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Mi, 15:24 Uhr
07.05.2008

Eine Idee - bis jetzt

Seit Jahren wird in Nordhausen über eine Stadthalle „nachgedacht“ und diskutiert. Bislang gab es wenig darüber zu vermelden. Das könnte sich ändern, die nnz ist einer Spur – quer durch die Stadt - gefolgt...

Der Krug zum Fest (Foto: nnz) Der Krug zum Fest (Foto: nnz)
Mehrere Tausend Bierkrüge zum Rolandsfest hat Axel Heck herstellen lassen. Die können jetzt in der Stadt-Info gekauft werden

Diese Spur beginnt am Taschenberg und endet momentan im Kirschweg. Dort, im Garten seines Hauses, sitzt Axel Heck. Der Geschäftsführer des Bürgerlichen Brauhauses zu Nordhausen, hat sein Büro in die Sonne verlegt. Das hat jedoch einen medizinischen Grund. In punkto Fortbewegung mußte der Nordhäuser jetzt vom Auto auf Krücken umsteigen, ein Wadenbein ist gebrochen.

Was soll nun auf dem Brauerei-Gelände entstehen? Na klar, hier wird voraussichtlich ab dem Spätsommer eine Brauerei gebaut. Voraussetzung für den Baubeginn ist die Gewährung der beantragten Fördermittel. Die notwendigen Anträge hat der Mann vor zehn Tagen ins Erfurter Wirtschaftsministerium geschickt, Vorgespräche im vergangenen Jahr verliefen positiv, selbst mit den Banken. In den Anträgen enthalten die wichtigste Zahl: Nach einem Jahr hat Heck fast 10.000 Hektoliter Nordhäuser Bier verkauft.

Und was passiert mit dem Rest der großen Fläche? Hier könnte eine Veranstaltungshalle gebaut werden. Die Grundfläche soll 1.500 Quadratmeter groß sein. Wie viele Gäste dort Veranstaltungen genießen können, das würde von der Größe der Bühne sowie den notwenigen „Neben“anlagen abhängen. Noch ist es eine Idee, doch Heck läßt Varianten untersuchen und Finanzierungen durchrechnen. Natürlich soll in diesem Neubau Nordhäuser Bier getrunken werden, so zusagen: Gleich von nebenan.

Ein Jahr der Markteinführung hat das „Nordhäuser“ nun hinter sich. Rund 100.000 Euro sind für Sponsoring und Marketing ausgegeben worden. Doch dieses eine Jahr der Einführung war für den Investor der „einzige Weg, um mit dieser Marke auf den Markt zu kommen, um mit dem Nordhäuser Bier eine entsprechende regionale Identität herzustellen“, erzählt Axel Heck. Haben die großen Marken am Markt ihr Gesicht weitestgehend durch die Fernsehwerbung erhalten, so haben sie allerdings keine Heimat.

In den zurückliegenden zwölf Monaten hat Heck auch einige Rückschläge einstecken müssen, von seiner Brauerei-Idee läßt er sich nicht abbringen. Da bauen positive Momente wieder auf. So zum Beispiel, wenn Nordhäuser zu ihm ins Büro kommen oder eine Mail schicken. Sie berichten, wie sie mit einer „Kiste“ Nordhäuser Bier und Bierkrügen zum Verwandten, Bekannten und Freunden gefahren sind. Und wie es geschmeckt hat.

„Sie nehmen dann ein Stück Heimat mit, das natürlich seinen Preis hat. Da ist Regionalität mit drin. Die Giganten am Markt, die einen niedrigeren Preis anbieten können, die agieren in anderen Größenordnungen“, meint Axel Heck, und: „Es wird immer einen Anbieter geben, der einen günstigeren Preis macht. Das ist der Markt.“

Unter der Bodenplatte am Taschenberg befinden sich die Gewölbekeller. Die werden nun nach und nach ausgebaut. Sie sollen sowohl der Vermarktung als auch als Standort für ein Nordhäuser Brauereimuseum dienen. Dabei kann, so die Vorstellungen, eine Brücke zur Traditionsbrennerei geschlagen, Gespräche mit Jochen Einenckel habe es bereits gegeben.
Autor: nnz

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