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Mo, 19:43 Uhr
23.06.2008

nnz-Forum: Sparwahn vernichtet Arbeitsplätze

Das Call-Center der Telekom in Nordhausen wird geschlossen. Dazu ein Statement des Volksinteressenbundes Thüringen im Forum der nnz.


Der Sparwahn vernichtet wieder Arbeitsplätze in Thüringen und sorgt erneut für eine Abwanderung in unserem Land. Eine erhöhte Dividende für die Aktionäre scheint wichtiger zu sein als ein wertvoller Arbeitsplatz in der schon ohnehin gebeutelten Region (hohe Arbeitslosigkeit, Hartz IV usw.)

Es wird so weitergehen: Noch mehr Lohnverzicht gegen vage Zusagen, wenn kein Betrieb geschlossen wird, noch längere Arbeitszeiten. Wir werden weiterhin die Märchen hören: über die Öffnung der Märkte und die Chancen der Globalisierung, und darüber, dass Lohnverzicht und Mehrarbeit am Ende uns allen dienen.

Das Ziel ist klar: Die Verbilligung von Arbeitskräften, die Reduzierung oder Abschaffung von Sozialkosten, die Entrechtung derjenigen, die einen Arbeitsplatz haben, wie derjenigen, die einen Arbeitsplatz suchen. Die Globalisierung erfordert angeblich eine Angleichung der Verhältnisse auf chinesischen oder osteuropäischen Niveau. Das alles ist traurig und ekelhaft, aber zudem ist es auch noch wirtschaftspolitischer Unfug.

Welchen Sinn sollte es machen, bei denjenigen weitere Kürzungen vorzunehmen, die sowieso jeden Euro ausgeben müssen? Und wie bitte soll die deutsche Binnenkonjunktur wieder in Schwung kommen, wenn Löhne auf breiter Front gesenkt und die gesamte Mittelschicht unter Abstiegsdruck gesetzt wird? Uns wird ständig gesagt alles sei zu teuer. Alles kostet Geld, nur die Sonne und der Wind und das Atmen sind noch gebührenfrei. Alles kostet Geld, und doch wird dieses reiche Land immer ärmer.

Man sagt uns, dass der Sozialstaat zu teuer ist. Die Sozialleistungen werden ständig gekürzt. Was man einst gebaut und eröffnet hat, wird heute geschlossen, verkleinert, vernachlässigt. Schwimmbäder Bibliotheken Spielplätze und Parks. Es fehlt das Geld für Reparaturen .Der öffentliche Nahverkehr wird teuer und auch noch ausgedünnt. Und so könnte man noch viele Beispiele nennen. Wo ist also das ganze Geld? P.S.: Die Ökonomie rächt sich stets für eine falsche Politik.
Andreas Links, Großberndten
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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