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Fr, 13:19 Uhr
31.05.2002

Theater: Schauspiel wird aufgegeben

Nordhausen (nnz). Jetzt ist es (fast) amtlich. Das Schauspiel als eine Sparte des Nordhäuser Theaters soll aufgegeben werden. Darauf haben sich die Mitglieder des Aufsichtsrates verständigt.


Die Aufsichtsratsmitglieder der Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen GmbH haben sich entschlossen, dem Vorschlag der dreiköpfigen Arbeitsgruppe Finanzen zu folgen und beabsichtigen, die Sparte Schauspiel zum 31. Juli 2004 aufzugeben. Dieser Vorschlag wird am 12. Juni dem Nordhäuser Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Darüber haben die Aufsichtsräte die Schauspieler und den Betriebsrat der GmbH persönlich informiert.

Sollte der Spartenabbau beschlossen werden, fallen Schauspielvorführungen am Nordhäuser nicht weg, das Abonnement kann in voller Breite erhalten bleiben, da künftig bundesweit angebotene Schauspielvorführungen für das Theater Nordhausen eingekauft werden. Ebenso ist die Arbeit des Kinder- und Jugendtheaters abgesichert. Die dazu angebotene Unterstützung des Landes Thüringens wird natürlich in vollem Umfang in Anspruch genommen.

Der Aufsichtsrat der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH hatte sich seit Juni 2001 mit den Vorschlägen der Geschäftsleitung der GmbH zum Erhalt des Drei-Sparten-Theaters - angesichts zu erwartender Tarifsteigerungen und angesichts eines 85-Prozent-Anteils von Personalausgaben an den Gesamtkosten des Theaterbetriebes - beschäftigt. Mit den Tarifanpassungen würden sich die Kosten um weitere 2,5 Millionen Euro bis 2008 erhöhen, wenn die Zahl der Mitarbeiter unverändert bliebe. Die vier Gesellschafter der GmbH - die Stadt Nordhausen, die Stadt Sondershausen, der Landkreis Nordhausen, der Kyffhäuserkreis - werden mit großer Anstrengung in ihren Haushalten die Höhe der Zuschüsse für die GmbH bis zum Jahr 2008 konstant gehalten.

Das Land Thüringen hat erklärt, dass es nicht in der Lage ist, diese Kostensteigerungen durch höhere Zuschüsse aufzufangen. Angesichts dieser Situation ist ohne Spartenabbau das Theater in seiner Existenz nicht zu sichern. Trotz des Abbaus der Sparte ist nach wie vor dringend nötig, einen Haustarifvertrag für die Mitarbeiter des Theaters abzuschließen, um eine sinnvolle Finanzierung und eine hohe künstlerische Qualität zu gewährleisten. An die jetzt getroffenen Entscheidungen ist der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Intendantin Dr. Monika Pirklbauer ab 2004 nicht gebunden. Zeigen sich sinnvolle Alternativen, können andere Entscheidungen getroffen werden.

Nachtrag: Diese Entscheidung war abzusehen. Der Trend dazu wurde in der nnz bereits mehrfach beleuchtet (siehe nnz-Archiv). Die Entscheidung im Nordhäuser Stadtrat wird den Stadträten zwar nicht leicht fallen, doch deren beide Vertreter im Aufsichtsrat hatten der Vorlage nach nnz-Informationen bereits zugestimmt.
Autor: nnz

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