Mi, 19:29 Uhr
23.07.2008
Astwerk, Rasenschnitt und Pferdemist
Innovation, Nachhaltigkeit und Zukunft sind im Kyffhäuserkreis eng mit dem Unternehmen bioenergy systems verbunden. Das man aus den Abfällen Energie gewinnen kann, beweist ein Arterner Unternehmen...
Die für die neuartigen bioampere®-Feststoffvergaser wichtigen Produktionskapazitäten am Standort müssen auf Grund vor allem der steigenden kommunalen Nachfrage aus Deutschland und auch aus Europa rasch ausgeweitet werden. Das Land Thüringen, wie auch der Bund unterstützen die notwendigen Wachstums- und Erweiterungsmaßnahmen für mehr Umsatz und Beschäftigung mit Zuschüssen und Investitionszulagen von rund 500.000 Euro.
bioenergy systems GmbH Artern (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Zur symbolischen Übergabe dieser Fördermittel, heute ein symbolischer Scheck in Höhe von 288.000 Euro, weilte Prof. Christian Juckenack, Staatssekretär im Thüringer Wirtschaftsministerium, heute bei bionergy systems in Artern.
Auch in Deutschland ist die Gewinnung von Energie aus biologischen Stoffen, speziell Nahrungsmitteln ins Gerede gekommen. Wobei natürlich immer fraglich ist, ob die vielen Preiserhöhungen wirklich aus dem höheren Bedarf an biologischen Stoffen zur Energiegewinnung resultieren. Auf Dauer wird es aber bei wachsender Weltbevölkerung einfach nicht sinnvoll sein, Nahrungsmittel zur Energiegewinnung in unserer Gesellschaft einzusetzen, während weltweit immer noch täglich Menschen wegen Nahrungsmittelmangel verhungern.
Das es anders geht, beweist eben bionergy systems GmbH aus Artern. Vor weiteren Gästen, wie Landrat Kyffhäuserkreis Peter Hengstermann (CDU), Landtagsmitglied Gudrun Holbe (CDU), Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (Die Linke) und Udo Rockmann, Leiter des Service Center Nordthüringen der IHK Erfurt. Das Unternehmen hat eine neue Technologie zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Rest- und Abfallstoffen entwickelt und stellt auch die zugehörige Anlagentechnik her. Mit den dem jetzigen Förderscheck soll der Ausbau des Standortes Artern weiter gefördert werden. Insgesamt werden hier 1,2 Mio. Euro für den Ausbau der Produktionskapazitäten eingesetzt.
Seit 2006 entwickelt, fertigt und betreibt bionergy system Anlagen zur energetischen Nutzung biologisch schwer abbaubaren und praktisch überall anfallender Biomasse, für die es bisher keine energetisch sinnvolle Verwendung gab, wie solche Stoffe: Grünschnitt aus der Landschaftspflege, minderwertige Holz- und Pflanzenabfälle, Klärschlamm und Pferde- oder Schweinemist. Diese Variabilität der Einsatzstoffe garantiert, dass kein Kilo Getreide und kein Hektar Ackerland zweckentfremdet genutzt werden muss, so Geschäftsführer Ralph Brendler von der bionergy system GmbH. Wobei man noch dazu sagen muss, dass die Verwertung völlig geruchsfrei vonstatten geht, und auch die Rückstände sind in der Landwirtschaft weiter einsetzbar, so dass nach dem Verwertungsprozess keine bedenklichen Stoffe übrigbleiben.
Prof. Dr. Juckenack, Ralph Brendler und Dr. Dietmar Bendix. (von links nach rechts).
Diese scheinbar wertlosen Einsatzstoffe werden über einen patentierten thermochemischen Vorgang veredelt, wie der technische Geschäftsführer Dr. Dietmar Bendix bei einem Rundgang durch das Unternehmen an den Anlagen direkt den anwesenden Gästen erläuterte. Herzstück ist dabei der Bioampere-Feststoffvergaser, der an ein selbst entwickeltes Blockheizkraftwerk gekoppelt ist. Der durch die Kraft-Wärme-Kopplung entstehende Strom wird in das Energienetz eingespeist, die Prozesswärme zu Heizzwecken genutzt werden. Wegen fehlender Geruchsbelästigung und der sehr platzsparenden containerbasierten Anlagen kann man diese dezentral direkt beim Wärmeverbraucher einsetzen, sogar in Siedlungsgebieten. Mit so einem Modul, so Dr. Bendix, könnte man ca. 150 Einfamilienhäuser beheizen. Bei all diesen Vorteilen konnte Staatssekretär Juckenack nur noch sagen:
Ich bin beeindruckt!
