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Do, 13:53 Uhr
22.05.2008

nnz-Forum: Armut in Deutschland

Mit der vielfältigen und alltäglichen Armut in Deutschland setzt sich ein nnz-Leser im Forum auseinander...


Plakat in Nordhausen (Foto: nnz) Plakat in Nordhausen (Foto: nnz)

An solch und ähnliche Bilder müssen wie uns in Deutschland gewöhnen. Dieses Bild ziert eine große Reklamewand, die an der Einfahrt zum Einrichtungshaus „Möno“ steht. Zu dem Thema ist schon vieles geschrieben und gesagt wurden. Es war viel Gutes dabei aber auch der blanke Unsinn war da zu hören.

Ich beziehe mich speziell auf die Äußerungen von Politikern. So werden von der CDU immer wieder Rufe nach einer Steuersenkung laut. Ich frage mich, was man damit erreichen will. Soll die Steuersenkung den Reichen noch mehr krass leistungsunangemessenes Einkommen die Taschen spülen oder was wollen bestimmte „Volksvertreter“ mit ihren mittelstandsfreundlichen Gesetzesentwürfen wirklich erreichen? Ab welchem Einkommen beginnt für sie eigentlich der Mittelstand?

Gehören dazu auch die Existenzgründer, die beim Kampf gegen ein Bürokratiedickicht von IHK und Handwerkskammern oft in den frühzeitigen Ruin getrieben werden, die nicht wissen, wie sie bei Negativgewinnen ihre Sozialabgaben zahlen sollen? Die Politiker sollten wissen, dass die Steuersenkung auch der übrigen armen Bevölkerungsschicht nichts aber auch gar nichts bringt, denn sie zahlen keine Steuern, weil sie zu wenig Geld haben, welches man nicht direkt versteuern kann.

Die ständig steigenden Mehrwert-, Mineralöl- und Ökosteuern dürfen sie bei inflationsbedingt sinkenden Mini-Einkommen allerdings sehr wohl zahlen. Also liegt doch offen auf der Hand, wer der Gewinner ist bei einer Steuersenkung.

Genauso kommen von der SPD, besonders von Herrn Beck, Vorschläge, die nicht dazu geeignet sind, der immer stärkeren Armut entgegen zu treten. Beck ist gegen eine Erhöhung der Regelsätze (Hartz IV). Er setzt auf Bildung. Das zeigt mir nur wie weit der Mann von der Realität entfernt ist. Natürlich ist Bildung wichtig, aber Bildung bringt in Deutschland keinen Arbeitsplatz. Wie kommt es sonst, dass so viele Meister, Ingenieure und Facharbeiter zu Hause sitzen. Meiner Meinung nach bekommt nur der Arbeit, der die besten Beziehungen hat, egal wie gut seine Bildung ist. In Deutschland ist es möglich, dass man ohne vernünftige Schulausbildung und Berufsausbildung, Minister werden kann, oder andere gut bezahlte Stellen bekommt. Vor diesem Hintergrund ist die Bildungsmasche von Beck nur Augenwischerei.

Außerdem habe ich immer mehr das Gefühl, die Wirtschaft will gar keine gut ausgebildeten Fachkräfte. Sie suchen eher billige Arbeitskräfte, mit denen man nach Belieben umgehen kann, denn ich habe es selbst erlebt: Wenn sich ein Meister oder Ingenieur in einen Betrieb bewirbt, dann heißt es plötzlich: "Sie sind schon zu lange aus dem Beruf und Ihre Qualifizierung entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Technik!“ Wenn die Entwicklung so schnell voran schreitet, dann frage ich mich wieso wir noch immer kein gutes Drei-Liter-Auto haben oder eine bessere umweltschonendere Technik?

Es gibt auch noch Politiker, die sagen, man sollte doch mal nach Afrika schauen, dort gibt es Armut. In Deutschland sei alles gar nicht so schlimm. Ja müssen in Deutschland, erst Kinder in Massen sterben, bevor man handelt? Sterben denn nicht schon genug Babys, weil die Eltern finanziell nicht mehr zurecht kommen mit dem Wenigen, was der Staat für seine Bürger übrig hat. Jetzt nimmt man die Diätenerhöhung zurück und tut dabei noch so, als sei man sonstwie einsichtig. Das Gleiche gilt für die Pendlerpauschale. Man tut so als sei das ein Verdienst der Koalition.

Das ist ein Irrtum, das Verfassungsgericht treibt die Gerechtigkeitsverbieger und Volksverhöhner im Bundestag vor sich her!
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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