So, 12:45 Uhr
20.07.2008
Laß mir die Ekstase
Die amerikanische Dichterin Emily Dickinson steht im Mittelpunkt der nächsten Veranstaltung in der Dichterstätte in Limlingerode. Einzelheiten dazu wie immer von Heidelore Kneffel in Ihrer nnz...
Emily Dickinson wurde 1830 in einer amerikanischen Kleinstadt in Massachusetts in einer streng puritanischen Familie geboren. Mit 30 Jahren zog sie sich in das Elternhaus zurück, die letzten Jahre in ihr Zimmer, und schrieb Gedichte - es werden fast 1800 sein – und distanzierte sich von den moralischen und religiösen Rigorismen der Eltern. Emily Dickinson ist die Klausnerin von Amherst und gilt als die bedeutendste Dichterin Amerikas.
Sie war eine große Briefschreiberin, so dass man daraus auf ihre Lebensphilosophie schließen kann, die Rätsel aufwirft, die herausfordert, die fasziniert. Sie führt darin Selbstgespräche, ergründet sich selbst, wirbt um Antworten. Diese Briefe, in die oft Gedichte verwoben sind, sind ihr Tor zur Welt.
Zu ihren Lebzeiten hat man nur sieben Gedichte veröffentlicht, anonym, ohne ihre Zustimmung. Die ersten Verse wurden von ihr noch zusammengeheftet, die zahllosen anderen fand man unsortiert und meistens undatiert nach ihrem Tod am 15. Mai 1886 in der Kommode. Die erste Lyrikauswahl erschien 1890, eine vollständige Werkausgabe erst 1960.
Fast jedes ihrer Gedichte enthält poetische Sprengsätze, wirkt nicht selten spröde, ist übersät mit Gedankenstrichen. Sie gibt genaue Naturbeschreibungen, die sie mit mystisch-ekstatischer Gedankenwelt vermischt. Der Leser wird verblüfft und entdeckt dennoch sich selbst, ist gefesselt.
Die Übersetzer haben es schwer, aber übersetzt werden muss sie, denn ihre Lyrik und die Briefe sind ein Geheimtipp. Ralf Dutli nennt sie eine Virtuosin des Einzelgängertums, eine skeptische Rebellin, es geht um das Leben und den Tod in ihrer Literatur wie bei vielen Poeten, aber sie erfindet dafür ganz neue Bilder, ihre Kombinationen sind ungewöhnlich. Diese Stimme zieht magisch an: Haben das Rätsel wir erst gelöst / Ist’s plötzlich ganz banal - / Rascher wird nichts von gestern sein / Als was gestern Überraschung war.
Zu hören ist sie in einem Programm am Samstag, dem 26. Juli, ab 14.30 Uhr im Geburtshaus Sarah Kirschs in Limlingerode
Autor: nnzEmily Dickinson wurde 1830 in einer amerikanischen Kleinstadt in Massachusetts in einer streng puritanischen Familie geboren. Mit 30 Jahren zog sie sich in das Elternhaus zurück, die letzten Jahre in ihr Zimmer, und schrieb Gedichte - es werden fast 1800 sein – und distanzierte sich von den moralischen und religiösen Rigorismen der Eltern. Emily Dickinson ist die Klausnerin von Amherst und gilt als die bedeutendste Dichterin Amerikas.
Sie war eine große Briefschreiberin, so dass man daraus auf ihre Lebensphilosophie schließen kann, die Rätsel aufwirft, die herausfordert, die fasziniert. Sie führt darin Selbstgespräche, ergründet sich selbst, wirbt um Antworten. Diese Briefe, in die oft Gedichte verwoben sind, sind ihr Tor zur Welt.
Zu ihren Lebzeiten hat man nur sieben Gedichte veröffentlicht, anonym, ohne ihre Zustimmung. Die ersten Verse wurden von ihr noch zusammengeheftet, die zahllosen anderen fand man unsortiert und meistens undatiert nach ihrem Tod am 15. Mai 1886 in der Kommode. Die erste Lyrikauswahl erschien 1890, eine vollständige Werkausgabe erst 1960.
Fast jedes ihrer Gedichte enthält poetische Sprengsätze, wirkt nicht selten spröde, ist übersät mit Gedankenstrichen. Sie gibt genaue Naturbeschreibungen, die sie mit mystisch-ekstatischer Gedankenwelt vermischt. Der Leser wird verblüfft und entdeckt dennoch sich selbst, ist gefesselt.
Die Übersetzer haben es schwer, aber übersetzt werden muss sie, denn ihre Lyrik und die Briefe sind ein Geheimtipp. Ralf Dutli nennt sie eine Virtuosin des Einzelgängertums, eine skeptische Rebellin, es geht um das Leben und den Tod in ihrer Literatur wie bei vielen Poeten, aber sie erfindet dafür ganz neue Bilder, ihre Kombinationen sind ungewöhnlich. Diese Stimme zieht magisch an: Haben das Rätsel wir erst gelöst / Ist’s plötzlich ganz banal - / Rascher wird nichts von gestern sein / Als was gestern Überraschung war.
Zu hören ist sie in einem Programm am Samstag, dem 26. Juli, ab 14.30 Uhr im Geburtshaus Sarah Kirschs in Limlingerode

