Fr, 08:39 Uhr
18.07.2008
nnz-Anmerkung: Vor Lachen nicht in den Schlaf
Es gibt viele Entwicklungen im Landkreis Nordhausen, die sicher als Kapitel zur Unendlichen Geschichte herhalten könnten. Neben dem Pferdemarkt gehört auch das Industriegebiet in der Goldenen Aue dazu. Dazu eine Anmerkung der nnz.
Einem normalen Menschen ist es wohl nicht mehr zu vermitteln, dass mehr als zehn Jahre nach Beginn der Planungen für die wirtschaftliche Zukunft der Nordhäuser Region immer noch nichts zu sehen ist in der Goldenen Aue – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Doch: So ganz richtig ist die Aussage nicht, denn zu sehen waren bislang schöne Bildchen mit eingezeichneten Flächen entlang der Autobahn A 38 zwischen den Anschlussstellen Heringen und Nordhausen. Irgendwelche Flyer und Prospekte gab es auch schon. Und es gab die – mal leisen, mal lauten – Hilfeschreie eines Planungsverbandes, die – blickt man aus heutiger Sicht zurück – wohl eher Durchhalteparolen gewesen sein müssen.
Da wagten führende Vertreter des Nordhäuser Rathauses und damit gleichzeitig des Planungsverbandes das Stellen der Bitte an hiesige Unternehmer, sie sollten bei Konferenzen oder unternehmerischen Treffen aller Art für das Industriegebiet werben. Wer es getan haben sollte, der wird sich vermutlich ein wenig verschaukelt fühlen. Denn: Soll für etwas geworben werden, was nur in den Köpfen der Planer vorhaben ist?
Der planerische Kopf-Zustand ist zwar notwendig, sollte nach zehn und mehr Jahren nicht mehr als Alleinstellungsmerkmal herhalten. Nach zehn Jahren wollen Investoren – sofern es sie gab, gibt oder jemals geben sollte – sicher Pläne sehen. Sie wollen sich eine Fläche anschauen können, die erschlossen ist, die ihrem Ansiedlungsvorhaben, ihren Standortvorstellungen gerecht wird.
Auf den 100 Hektar ist jedoch noch nicht einmal die Grundstücksfrage vollends geklärt. Nicht einmal 40 Prozent der Fläche gehört der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die vermutlich so vieles in Thüringen entwickelt, nur nicht den nördlichsten Norden. Das zumindest ist der Eindruck, den der Autor dieser Bemerkung reflektiert. Offiziell wird das kein Offizieller je sagen, aus Angst, es könne überhaupt nichts mehr passieren – hier im abgehängten Nordtüringen.
Doch zwischen den Sätzen, da erschließt sich dem Zuhörer so manch komisches Verhältnis, manche nicht einzuordnende Situation. In der Region, so hört man, sei das Interesse an einem Flächenerwerb seitens der LEG so sonderlich nicht groß. Es sei kein Geld vorhanden, unterschriftsreife Kaufverträge hätten ein Zahlungsziel, das irgendwo in der Mitte des kommenden Jahres datiert sei. Aber: Wer heute verkauft, der will morgen oder übermorgen die Knete auf seinem Konto wissen, nicht überübermorgen.
Aus Erfurt nun, dem politischen Zentrum des Freistaates, zu dem bekannterweise aus der nördlichste Norden gehört, tönt es im Gegenzug, es gebe kaum Bewegung in den Umlageprozessen. Gemeint sind die Verfahren, in denen nicht Verkaufswilligen ein anderes Grundstück zur Verfügung gestellt wird. Und so kommt zu Pleiten, Pech und Pannen – übrigens nachzulesen im Archiv der nnz) - nun vermutlich auch kaufmännisches Ungeschick seitens des Planungsverbandes hinzu. Und das kann folgendermaßen beschrieben werden: Wenn man als Kommune oder Privatmensch eine Fläche/Grundstück entwickeln will, dann kauft man das Grundstück und entwickelt danach, soweit das im rechtlichen Rahmen zulässig ist. Im nördlichsten Norden jedoch wird dieses Pferd von hinten aufgezäumt: Das wird zuerst geplant, ein Verband gegründet, der dann überhaupt nicht existent war, wieder neu gegründet und zu guter Letzt wird versucht das Grundstück zu kaufen.
Diejenigen, die jahrelang den Verband bei dessen glücklosem Tun begleitet haben, wie die Köpfe der Bürgerinitiative, die müssen doch vor Lachen und Schenkelklatschen nicht mehr zur Ruhe kommen.
