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Di, 16:07 Uhr
26.08.2008

Am 28. August - vor 65 Jahren

In diesen Tagen jährt sich zum 65. Mal der Tag, an dem der erste Transport mit 107 Häftlingen aus dem KZ Buchenwald mit seinen SS-Bewachern am Kohnstein bei Nordhausen eintraf. Weitere Transporte folgten zügig. Damit erhielt Buchenwald ein neues Außenlager – das „Arbeitslager Dora“, wie es bei der SS hieß...

Der Fahrstollen A (Foto: Gedenkstätte) Der Fahrstollen A (Foto: Gedenkstätte)

Ein Lager im eigentlichen Sinne gab es jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Häftlinge wurden dort untergebracht, wo sie arbeiten mussten – in einer ausgedehnten Stollenanlage, die ursprünglich als unterirdisches Öldepot konzipier worden war. Sie sollte nun, wenige Tage nach einem schweren britischen Luftangriff auf Peenemünde, in eine unterirdische Raketenfabrik umgebaut werden.

Zur Unterbringung der Häftlinge wurden vier Kammern der Tunnelanlage als „Schlafstollen“ eingerichtet. Tausende starben im Winter 1943/44 in dem unterirdischen Konzentrationslager an den Folgen von Erschöpfung, Hunger und katastrophalen sanitären Bedingungen. Erst nach Anlaufen der V2-Produktion Anfang 1944 wurden die Häftlinge schrittweise in ein entstehendes oberirdisches Barackenlager verlegt; die letzten verließen die Schlafstollen Anfang Juni 1944 – falls sie bis dahin überlebt hatten.

Für die Überlebenden war das Leiden damit nicht vorüber. Sie mussten rund um Nordhausen weitere Stollenanlagen vorantreiben. Das „Unternehmen Mittelbau“ sah vor, alle wichtigen Flugzeugfabriken des Junkers-Konzerns nach untertage zu verlagern, um sie vor alliierten Luftangriffen zu schützen. Dafür wurden in der Nähe der Baustellen KZ-Außenlager eingerichtet, die im Herbst 1944 mit dem Lager „Dora“ zum KZ Mittelbau verselbständigt wurden.

Von insgesamt rund 60.000 Menschen, die von 1943 bis 1945 in den KZ-Komplex Mittelbau-Dora verschleppt wurden, haben mehr als 20.000 das Kriegsende nicht mehr erlebt. Sie starben an den Folgen der Zwangsarbeit für absurde Bauprojekte, von denen keines fertiggestellt wurde.

65 Jahre nach der Lagergründung erinnert die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora mit zwei Ausstellungen an das Lager und seine Opfer. Die 2006 eröffnete ständige Ausstellung im Museumsneubau dokumentiert die Lagergeschichte umfangreich und präsentiert zahlreiche Biographien von Häftlingen und Tätern. Bis Oktober wird in der ehemaligen Feuerwache zudem die Sonderausstellung „Bilder der Befreiung“ gezeigt. Sie bietet zahlreiche Fotografien und Filmausschnitte, die US-Soldaten nach der Befreiung im April 1945 anfertigten.
Autor: nnz

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