Die erste von vier Anlagen aus der Startserie hatte auf dem Gelände einer Kompostieranlage im Altenburger Land in knapp acht Monaten über 4.500 störungsfreie Betriebsstunden absolviert. Angestrebt werden Jahreslaufleistungen bis zu 7.500 Stunden. Noch in diesem Sommer geht am gleichen Standort ein weiterer Vergaser einer neuen Generation in Betrieb. Mit einem für dezentrale Kraftwerke beispielhaften Wirkungsgrad ist die Anlage in Standardgröße auf regelbar 160 bis 220 kWh elektrischer und thermischer Leistung ausgelegt. Diese Dimension ist besonders Bürgermeister, Stadtwerkchefs und Betreiber von Kompostieranlagen und Deponien attraktiv.
Und auch der Ausblick sieht nicht schlecht aus. Bislang konnte bionergy systems die rasch steigende Nachfrage aus Kapazitätsgründen nicht befriedigen. Dies soll sich nun schrittweise ändern, was sich auch in der Schaffung von 13 Arbeitsplätzen und zwei Ausbildungsplätzen niederschlägt, bei ca. 40 Mitarbeitern, einschließlich Verwaltung, eine ganz schöne Steigerung. 2008 werden weitere vier Feststoffvergaser gebaut. Bis 2010 soll die Serienproduktion laufen, dann sind nach Unternehmensangaben 15 bis 20 Anlagen pro Jahr ein realistisches Ziel. Eine Entwicklung, die auch der nicht gerade mit Arbeitsplätzen gesegneten Kyffhäuserregion helfen wird.
Zu den Bildern erste Reihe:
- Dr. Bendix links und Prof. Dr.Juckenack in einem der Module.
- Gudrun Holbe und Udo Rockmann (rechts) bei der Besichtigung
- Wolfgang Koenen (links) und Peter Hengstermann (2. von links)
Autor: nnz/knDie für die neuartigen bioampere®-Feststoffvergaser wichtigen Produktionskapazitäten am Standort müssen auf Grund vor allem der steigenden kommunalen Nachfrage aus Deutschland und auch aus Europa rasch ausgeweitet werden. Das Land Thüringen, wie auch der Bund unterstützen die notwendigen Wachstums- und Erweiterungsmaßnahmen für mehr Umsatz und Beschäftigung mit Zuschüssen und Investitionszulagen von rund 500.000 Euro.
bioenergy systems GmbH Artern (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Zur symbolischen Übergabe dieser Fördermittel, heute ein symbolischer Scheck in Höhe von 288.000 Euro, weilte Prof. Christian Juckenack, Staatssekretär im Thüringer Wirtschaftsministerium, heute bei bionergy systems in Artern.Auch in Deutschland ist die Gewinnung von Energie aus biologischen Stoffen, speziell Nahrungsmitteln ins Gerede gekommen. Wobei natürlich immer fraglich ist, ob die vielen Preiserhöhungen wirklich aus dem höheren Bedarf an biologischen Stoffen zur Energiegewinnung resultieren. Auf Dauer wird es aber bei wachsender Weltbevölkerung einfach nicht sinnvoll sein, Nahrungsmittel zur Energiegewinnung in unserer Gesellschaft einzusetzen, während weltweit immer noch täglich Menschen wegen Nahrungsmittelmangel verhungern.
Das es anders geht, beweist eben bionergy systems GmbH aus Artern. Vor weiteren Gästen, wie Landrat Kyffhäuserkreis Peter Hengstermann (CDU), Landtagsmitglied Gudrun Holbe (CDU), Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (Die Linke) und Udo Rockmann, Leiter des Service Center Nordthüringen der IHK Erfurt. Das Unternehmen hat eine neue Technologie zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Rest- und Abfallstoffen entwickelt und stellt auch die zugehörige Anlagentechnik her. Mit den dem jetzigen Förderscheck soll der Ausbau des Standortes Artern weiter gefördert werden. Insgesamt werden hier 1,2 Mio. Euro für den Ausbau der Produktionskapazitäten eingesetzt.