Das ist dann aber auch des Spaßes genug und so hört man in politischen Kreisen, es werde nun alles versucht, im kommenden Jahr mit der Erschließung zu beginnen. Manchmal hört sich das schon nach typischen Durchhalteparolen im Vorwahlkampf an. Leider...
Peter-Stefan Greiner
Autor: psgEinem normalen Menschen ist es wohl nicht mehr zu vermitteln, dass mehr als zehn Jahre nach Beginn der Planungen für die wirtschaftliche Zukunft der Nordhäuser Region immer noch nichts zu sehen ist in der Goldenen Aue – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Doch: So ganz richtig ist die Aussage nicht, denn zu sehen waren bislang schöne Bildchen mit eingezeichneten Flächen entlang der Autobahn A 38 zwischen den Anschlussstellen Heringen und Nordhausen. Irgendwelche Flyer und Prospekte gab es auch schon. Und es gab die – mal leisen, mal lauten – Hilfeschreie eines Planungsverbandes, die – blickt man aus heutiger Sicht zurück – wohl eher Durchhalteparolen gewesen sein müssen.
Da wagten führende Vertreter des Nordhäuser Rathauses und damit gleichzeitig des Planungsverbandes das Stellen der Bitte an hiesige Unternehmer, sie sollten bei Konferenzen oder unternehmerischen Treffen aller Art für das Industriegebiet werben. Wer es getan haben sollte, der wird sich vermutlich ein wenig verschaukelt fühlen. Denn: Soll für etwas geworben werden, was nur in den Köpfen der Planer vorhaben ist?
Der planerische Kopf-Zustand ist zwar notwendig, sollte nach zehn und mehr Jahren nicht mehr als Alleinstellungsmerkmal herhalten. Nach zehn Jahren wollen Investoren – sofern es sie gab, gibt oder jemals geben sollte – sicher Pläne sehen. Sie wollen sich eine Fläche anschauen können, die erschlossen ist, die ihrem Ansiedlungsvorhaben, ihren Standortvorstellungen gerecht wird.
Auf den 100 Hektar ist jedoch noch nicht einmal die Grundstücksfrage vollends geklärt. Nicht einmal 40 Prozent der Fläche gehört der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die vermutlich so vieles in Thüringen entwickelt, nur nicht den nördlichsten Norden. Das zumindest ist der Eindruck, den der Autor dieser Bemerkung reflektiert. Offiziell wird das kein Offizieller je sagen, aus Angst, es könne überhaupt nichts mehr passieren – hier im abgehängten Nordtüringen.
Doch zwischen den Sätzen, da erschließt sich dem Zuhörer so manch komisches Verhältnis, manche nicht einzuordnende Situation. In der Region, so hört man, sei das Interesse an einem Flächenerwerb seitens der LEG so sonderlich nicht groß. Es sei kein Geld vorhanden, unterschriftsreife Kaufverträge hätten ein Zahlungsziel, das irgendwo in der Mitte des kommenden Jahres datiert sei. Aber: Wer heute verkauft, der will morgen oder übermorgen die Knete auf seinem Konto wissen, nicht überübermorgen.
Aus Erfurt nun, dem politischen Zentrum des Freistaates, zu dem bekannterweise aus der nördlichste Norden gehört, tönt es im Gegenzug, es gebe kaum Bewegung in den Umlageprozessen. Gemeint sind die Verfahren, in denen nicht Verkaufswilligen ein anderes Grundstück zur Verfügung gestellt wird. Und so kommt zu Pleiten, Pech und Pannen – übrigens nachzulesen im Archiv der nnz) - nun vermutlich auch kaufmännisches Ungeschick seitens des Planungsverbandes hinzu. Und das kann folgendermaßen beschrieben werden: Wenn man als Kommune oder Privatmensch eine Fläche/Grundstück entwickeln will, dann kauft man das Grundstück und entwickelt danach, soweit das im rechtlichen Rahmen zulässig ist. Im nördlichsten Norden jedoch wird dieses Pferd von hinten aufgezäumt: Das wird zuerst geplant, ein Verband gegründet, der dann überhaupt nicht existent war, wieder neu gegründet und zu guter Letzt wird versucht das Grundstück zu kaufen.
Diejenigen, die jahrelang den Verband bei dessen glücklosem Tun begleitet haben, wie die Köpfe der Bürgerinitiative, die müssen doch vor Lachen und Schenkelklatschen nicht mehr zur Ruhe kommen.
Das ist dann aber auch des Spaßes genug und so hört man in politischen Kreisen, es werde nun alles versucht, im kommenden Jahr mit der Erschließung zu beginnen. Manchmal hört sich das schon nach typischen Durchhalteparolen im Vorwahlkampf an. Leider...
Peter-Stefan Greiner

