Sa, 07:27 Uhr
31.05.2008
Sinti und Roma im KZ Mittelbau
Zur Eröffnung der Sonderausstellung Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma lädt die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ein. Was in der kommenden Woche geplant ist, das hat die nnz erfahren...
Opfer der Nazis (Foto: Archiv Gedenkstätte)
Die Veranstaltung beginnt am 6. Juni 2008 um 15 Uhr in der Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers. Wir können nun auch in Nordhausen eine Wanderausstellung zeigen, die bundesweit bereits in über 40 Städten präsentiert worden ist, freut sich Dr. Jens-Christian Wagner, der Leiter der Gedenkstätte.
Zur Einführung in Inhalt und Gestaltung der Präsentation spricht Anita Awosusi vom Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, das die Ausstellung erarbeitet hat. In seinem anschließenden Vortrag widmet sich Dr. Wagner der Geschichte der Häftlingsgruppe der Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora.
Die Wanderausstellung zeichnet die Gesamtgeschichte der Verfolgung der Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus nach. Sie dokumentiert den stufenweisen Prozess von der Ausgrenzung und Entrechtung im Deutschen Reich bis hin zur systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Im Zentrum der Darstellung stehen einzelne Biografien von Menschen, die zu Opfern erst gemacht wurden. Ihre Zeugnisse und die Berichte Überlebender werden in der Präsentation den menschenverachtenden Dokumenten und Fotos der Täter gegenüber gestellt.
Auch im Lagerkomplex Mittelbau-Dora waren Sinti und Roma inhaftiert. Die Mehrzahl von Ihnen wurden ab April 1944 aus dem sogenannten Zigeunerlager des KZ Auschwitz-Birkenau in den Südharz verschleppt. Sinti und Roma litten hier mehrheitlich unter besonders schlechten Existenzbedingungen: Sie wurden in die KZ-Außenlager Harzungen und Ellrich-Juliushütte abgeschoben und mussten auf den dort angeschlossenen Baustellen im Rahmen der Untertageverlagerung der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit leisten. Wegen der mörderischen Arbeitsbedingungen waren diese, vor allem auch beim Stollenvortrieb eingesetzten Kommandos unter den KZ-Häftlingen besonders gefürchtet.
Die Sonderausstellung Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma wird in der KZ-Gedenkstätte noch bis September 2008 zu sehen sein. Der Eintritt ist kostenfrei.
Autor: nnz
Opfer der Nazis (Foto: Archiv Gedenkstätte)
Die Veranstaltung beginnt am 6. Juni 2008 um 15 Uhr in der Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers. Wir können nun auch in Nordhausen eine Wanderausstellung zeigen, die bundesweit bereits in über 40 Städten präsentiert worden ist, freut sich Dr. Jens-Christian Wagner, der Leiter der Gedenkstätte.Zur Einführung in Inhalt und Gestaltung der Präsentation spricht Anita Awosusi vom Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, das die Ausstellung erarbeitet hat. In seinem anschließenden Vortrag widmet sich Dr. Wagner der Geschichte der Häftlingsgruppe der Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora.
Die Wanderausstellung zeichnet die Gesamtgeschichte der Verfolgung der Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus nach. Sie dokumentiert den stufenweisen Prozess von der Ausgrenzung und Entrechtung im Deutschen Reich bis hin zur systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Im Zentrum der Darstellung stehen einzelne Biografien von Menschen, die zu Opfern erst gemacht wurden. Ihre Zeugnisse und die Berichte Überlebender werden in der Präsentation den menschenverachtenden Dokumenten und Fotos der Täter gegenüber gestellt.
Auch im Lagerkomplex Mittelbau-Dora waren Sinti und Roma inhaftiert. Die Mehrzahl von Ihnen wurden ab April 1944 aus dem sogenannten Zigeunerlager des KZ Auschwitz-Birkenau in den Südharz verschleppt. Sinti und Roma litten hier mehrheitlich unter besonders schlechten Existenzbedingungen: Sie wurden in die KZ-Außenlager Harzungen und Ellrich-Juliushütte abgeschoben und mussten auf den dort angeschlossenen Baustellen im Rahmen der Untertageverlagerung der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit leisten. Wegen der mörderischen Arbeitsbedingungen waren diese, vor allem auch beim Stollenvortrieb eingesetzten Kommandos unter den KZ-Häftlingen besonders gefürchtet.
Die Sonderausstellung Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma wird in der KZ-Gedenkstätte noch bis September 2008 zu sehen sein. Der Eintritt ist kostenfrei.

