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Di, 13:37 Uhr
02.09.2008

Mehr Pestizide erlaubt

Die EU genehmigt ab September einen höheren Wert an Pestizidrückständen in Lebensmitteln.
Deshalb fordert der Naturland e.V. jetzt schärfere EU-Pestizid-Grenzwerte. Lesen Sie die Argumente selbst...

Seit dem ersten September 2008 dürfen Lebensmittel noch stärker mit Pestiziden belastet sein als bisher. Dies ist das Verhandlungsergebnis
der 27 EU-Mitgliedsstaaten bei den Bemühungen um Angleichung der Höchstmengen für die insgesamt 1.000 zugelassenen Pestizidwirkstoffe.

Bereits heute sind Pestizide überall zu finden - von der Muttermilch bis hin zum Eis in der Antarktis. Naturland fordert die EU daher auf, in allen EU-Staaten den bei uns gültigen Grenzwert der Diät-Verordnung für Säuglingsnahrung von 0,01
mg/kg einzuführen. Noch sinnvoller wären 100 Prozent Öko-Landbau in ganz Europa. Dann würden sich die Pestizid-Grenzwerte von selbst erledigen, da keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel mehr zum Einsatz kämen.

Eine EU-weite Vereinheitlichung der Pestizid-Grenzwerte war aus Naturland-Sicht längst überfällig. Allerdings müssen von der EU besonders gefährdete Gruppen wie Kinder und Ungeborene nach dem Vorsorgeprinzip eine stärkere
Berücksichtigung finden. Mit der Angleichung der Pestizid-Rückstände nach oben hat die EU jedoch eine weitere Chance versäumt, Lebensmittel und
Umwelt vor den umstrittenen Chemikalien zu schützen.

„Dies wirkt für unsere Kunden wie ein Kniefall vor der Agro-Industrie. Es zeigt uns aber auch, wie
wichtig und unverzichtbar die Weiterentwicklung und Ausweitung des Ökologischen Landbaus als Alternative gegen solche Fehlentwicklungen ist“,
resümiert Hans Hohenester, Naturland Bauer und Präsidiumsvorsitzender.

Die Lockerung der Pestizidgrenzwerte hat auf die Arbeit der über 200.000 Öko-Anbaubetriebe in Europa keinen Einfluss. Öko-Bauern arbeiten weiterhin ohne chemisch-synthetische Pestizide und vertrauen stattdessen auf nachhaltige Methoden. Verbraucher, die vermeidbare Rückstände nicht
tolerieren wollen, sind daher mit Öko-Lebensmitteln gut bedient: So kommen beispielweise die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter in Baden-Württemberg für 2007 zu dem Ergebnis, dass konventionelles Gemüse 32 mal so stark und konventionelles Obst 6,5 mal so stark belastet sind wie Öko-Erzeugnisse.

Die Untersuchungen der letzten fünf Jahre zeigen, dass zwischen 92 und 95 Prozent derÖko-Erzeugnisse frei von jeglichen Rückständen sind.

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 49.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.

Steffen Reese
Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Autor: nnz

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