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Sa, 12:55 Uhr
25.05.2002

Exposition unter freiem Himmel

Nordhausen (nnz). Auf dem Spendekirchhof in Nordhausen ist heute eine sogenannte Out-Door-Ausstellung eröffnet worden. Was bei dieser „Schau unter freiem Himmel“ zu sehen ist, das wollte die nnz wissen und kommt mit einer kleinen Nebenrede zurück.


Kaum Interesse Zu sehen waren grüne Tafeln, auf denen Beispiele und die Geschichte der Nordhäuser Sanierung aufgezeigt wurden. Und die können sich durchaus sehen lassen, werden von denen, die sie nutzen, doch oftmals als Selbstverständlichkeit abgetan. Das dürftige Interesse der „Altstädter“ an der Eröffnung der Schau soll dafür als ein Beleg herhalten.

Der städtische Baudezernent Dietrich Beyse (CDU) blickte auf die letzten zehn Jahre zurück: „Wir blicken auf ein Stadtgebiet, welches Kriege überstanden hat, 40 Jahre DDR überlebte und am Ende zu großen Teilen dem Verfall preisgegeben war. Heute ist kaum vorstellbar, dass im Jahr 1990 große Teile der Altstadt unbewohnt waren und viele denkmalgeschützte Gebäude nicht genutzt werden konnten“. Millionen und aber Millionen DM sind in diesen zehn Jahren in diesen Stadtteil geflossen. Das Outfit ist vernünftig, das „Infit“ miserabel. Teile der Gewerbetreibenden wollen mehr, mehr und nochmals mehr ­ vor allem Geld. Ein weiblicher Stammtisch wollte sogar die Übernahme von Kreditzahlungen in schweren Zeiten. Kurioser geht es nach 12 Jahren Marktwirtschaft wirklich nicht mehr...

Jetzt knüpfen Stadtplaner ihre Hoffnungen an die Investition am Pferdemarkt. Ein weiteres Einkaufszentrum soll das Tor zu dieser Altstadt werden. Wer aber soll das Einkaufszentrum bevölkern? Welche Läden werden da reinziehen, neben den bekannten Filialen? Es werden womöglich auch Händler und Gewerbetreibende aus der Altstadt sein, die dann nicht mehr „mittendrin“, sondern einfach „daneben“ auf Kundschaft warten. Nur was ist dann „mittendrin“, was ist „daneben“? Und wer denkt, dass die 400.000 geplanten Besucher der Landesgartenschau sich nach ihrer Stippvisite auf dem Petersberg durch die Altstadt drängeln, der kann das ja glauben. Doch warum sollen Besucher aus Halle, Goslar, Braunlage oder Göttingen und Erfurt, ausgerechnet bei den Händlern in der Altstadt einkaufen? Da wird vielleicht mal gerade ein Eis geschleckt oder ein Bier getrunken. So einfach ist das nun mal in der Marktwirtschaft.

Die Altstadt wird nur dann leben, wenn die, die sie bevölkern und bearbeiten gemeinsam nach Lösungen suchen. Eine Einkaufsmeile wird diese Altstadt nicht werden, auch wenn noch einmal Millionen Euro hineinfließen. Und nach 170 Tagen ist im Jahr 2004 die Landesgartenschau vorbei. Bis dahin und auch danach gilt für die Macher in der Stadtverwaltung: Es gibt viel zu tun - packen wir es an! Aber bitteschön, nicht nur in der Altstadt von Nordhausen. Die Menschen in den anderen Nordhäuser Stadt- und Ortsteilen haben es auch verdient, dass man sich staatlicher- und behördlicherseits und mit Fördermitteln um sie kümmert. Vielleicht beim hoch gelobten Stadtumbau.

Doch zurück zur Ausstellung unter freiem Himmel: An diesem „Aktions-Samstag“ bietet die Stadt- und Gästeführergilde noch eine Führung an: Um 14 Uhr startet am Torhaus der Rundgang durch die untere Altstadt. Der Bildhauer Peter Genßler, der sein Atelier im Torhaus hat, lädt vor Ort zum Ausprobieren von Kunsttechniken ein und stellt eigene- und Schüler-Kunstarbeiten vor.

Das Berufsförderungswerk Bau Thüringen zeigt an einer Ruine auf dem Spendekirchhof historische Bauhandwerkstechniken; ab 15.30 Uhr informieren in der Altendorfer Kirchgasse 13 Mitarbeiter einer Altstadt-Entwicklungsfirma über die Bebauung des Altendorfer Kirchviertels. Die Outdoor-Ausstellung der Stadt Nordhausen zeigt mit Bildern und Texten auf 16 Tafeln - vier von ihnen stehen im Torhaus - unter anderem den Umbau des Altendorfer Kirchviertels; dokumentiert Denkmalschutz- und Sanierungsmaßnahmen im Bingerhof, an der Rothleimmühle, an der Engelsburg, am Gebäude der Post und an den Kirchen und Schulen in der Altstadt; erklärt, was es für die Altstadt bedeutet, Sanierungsgebiet zu sein und zeigt Instrumente der Stadtsanierung. Essen und Trinken steht am Aktionstag für die Gäste bereit.
Autor: nnz

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