vor allem die Sicherheit auf der Deponie unterliegen einem Spaßfaktor, der gegen Null tendiert. Letztlich wird der Landkreis verantwortlich gemacht, wenn es zu Umweltproblemen kommen sollte. Neben dem Landratsamt treiben sich auch Kontrolleure des Weimarer Landesverwaltungsamtes in Netzelsrode herum. Und die verstehen ebenfalls keinen Spaß. Vor allem ist diesem Amt egal, wer welche vertragliche Verantwortung hat.
Peter-Stefan Greiner

