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Fr, 19:24 Uhr
30.05.2008

Wind in der Hainleite (1)

Erst die CDU, dann Kreistagsausschüsse, nun werden langsam aber sich auch anderen Parteien im Landkreis Nordhausen wach. Die nnz mit weiteren Reaktionen zum geplanten Bau von riesigen Windkrafträdern bei Wolkramshausen...


Unsere Landschaft im Landkreis Nordhausen zwischen Schutz und Nutzung. Der seit nunmehr 18 Jahren währende Kampf zwischen Rohstoffabbaufirmen einerseits und Kommunen, Kirchen, Verbänden, Vereinen, sowie Einzelpersonen andererseits gegen die Zerstörung der einmaligen Gipskarstlandschaft im Südharz durch einen weder nachhaltig noch umweltverträglichen Rohstoffabbau hält immer noch an.

Der Widerstand von Bündnis 90/Die Grünen und von Bürgern gegen das Industriegebiet in der Goldenen Aue zum Schutz gegen Hochwasserereignisse infolge des Klimawandels und im Interesse der landwirtschaftlichen Nutzung ist ein weiteres Beispiel für widerstreitende Interessen. In einer Demokratie ist dieser Widerstand, diese Auseinandersetzung Teil des gesellschaftlichen Lebens. Beides ist notwendig und legitim um Stagnation zu verhindern. Diese Auseinandersetzung muss öffentlich, fachlich fundiert und zwischen allen Interessengruppen fair geführt werden.

So ist auch der von Bürgern und Kommunen der Hainleite organisierte Widerstand gegen die Windenergie in der Hainleite ein normaler Vorgang in der Demokratie.

An dem vorgesehenen Standort prallen Unternehmerinteressen, berechtigte Interessen der Landwirtschaft zur Bodennutzung, der übergeordnete jedoch auch lokal zu verantwortende Klima – und Artenschutz und die verständlichen individuellen Bedürfnisse der Bürger direkt aufeinander.

Erneuerbare Energien als Beitrag zum Klima- und Artenschutz, dazu gehört als eine Form der regenerierbaren Energie die Windenergie, liegen in der Verantwortung aller Menschen auf unserer bedrohten Erde. Die zur Zeit kontrovers geführte Debatte zur Windenergie in der Hainleite ist eine gute Gelegenheit, zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen aber auch im Interesse von Bildung und Information das Fachgespräch zu suchen und dann Entscheidungen zu treffen. Dabei sollten innerhalb von Fachgesprächen Emotionen durchaus einen Raum haben.

Artenschutz und Klimaschutz, beide seit Jahren im Fokus von Wissenschaft und Politik, können am aktuellen Beispiel in der Hainleite zu der Erkenntnis führen, dass der Artenschutz/Naturschutz an diesem Standort oberste Priorität hat.

Wer aber heute das intakte Landschaftsbild vor Windrädern schützen will, kann nicht sicher sein, dass durch den Klimawandel, dem wir nicht rechtzeitig Rechnung zu tragen bereit sind, ein Sturmereignis von Morgen die Landschaft schon zerstört hat.

Umwelt-, Wirtschaft- und Bürgerinteressen müssen miteinander - nicht gegeneinander diskutiert werden, dazu sind wir der heutigen und den kommenden Generationen gegenüber verpflichtet. Der am besten geeignete Rahmen für eine erfolgreiche, zielorientierte Auseinandersetzung ist nach Meinung der Bündnisgrünen die Fachhochschule.

Die Fachgebiete Flächenrecycling, Regenerative Energie, Betriebswirtschaftslehre und Sozialmanagement sollten im Rahmen von divergierenden Interessen analog dem Rio-Prozess von 1992 auch in diesem vorliegenden Fall dazu beitragen, dass die nachhaltige Entwicklung in der strukturschwachen Region Nordthüringen mit Nachdruck befördert wird.
Gisela Hartmann, Gruppenvorsitzende B 90/Grüne im Kreistag
Autor: nnz

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