Seit 2006 entwickelt, fertigt und betreibt bionergy system Anlagen zur energetischen Nutzung biologisch schwer abbaubaren und praktisch überall anfallender Biomasse, für die es bisher keine energetisch sinnvolle Verwendung gab, wie solche Stoffe: Grünschnitt aus der Landschaftspflege, minderwertige Holz- und Pflanzenabfälle, Klärschlamm und Pferde- oder Schweinemist. Diese Variabilität der Einsatzstoffe garantiert, dass kein Kilo Getreide und kein Hektar Ackerland zweckentfremdet genutzt werden muss, so Geschäftsführer Ralph Brendler von der bionergy system GmbH. Wobei man noch dazu sagen muss, dass die Verwertung völlig geruchsfrei vonstatten geht, und auch die Rückstände sind in der Landwirtschaft weiter einsetzbar, so dass nach dem Verwertungsprozess keine bedenklichen Stoffe übrigbleiben.
Prof. Dr. Juckenack, Ralph Brendler und Dr. Dietmar Bendix. (von links nach rechts).
Diese scheinbar wertlosen Einsatzstoffe werden über einen patentierten thermochemischen Vorgang veredelt, wie der technische Geschäftsführer Dr. Dietmar Bendix bei einem Rundgang durch das Unternehmen an den Anlagen direkt den anwesenden Gästen erläuterte. Herzstück ist dabei der Bioampere-Feststoffvergaser, der an ein selbst entwickeltes Blockheizkraftwerk gekoppelt ist. Der durch die Kraft-Wärme-Kopplung entstehende Strom wird in das Energienetz eingespeist, die Prozesswärme zu Heizzwecken genutzt werden. Wegen fehlender Geruchsbelästigung und der sehr platzsparenden containerbasierten Anlagen kann man diese dezentral direkt beim Wärmeverbraucher einsetzen, sogar in Siedlungsgebieten. Mit so einem Modul, so Dr. Bendix, könnte man ca. 150 Einfamilienhäuser beheizen. Bei all diesen Vorteilen konnte Staatssekretär Juckenack nur noch sagen:
Ich bin beeindruckt!
Die erste von vier Anlagen aus der Startserie hatte auf dem Gelände einer Kompostieranlage im Altenburger Land in knapp acht Monaten über 4.500 störungsfreie Betriebsstunden absolviert. Angestrebt werden Jahreslaufleistungen bis zu 7.500 Stunden. Noch in diesem Sommer geht am gleichen Standort ein weiterer Vergaser einer neuen Generation in Betrieb. Mit einem für dezentrale Kraftwerke beispielhaften Wirkungsgrad ist die Anlage in Standardgröße auf regelbar 160 bis 220 kWh elektrischer und thermischer Leistung ausgelegt. Diese Dimension ist besonders Bürgermeister, Stadtwerkchefs und Betreiber von Kompostieranlagen und Deponien attraktiv.
Und auch der Ausblick sieht nicht schlecht aus. Bislang konnte bionergy systems die rasch steigende Nachfrage aus Kapazitätsgründen nicht befriedigen. Dies soll sich nun schrittweise ändern, was sich auch in der Schaffung von 13 Arbeitsplätzen und zwei Ausbildungsplätzen niederschlägt, bei ca. 40 Mitarbeitern, einschließlich Verwaltung, eine ganz schöne Steigerung. 2008 werden weitere vier Feststoffvergaser gebaut. Bis 2010 soll die Serienproduktion laufen, dann sind nach Unternehmensangaben 15 bis 20 Anlagen pro Jahr ein realistisches Ziel. Eine Entwicklung, die auch der nicht gerade mit Arbeitsplätzen gesegneten Kyffhäuserregion helfen wird.
Zu den Bildern erste Reihe:
- Dr. Bendix links und Prof. Dr.Juckenack in einem der Module.
- Gudrun Holbe und Udo Rockmann (rechts) bei der Besichtigung
- Wolfgang Koenen (links) und Peter Hengstermann (2. von links)








