Mi, 08:39 Uhr
05.06.2002
"Ich habe ein Rehkitz gefunden..."
Nordhausen (nnz). Am vergangenen Wochenende ist es wiederholt vorgekommen, dass Wildtiere, insbesondere Rehkitze, durch Spaziergänger, darunter auch Kinder, gefunden und aufgenommen wurden. Dies hat meistenteils den Tod des Tieres zur Folge. nnz mit einigen Empfehlungen.
Wildlebende Tiere sind in den ersten Lebenswochen besonders gefährdet. Aber nicht nur durch Beutegreifer, sondern auch durch unkundige Menschen droht Gefahr. Insbesondere Rehkitze sind oft das Opfer gut gemeinter aber unangebrachter "Rettungsaktionen". Immer wieder kommt es vor, dass Spaziergänger im Wald ein einsames Kitz finden. Erste Reaktion ist dann in der Regel ein verzücktes Aufrufen: "Ach wie niedlich!" Dann folgt nicht all zu selten die Mitnahme des Kitzes. Häufig werden solche Funde dann einem bekannten Förster oder Jäger gebracht.
Rehe legen ihre Kitze in den ersten Lebenstagen ab, d.h., die Kitze drücken sich reglos ins Gras, um vor Feinden sicher zu sein. Die Mutter besucht jedoch ihre Jungen in regelmäßigen Abständen, um sie zu säugen. Die Kitze werden aus sicherer Entfernung von der Ricke beobachtet. In den ersten Lebenstagen haben sie noch keinen Eigengeruch. In dieser Periode begleiten die Kitze ihre Mutter nur während kurzer Phasen, die unter Umständen nur ein paar Minuten dauern können. Die Jungtiere sind nicht verlassen, nicht krank, sondern haben Angst. Es entspricht ihrem natürlichen Instinkt, regungslos und gut getarnt im Gras zu verharren, wenn sich ein Feind nähert.
Sie flüchten in dieser Zeit nicht vor Gefahren wie Geräuschen oder Gerüchen, sondern verbleiben regungslos in ihrer Position. Diese Strategie hat sich als äußerst effektiv gegen natürliche Feinde, wie z.B. den Fuchs aber auch so manchen Hund, bewährt. Nicht bewährt hat sich diese Methode jedoch im Bezug auf uns Menschen. So kommt es immer wieder vor, dass besorgte Waldspaziergänger junge Wildtiere anfassen und sogar mitnehmen. Wer ein Rehkitz findet, darf es nicht berühren, sonst wird es gewöhnlich von der Ricke verstoßen.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist in diesem Zusammenhang der Schutz vor übertragbaren Krankheiten. Die Tollwut wurde zwar in den vergangenen Jahren erfolgreich bekämpft und ist erfreulicherweise geraume Zeit nicht aufgetreten. Das Virusreservoir ist jedoch immer noch präsent. Auch andere nicht weniger gefährliche Krankheiten wie der Fuchsbandwurm sind auf den Menschen übertragbar. Jeder, der mit einem Wildtier in Berührung kommt, sollte sich dessen bewusst sein.
Autor: nnzWildlebende Tiere sind in den ersten Lebenswochen besonders gefährdet. Aber nicht nur durch Beutegreifer, sondern auch durch unkundige Menschen droht Gefahr. Insbesondere Rehkitze sind oft das Opfer gut gemeinter aber unangebrachter "Rettungsaktionen". Immer wieder kommt es vor, dass Spaziergänger im Wald ein einsames Kitz finden. Erste Reaktion ist dann in der Regel ein verzücktes Aufrufen: "Ach wie niedlich!" Dann folgt nicht all zu selten die Mitnahme des Kitzes. Häufig werden solche Funde dann einem bekannten Förster oder Jäger gebracht.
Rehe legen ihre Kitze in den ersten Lebenstagen ab, d.h., die Kitze drücken sich reglos ins Gras, um vor Feinden sicher zu sein. Die Mutter besucht jedoch ihre Jungen in regelmäßigen Abständen, um sie zu säugen. Die Kitze werden aus sicherer Entfernung von der Ricke beobachtet. In den ersten Lebenstagen haben sie noch keinen Eigengeruch. In dieser Periode begleiten die Kitze ihre Mutter nur während kurzer Phasen, die unter Umständen nur ein paar Minuten dauern können. Die Jungtiere sind nicht verlassen, nicht krank, sondern haben Angst. Es entspricht ihrem natürlichen Instinkt, regungslos und gut getarnt im Gras zu verharren, wenn sich ein Feind nähert.
Sie flüchten in dieser Zeit nicht vor Gefahren wie Geräuschen oder Gerüchen, sondern verbleiben regungslos in ihrer Position. Diese Strategie hat sich als äußerst effektiv gegen natürliche Feinde, wie z.B. den Fuchs aber auch so manchen Hund, bewährt. Nicht bewährt hat sich diese Methode jedoch im Bezug auf uns Menschen. So kommt es immer wieder vor, dass besorgte Waldspaziergänger junge Wildtiere anfassen und sogar mitnehmen. Wer ein Rehkitz findet, darf es nicht berühren, sonst wird es gewöhnlich von der Ricke verstoßen.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist in diesem Zusammenhang der Schutz vor übertragbaren Krankheiten. Die Tollwut wurde zwar in den vergangenen Jahren erfolgreich bekämpft und ist erfreulicherweise geraume Zeit nicht aufgetreten. Das Virusreservoir ist jedoch immer noch präsent. Auch andere nicht weniger gefährliche Krankheiten wie der Fuchsbandwurm sind auf den Menschen übertragbar. Jeder, der mit einem Wildtier in Berührung kommt, sollte sich dessen bewusst sein.

